Zwei Gebiete besonders betroffen

Corona in Spanien: Kritische Marke überschritten - Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung für drei Regionen heraus

Spanien kämpft mit einer zweiten Corona-Welle. In einer Region in Spanien spitzt sich die Lage dramatisch zu. Die Gesundheitsbehörden sind alarmiert. Das Auswärtige Amt hat sich jetzt zu einem drastischen Schritt entschieden.

  • Spanien schien die Corona-Pandemie* nach einem heftigen Peak im März unter Kontrolle zu haben, nun steigen die Zahlen der Corona-Infektionen deutlich.
  • Das Auswärtige Amt hat eine offizielle Reisewarnung für die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra herausgegeben (siehe Update vom 31. Juli, 14. 44 Uhr). Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte zuvor die Gebiete in die Liste seiner Risikogebiete aufgenommen (Update vom 31. Juli).
  • Die Touristenmetropole Barcelona hat sich zu einem neuen Hotspot entwickelt. In anderen betroffenen Regionen entspannt sich die Lage etwas.
  • Für den Tourismus ist diese Situation fatal.
  • Hier finden Sie die grundlegenden Fakten zum Coronavirus* und die Corona-News aus Deutschland. Außerdem bieten wir Ihnen in einer Karte die aktuellen Fallzahlen in Deutschland.

Update vom 31. Juli, 14.44 Uhr: Jetzt doch! Das Auswärtige Amt hat eine offizielle Reisewarnung für die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra herausgegeben. Vor nicht notwendigen touristischen Reisen werde derzeit aufgrund erneut hoher Infektionszahlen und örtlicher Absperrungen gewarnt, teilte das Auswärtige Amt am Freitag mit. Demnach gibt es dort neue regionale Infektionsherde mit einer Inzidenz von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage.

In den betroffenen Regionen liegen beliebte Urlaubsziele wie Barcelona, die Costa Brava und das spanische Pyrenäengebiet. Für Rückkehrer aus Katalonien, Aragón und Navarra kann laut Auswärtigem Amt nach den Länderverordnungen zur Corona-Krise eine Quarantänepflicht bestehen.

Mallorca und die Kanaren sind von der Reisewarnung nicht betroffen.

RKI nimmt Spanien in die Liste der Coronavirus-Risikogebiet auf

Update vom 31. Juli: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Spanien in die Liste der Coronavirus-Risikogebiete am 31. Juli aufgenommen. Auf der RKI-Webseite ist zu lesen: „Neu seit der letzten Änderung: Spanien – die autonomen Gemeinschaften Aragón, Katalonien und Navarra gelten derzeit als Risikogebiete.“

Das RKI weist darauf hin, dass für Einreisende in die Bundesrepublik Deutschland, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der letzten 14 Tage vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, kann gemäß den jeweiligen Quarantäneverordnungen der zuständigen Bundesländer, eine Pflicht zur Absonderung bestehen. Ab nächster Woche müssen Reiserückkehrer aus Risikogebieten auf Corona getestet werden.

Coronavirus in Spanien: Lage in Corona-Hotspots entspannt sich etwas

Update vom 30. Juli: In den Corona-Hotspots in Spanien entspannt sich die Lage etwas. In den betroffenen Regionen Barcelona und der Stadt Lleida gibt es Anzeichen für einen Rückgang der täglichen Infektions-Zahlen. Die Reproduktionszahl (R) ist in den beiden Gebieten Kataloniens deutlich gesunken. In der Stadt Lleida in der Region Segià liege der R-Wert liege unter 1, berichtet die spanische Zeitung La Vanguardia und bezieht sich dabei auf Angaben der Gesundheitsbehörden. Das Virus befinde sich auf dem Rückzug. Für die Region Segià sei das eine „sehr gute Nachricht“ twittern Forscher der Polytechnischen Universität Kataloniens (UPC). Die Behörden haben die strikten Ausgangsbeschränkungen für die 70.000 Bewohner aufgehoben. Die Region wird nicht mehr abgeriegelt.

