Hamad Abdel Samad fühlte sich verfolgt

Deutsch-ägyptischer Autor in Kairo entführt

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Hamad Abdel-Samad soll in Ägypten entführt worden sein.

Kairo - In seiner alten Heimat Ägypten gilt er als umstritten - jetzt ist der deutsch-ägyptische Publizist Hamed Abdel-Samad, der einst auch in München lebte, in Kairo entführt worden.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen vom Montag ermittelt die Polizei bereits gegen Unbekannt. Ein Beamter sagte, es sei nicht auszuschließen, dass radikale Extremisten für das Verschwinden des Publizisten verantwortlich seien.

Das ägyptische Nachrichtenportal „youm7“ meldete unter Berufung auf seinen Bruder Mahmud Abdel-Samad, der Autor sei am Sonntagnachmittag in der Nähe des Al-Azhar-Parks in Kairo verschwunden. Vorher soll Hamed Abdel-Samad am Telefon berichtet haben, er fühle sich verfolgt. Der Autor hatte in seinen Veröffentlichungen die Ideologie des politischen Islams kritisiert und für eine moderne Interpretation der Religion geworben. Eines seiner Bücher trägt den Titel „Der Untergang der islamischen Welt“.

Nach einem Vortrag in Kairo im vergangenen Juni hatten zwei bekannte ägyptische Salafisten-Prediger Abdel-Samad für „vogelfrei“ erklärt. Anschließend erhielt er Morddrohungen.

Mahmud Abdel-Samad sagte, sein Bruder sei in Ägypten zuletzt von einem Leibwächter begleitet worden. Er habe in dem Park jedoch eine Verabredung gehabt, zu der er diesen nicht habe mitnehmen wollen.

Hamed Abdel-Samad hat in München studiert und bis Ende 2009 am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur gelehrt und geforscht. Zuletzt lebte Publizist in Berlin.

dpa

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