Überblick zur Pandemie

Corona in Europa: Deutsche Nachbarländer melden Rekordwerte - Maßnahmen werden verschärft

Lockdown 2.0? Die Corona-Lage in Europa spitzt sich zu. Zwei deutschen Nachbarländern droht der Kontrollverlust. Ein Überblick, wo das Virus derzeit am stärksten grassiert. 

  • In Europa werden immer mehr Corona-Fälle* registriert. Der Kontinent zählt derzeit die rascheste Verbreitung.
  • In zahlreichen Ländern werden die Maßnahmen zur Eindämmung von Sars-CoV-2 drastisch verschärft.
  • Die Slowakei will der Coronavirus-Pandemie durch kostenlose, flächendeckende Massentests Herr werden (siehe Update vom 31. Oktober, 16.12 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 5. November finden Sie hier.

Update vom 5. November, 9.16 Uhr: In Dänemark ist das Coronavirus auf Tiere übergesprungen und mutiert. Jetzt sollen alle 15 Millionen Tiere in Dänemark wegen der gefährlichen Mutation geschlachtet werden.

Corona-Krise in Europa: Polen kurz vor kompletten Lockdown

Update vom 4. November, 17.02 Uhr: Angesichts eines massiven Anstiegs der Zahl der Corona-Neuinfektionen führt Polen weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens wieder ein. Das Land sei nur einen Schritt entfernt von einer „nationalen Quarantäne“ und einem kompletten Lockdown, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch in Warschau. „Wir müssen unser Gesundheitssystem schützen, damit wir die Menschen schützen können.“

Ab Samstag werden Kultureinrichtungen, Kinos und Theater geschlossen. Das gleiche gilt für Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken. Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. In den Schulen soll landesweit Fernunterricht nun auch für die Schüler der ersten bis dritten Klassen gelten, für alle anderen wird der Fernunterricht verlängert. Die Einschränkungen sollen bis zum 29. November gelten.

Corona in Europa: Slowakischer Regierungschef Matovic in Quarantäne

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic hat sich am Mittwoch in präventive Corona-Quarantäne begeben. „Die Regeln müssen für alle gleich gelten. Da ich in Kontakt mit einem positiv Getesteten war, verkünde ich hiermit meinen Gang in die Heimquarantäne“, schrieb er auf Facebook. Nähere Informationen zu seiner Kontaktperson gab er nicht, warb aber zugleich für seine Idee einer Massentestung der gesamten Bevölkerung auf das Coronavirus.

Die erstmals am vergangenen Wochenende erfolgte und für das kommende Wochenende zum zweiten Mal geplante Testung eines Großteils der slowakischen Bevölkerung bezeichnete Matovic als „unsere eigene, slowakische und mittlerweile schon ausprobierte Atombombe gegen Covid“. Die beispiellose Aktion ist im Land wegen ihres großen Aufwands, chaotischer Vorbereitung und einander widersprechender Regierungs-Anweisungen umstritten. Mehrere Bürgermeister drohten bereits einen Boykott der zweiten Testrunde am Samstag und Sonntag an.

Corona in Europa: Neuer Rekordwert auch in der Schweiz

Update vom 4. November, 15.31 Uhr: In der Schweiz und Liechtenstein gab es binnen 24 Stunden 10.073 neu bestätigte Corona-Infektionen, wie das Bundesamt für Gesundheit bekanntgab. Damit wurde ein neuer Rekordwert erreicht. Im Vergleich zum Vortag, als über 6100 bestätigte positive Corona-Fälle gemeldet wurden, bedeutet das eine deutliche Steigerung. Zudem sind 73 Patienten an oder mit dem Virus verstorben.

In der Schweiz müssen Bars und Restaurant abends um 23 Uhr schließen. Es gilt eine ausgedehnte Maskenpflicht. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt. Tanzlokale wurden völlige geschlossen. Einzelne Kantone haben noch strengere Maßnahmen getroffen.

Corona in Europa: Polen mit neuem Rekord bei Zahl der Neuinfektionen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 24.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 24.692 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 3952) in der Region Großpolen im Westen das Landes, wie das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 373 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie noch nie zuvor. Der bisherige Rekordwert war mit 21.897 Fällen erst am Samstag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 6475 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung.

Corona in Europa: Mehr als 50.000 Neuinfektionen in Frankreich

Update vom 2. November, 20.46 Uhr: In Frankreich sind binnen 24 Stunden erstmals mehr als 52.500 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Gesundheitsbehörde meldete am Montagabend 52.518 neu erfasste Ansteckungen. Der bisherige Höchstwert lag bei 52.010 gemeldeten Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Die Behörden zählten außerdem mehr als 400 Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages in den Krankenhäusern. Das ist, rechnet man die Todesfälle in Altenheimen nicht dazu, der höchste Wert seit dem Frühjahr. 

