BP darf Ölquelle mit Zement verschließen

New Orleans - Nach der erfolgreichen Verstopfung der defekten Ölquelle im Golf von Mexiko mit Schlamm will BP das Bohrloch nun zusätzlich mit Zement abdichten.

Die zweite Stufe des “Static Kill“ steht kurz bevor. BP wollte am Donnerstag Zement in die defekte Ölquelle im Golf von Mexiko pumpen. Nach der erfolgreichen Verstopfung mit Schlamm hatte die US-Regierung dem britischen Konzern hierfür grünes Licht gegeben.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

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Bei dem Manöver wird der Zement von oben in das mehrere Kilometer lange Steigrohr geleitet. Er soll verhindern, dass sich das mit dem schweren Schlamm in der Quelle gestoppte Öl wieder lösen und nach oben steigen kann. Dieser zweite Teil der Versiegelung sei nur möglich, wenn das Steigrohr im Meeresboden intakt ist, hatte der Einsatzleiter der US-Regierung, Thad Allen, am Mittwoch gesagt. Dass die Aktion nun nach ausführlichen Tests genehmigt wurde, zeugt von positiven Prüfresultaten.

Sollte die Abdichtung mit dem Zement gelingen, ist die Quelle nach Experteneinschätzung wahrscheinlich endgültig dicht. Bereits nach der erfolgreichen Einleitung des Schlamms am Dienstag war zu erwarten, dass das Leck in 1500 Metern Meerestiefe keine neuen Probleme bereitet, sagte Catalin Teodoriu vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der Technischen Universität Clausthal.

Einen Sieg will die US-Regierung erst dann verkünden, wenn das Bohrloch auch von unten, das heißt mit Hilfe eines gebohrten Nebenzugangs, verschlossen worden ist. Dieser “Bottom Kill“ soll in rund einer Woche begonnen werden.

Trotz des Erfolges beim Abdichten: BP und anderen Verantwortlichen stehen noch Auseinandersetzungen über die Schuld am Unglück ins Haus. So berichtete die “New York Times“ am Donnerstag auf ihrer Website, dass die Firma Transocean, von der BP die Ölplattform im Golf von Mexiko geleast hatte, bereits im April 2010 Sicherheitsbedenken bei mehreren ihrer Bohrinseln in der Gegend hatte. Zudem hätten möglicherweise Probleme mit dem Ballastsystem der Plattform zum Sinken beigetragen - in dessen Folge das Ölleck kaum mehr zu kontrollieren war.

dpa

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