Deutsche essen lieber Zwiebel als Gurke

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Die Zwiebel hat der Gurke den Rang abgelaufen.

Berlin - Die Zwiebel hat der Gurke den Rang abgelaufen und Brokkoli gibt es nun auch in lila. Was sonst noch auf der Fruit Logistica in Berlin geboten wird und worüber die Branche spricht:

In Berlin treffen sich von Mittwoch an für drei Tage mehr als 2500 Erzeuger und Handelsunternehmen, um ihre Produkte, Verpackungen und Dienstleistungen rund um Obst und Gemüse zu präsentieren. Die deutschen Firmen treibt vor allem die schwache Nachfrage im Inland um.

2011 griffen die Bundesbürger noch seltener zu frischem Obst als im Vorjahr. Die Privathaushalte verbrauchten durchschnittlich nur 76,7 Kilogramm davon. Das sind 210 Gramm am Tag und sechs Prozent weniger als 2010. Die Preise stiegen zugleich um gut vier Prozent. Gemüse kauften die Kunden etwas häufiger als im Vorjahr, pro Haushalt waren es 61,9 Kilo, ein Plus von einem Prozent.

Vor allem die Salatgurke hat im vergangenen Jahr unter dem falschen Verdacht gelitten, sie sei Träger des gefährlichen Darmkeimes EHEC. Sie wurde deshalb in Deutschland in der Rangliste der beliebtesten Gemüsearten von der Zwiebel auf Platz vier verdrängt. Die Zwiebel ist nun mit 6,6 Kilo Verbrauch die neue Nummer drei. Spitzenreiter sind die Tomate (10,0 Kilo) und die Karotte (7,3 Kilo).

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Generell seien die Preise für Obst und Gemüse in Deutschland zu niedrig, sagte der Präsident des Fruchthandelsverbandes, Dieter Krauß, am Dienstag: „Das kann auf lange Sicht nicht funktionieren.“ Wenn es so weitergehe, werde das „wunderbare Sortiment“ in Deutschland schrumpfen, und die Exporte gingen an andere Absatzländer, deren Kunden mehr zu zahlen bereit seien.

Die Branche hat Versäumnisse bei sich selbst ausgemacht. Über Jahre wurde das eigentlich gute Image von „gesundem“ Obst und Gemüse nicht gefördert. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass nur über Emotion ein Kaufimpuls ausgelöst werden könne, sagte Krauß. Vier große Erzeuger- und Handelsorganisationen aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien starten deshalb im Mai eine dreimonatige Plakataktion in 900 deutschen Städten.

Die Kampagne soll 2013 und 2014 wiederholt werden, jährlich koste sie 500 000 Euro, wie der Vorsitzende des Messebeirats, Günter Schweinsberg, berichtete. Die Verbände zahlen die Hälfte der Aktion, die andere Hälfte steuert die Europäische Union bei.

Mit einem Innovationspreis, bei dem die Besucher den Sieger küren, macht die Berliner Messe auf neue Produkte und Ideen aufmerksam. Zu den zehn Nominierten gehört der Züchter eines lilafarbenen Brokkoli, der Europa-Vermarkter der süßen Achacha-Frucht mit Ursprung in Bolivien, der Hersteller von vorgerösteten Süßkartoffeln und der Erfinder einer kleinen, roten Süßpaprika ohne Samen

dpa

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