Corona-Krise in Europa: Belgien macht dicht

Update vom 2. November, 13.24 Uhr: In Belgien sind wegen der dramatisch gestiegenen Corona-Fallzahlen am Montag neue Maßnahmen in Kraft getreten. Alle Geschäfte, die nicht unbedingt notwendige Waren verkaufen, müssen geschlossen bleiben (siehe auch Update vom 31. Oktober, 13.32 Uhr). Lediglich die Abholung und Hauslieferung vorbestellter Waren ist noch möglich. Um faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten, dürfen auch in Supermärkten nur noch Waren des täglichen Bedarfs angeboten werden.

An den Schulen werden die derzeitigen Herbstferien mindestens bis Mitte November verlängert. Die Hochschulen sollen bis mindestens 1. Dezember nur per Fernunterricht unterrichten.

Die Schließung von Kneipen, Restaurants und Cafés sowie nächtliche Ausgangssperren waren bereits Mitte Oktober beschlossen worden. Zudem dürfen Bürger außerhalb des eigenen Haushalts nur noch zu einer anderen Person engeren Kontakt pflegen. Singles dürfen zu zwei Personen - sogenannte „Kuschelkontakte“ - haben.

Die Maßnahmen sollen nach Angaben der Regierung für einen Zeitraum von eineinhalb Monaten bis einschließlich Sonntag, den 13. Dezember, gelten. Die Notwendigkeit der Geschäftsschließungen wird allerdings am 1. Dezember noch einmal geprüft.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 15.600 registrierte Fälle pro Tag.

Corona in Europa: Erstes Land spricht von Lockdown bis Weihnachten

Update vom 1. November, 18.19 Uhr: In Tschechien könnte der aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgerufene Notstand möglicherweise deutlich länger andauern, als bisher geplant. Innenminister Jan Hamacek gab am Sonntag im tschechischen Fernsehen CT zu, dass auch eine Ausdehnung des Ausnahmezustands bis Weihnachten denkbar sei.

Das tschechische Abgeordnetenhaus in Prag hatte am vergangenen Freitag eine Verlängerung des Ausnahmezustands bis zum 20. November beschlossen. Derzeit gilt in Deutschlands Nachbarland eine nächtliche Ausgangssperre, zudem sind Schulen, Restaurants und ein Großteil der Geschäfte geschlossen.

Nachdem Tschechien recht glimpflich durch die erste Corona-Welle im Frühjahr gekommen war, kämpft das Land seit September mit einem rasanten Anstieg der Infektionsrate.

Corona in Europa: Auch Portugal beschließt den Lockdown

Update vom 1. November, 09.24 Uhr: Nach Griechenland zieht nun auch Portugal nach: Lockdown 2.0. Das südeuropäische Land ist damit nur eines unter vielen. Die Niederlande hatte bereits Mitte Oktober einen Teil-Lockdown verhängt. Und auch in Frankreich, Großbritannien, Österreich und Deutschland gelten verschärfte Maßnahmen und ein Teil-Lockdown.

Ab dem 4. November werden nun auch die Maßnahmen in weiten Teilen Portugals verschärft. Die Maßnahmen beträfen etwa 70 Prozent der Bevölkerung, so der Ministerpräsident Antonio Costa laut n-tv. Schulen und notwendige Geschäfte des täglichen Lebens dürfen geöffnet bleiben.

Corona in Europa: Slowakei führt flächendeckende Corona-Tests durch

Update vom 31. Oktober, 16.12 Uhr: Auch die Slowakei macht am Samstag mobil gegen das Coronavirus: In etwa 5000 Testzentren im ganzen Land haben flächendeckende Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung begonnen. Rund 45.000 medizinische Fachkräfte, Soldaten und Polizisten sind dafür da, alle Bürger ab zehn Jahren kostenlosen Schnelltests zu unterziehen. Die Zentren sind auch am Sonntag und kommendes Wochenende noch geöffnet.

Der slowakische Ministerpräsident Igor Matovic hält die Massentests für ein wirksames Mittel, um „hunderte Menschenleben“ retten zu können. Während im Nachbarland Tschechien nun der Ausnahmezustand bis 20. November verlängert wurde, sieht Matovic das Vorgehen seines Landes auch als Vorbild für andere Länder. In den Testzentren werden Antigen-Schnelltests verwendet, die binnen weniger Minuten ein Ergebnis anzeigen, deshalb aber auch als weniger zuverlässig als sogenannte PCR-Tests, die in Laboren ausgewertet werden müssen, gelten.