In Barcelona und dem Vorort L‘Hospitalet de Llobregat liege der R-Wert immer noch leicht über 1, schreibt La Vanguardia. In den vergangenen Tagen hatte der R-Wert jedoch zeitweise über 3 gelegen. Weiter ist jedoch Vorsicht angesagt. Wie El Pais online berichtet, ist die Zahl der Corona-Infektionen in Spanien rasant gestiegen und ist so hoch wie Anfang Mai. Damals galt in Spanien noch der Corona-Notstand und strikte Ausgangssperren.

Corona-Krise in Spanien: Chef-Epidemiologe redet jungen Leuten ins Gewissen

Update vom 29. Juli: In Spanien herrscht Alarmstimmung. Die Corona-Neuinfektionen steigen deutlich. Nun sucht das Land nach Ursachen für diese Situation und findet sie: Ein Risikofaktor sind junge Menschen. Ein Soziologe erklärte das im spanischen Fernsehen, laut tageschau.de so: „Die Leute gehen davon aus, dass die zweite Welle mit Ausgehbeschränkungen sowieso kommt und wollen vorher so viel mitnehmen wie möglich.“ Unter den jungen Menschen nehmen niemand die freiwilligen Maßnahmen gegen das Coronavirus so richtig ernst. Nur Strafen könnten das ändern. Katalonien greift jetzt durch. Die Regionalregierung droht mit Strafen von 3.000 bis zu 15.000 Euro - wer sich bei nächtlichen Partys nicht an die Abstandsregeln hält.

Besonders Problem sind die Strandpartys. Chef-Epidemiologe des Gesundheitsministeriums, Fernando Simón richtete sich mit mahnenden Worten, wie tageschau.de berichtet, an die jungen Leute: „Ihr bringt euch nicht nur selber in Gefahr, sondern das ganze Land.“ Ob der Appell und die Strafen Erfolg haben, wird sich zeigen. Der Schaden für den Tourismus ist jetzt schon enorm. Nachdem Großbritannien eine Reisewarnung für ganz Spanien ausgesprochen hat, zog Deutschland mit einem Reisehinweis für Barcelona und bestimmte Regionen im Landesinneren nach. Die Briten stornieren ihre Reisen. Der größte britische Reiseveranstalter Tui hat seine Reisen bis zum 4. August nach Spanien, sowie auf die Balearen und die Kanarischen Inseln abgesagt, berichtet BBC.

Coronavirus in Spanien: Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Barcelona ab

Update vom 28. Juli: In Spanien steigen die Zahlen der Corona-Fälle weiter rasant. Das Auswärtige Amt (AA) hat seine Reise- und Sicherheitswarnung für das beliebte Urlaubsland jetzt aktualisiert (28. Juli). Das AA rät von touristischen Reisen nach Katalonien vor allem nach Barcelona und den Stränden der Costa Brava, sowie von Reisen in die Regionen Aragón und Navarra ab. Begründet wurde dies mit erneut hohen Infektionszahlen dort sowie örtlichen Absperrungen.

Eine Reisewarnung gibt es für Spanien nicht. Das Ministerium verzichtet auf diesen formellen Schritt, denn der hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist quasi eine Alarmstufe darunter. Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren sind davon nicht betroffen.

„Die Lage ist sehr kritisch“ - Corona-Neuinfektionen steigen dramatisch

In Katalonien wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde in den vergangenen 24 Stunden 724 Corona-Neuinfektionen registriert. Regionalpräsident Quim Torra rief die Menschen zu größter Vorsicht auf. „Die Lage ist sehr kritisch“, sagte er. Die nächsten zehn Tage seien „die wichtigsten dieses Sommers“. Man befinde sich schon fast wieder in einer Situation wie im März. Wenn die Zahlen weiter stiegen, müssten drastischere Maßnahmen ergriffen werden. Ausgangsbeschränkungen würden dann nicht mehr ausgeschlossen. Die Angst vor einem „Notstand light“ wächst, berichtet auch *costanachrichten.com.

Zweite Corona-Welle in Spanien: Heftige Folgen für Tourismus - Neuer Hotspot in Europa?

Erstmeldung vom 27. Juli

Madrid - Gemessen an den Daten, die die Johns-Hopkins-Universität vermittelt, wurden in Spanien am 25. März die meisten Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Um die 9.600 Corona*-Fälle verzeichneten die spanischen Behörden an diesem Rekordtag. Nach einem Abwärtstrend pendelte sich die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen im Juni bei ein paar hundert Fällen pro Tag ein. Doch seit Anfang Juli steigen die Fallzahlen wieder an.

Coronavirus in Spanien: Zweite Welle könnte schon begonnen haben

Am 20. Juli wurden rund 4.600 Fälle registriert, am 23. Juli 2.600, am 24. Juli 2.300. Bei der Bewertung der Zahlen muss jedoch angemerkt werden, dass die Universität für den 18. und 19. Juli keine Fälle gemeldet hatte. Somit könnten die hohen Summen durch Zusammenfassen mehrerer Tage zustande kommen.

„Es könnte sein, dass wir bereits eine zweite Welle haben“, räumte die Sprecherin der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), María José Sierra, ein. Sie betonte aber: „Wie man das nennt, ist völlig egal. Wenn die größeren Neuausbrüche schnell unter Kontrolle gebracht werden, haben wir die Situation weiter im Griff.“

Coronavirus in Spanien: Barcelona und Katalonien besonders hart betroffen

Angesichts der vor allem in Barcelona wieder steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus haben die Behörden neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet. So kündigte die Regionalregierung in der Touristenmetropole Barcelona am Freitagabend (24. Juli) die Schließung aller Diskotheken, Clubs und anderer Lokale des Nachtlebens in der gesamten Region im Nordosten des Landes an, wie die Zeitung El País berichtete.

Ab Montag sind in Barcelona auch alle Kulturveranstaltungen untersagt. Bereits seit einer Woche sollen die Einwohner der Stadt und des südlichen Vororts L‘Hospitalet de Llobregat, insgesamt 2,7 Millionen Menschen, ihre Häuser nur noch aus dringendem Anlass wie für Einkäufe oder Besorgungen verlassen. Insgesamt gibt es in ganz Spanien offiziellen Angaben zurzeit etwa 280 lokale Corona-Ausbrüche.

Der erneute Corona-Ausbruch könnte Spaniens Wirtschaft hart treffen

„Das Wiederaufflammen von Covid-19 in Spanien und insbesondere in Katalonien mitten in der Sommersaison kann dem wichtigsten Wirtschaftssektor des Landes, dem Tourismus, in diesem Jahr definitiv den Untergang bescheren. Die Hoffnung war, die Auswirkungen der Pandemie auf das Bruttoinlandsprodukts (BIP) und die Beschäftigung durch die Rettung des Tourismus dämpfen zu können. Jetzt lässt sich nicht mehr viel tun, da kaum Zeit zum Reagieren bleibt“, beschreibt die spanische Zeitung La Vanguardia aus Barcelona die Situation.

Spanische Miniatur-Flaggen, die am Strand von Mallorca in den Boden gesteckt sind, sollen den Mindestabstand markieren.

„Um die Urlaubssaison noch zu retten, müsste eine schnelle und effiziente Imagekampagne gestartet werden, um den negativen Auswirkungen der Covid-19-Ausbrüche auf das Ansehen des Landes entgegenzuwirken. Aber das ist unerklärlicherweise auch nicht geschehen: weder in Katalonien noch in ganz Spanien. Die mangelnde Reaktion der Behörden auf die Pandemie verschärft deren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen“, heißt es in dem Blatt weiter.

Wegen der steigenden Corona-Fallzahlen in einigen Regionen Spaniens hat Großbritannien seine Einreiseregeln wieder verschärft - die Regierung in Madrid will das nicht hinnehmen. Auch das österreichische St. Wolfgang hat mit einem heftigen Corona-Ausbruch zu kämpfen. Um solche Szenarien in Bayern zu verhindern, will die Landesregierung unter Ministerpräsident Markus Söder Einreisende an Flughäfen zu Corona-Tests verpflichten. (lb mit dpa) *Merkur.de und costanachrichten.com sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Joan Mateu/apa/dpa

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