Video: Die Slowakei will an vier Tagen seine gesamte Bevölkerung auf Corona testen

Die Teilname am Testverfahren geschieht offiziell freiwillig, wer aber nicht daran teilnimmt und etwa bei Polizeikontrollen kein negatives Testergebnis vorlegen kann, kann mit hohen Geldstrafen geahndet werden. Wer im Testzentrum ein positives Testergebnis erhält, muss sich ab sofort für zehn Tage in Quarantäne begeben. Die Slowakei ist das erste europäische Land in dieser Größe, das alle seine rund 5,4 Millionen Einwohner einem Testverfahren unterzieht - bisher haben nur kleinere Länder, wie Luxemburg und Monaco, flächendeckende Tests angekündigt.

Die „erste Welle“ der Coronavirus-Pandemie hatte die Slowakei gut überstanden, doch seit September steigen die Infektionszahlen auch hier rasant an. Am Freitag musste man dann mit 3363 Neu-Infizierten den bisherigen Höchststand verkünden. Bis dato verzeichnete das Land insgesamt mehr als 55.000 Infektionen und mehr als 200 Todesopfer. Schon seit dem vergangenen Wochenende gilt eine nächtliche Ausgangssperre, zudem dürfen alle Bürger ihr Haus nur noch für den Weg zur Arbeit, für Arztbesuche, den Einkauf von Lebensmitteln oder Spaziergänge in der Natur verlassen.

Corona: Belgien beschließt weitreichende Maßnahmen

Update vom 31. Oktober, 13.32 Uhr: Am Freitag hat die belgische Regierung weitreichende Maßnahmen beschlossen, um die Corona-Pandemie einzudämmen. Am Samstag zeigen die Zahlen der Neuinfektionen, dass Handeln notwendig ist, um das Infektionsgeschehen zu bremsen. Erstmals sind in Belgien mehr als 20.000 neue Fälle innerhalb eines Tages gemeldet worden.

Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde Sciensano vom Samstag wurden am vergangenen Dienstag insgesamt 21.448 Corona-Fälle gezählt. Für die folgenden Tage liegen noch keine konsolidierten Zahlen vor. Innerhalb der EU gehört Belgien mit seinen gut 11 Millionen Einwohnern derzeit zu den Ländern mit den meisten registrierten Infektionen im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße. Im Vergleich zu Deutschland liegen die Werte um ein Vielfaches höher.

Coronavirus in Europa: Griechenland geht in Teil-Lockdown und verhängt Ausgangsverbote

Angesichts der auch in Griechenland wieder deutlich steigenden Zahl der Corona-Neuinfektionen hat die Regierung einen Teil-Lockdown beschlossen. Ab kommendem Dienstag blieben unter anderem Restaurants, Cafés, Klubs, Museen und Kinos geschlossen, kündigte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Samstag an. Schulen und Einzelhandel sollten aber geöffnet bleiben. Dies gelte auch für Hotels.

„Wir müssen jetzt handeln, bevor unsere Intensivstationen unter der Last zusammenbrechen“, erklärte der Regierungschef. Er wolle aber einen totalen Lockdown vermeiden, weil dies sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft enorm schädigen würde.

Griechenland war zunächst relativ glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen. Seit August steigt die Zahl der neuen Infektionen und Todesfälle aber kontinuierlich an. Mehr als 37.000 Menschen infizierten sich mit dem Coronavirus, 620 Menschen starben.

Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis verkündet ein landesweites nächtliches Ausgangsverbot in einer Videobotschaft.

Corona in Europa: Belgiens Regierung zieht die Notbremse

Update vom 30. Oktober, 19.28 Uhr: Die belgische Regierung hat sich zu einer gravierenden Maßnahme entschlossen. In Belgien, das derzeit schwer vom Coronavirus getroffenen ist, muss ein Großteil der Geschäfte wieder schließen.

Wie Regierungschef Alexander De Croo am Freitag nach einer Krisensitzung in Brüssel bekannt gab, gelte nur für Supermärkte eine Ausnahme. Nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur hat das Nachbarland von Deutschland gemessen an der Einwohnerzahl aktuell die meisten Corona-Infektionen innerhalb der Europäischen Union zu verzeichnen. Unterdessen setzt Schweden einmal mehr auf eine andere Strategie.

Corona in Europa: Polen macht alle Friedhöfe dicht

Update vom 30. Oktober, 18.45 Uhr: Aufgrund der Corona-Pandemie hat Polen eine drastische Entscheidung gefällt. Über den Feiertag Allerheiligen (1. November) werden für einen drei Tage langen Zeitraum von Samstag bis Montag alle Friedhöfe geschlossen.

Wie Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Freitag bei einer Pressekonferenz ankündigte, könne man angesichts der täglich weiter steigenden Infektions- und Todesfälle nicht erlauben, dass eine große Zahl von Menschen auf Friedhöfen zusammenkommt.

Morawiecki zitierte diesbezüglich einen Arzt mit dem Satz: „Viele ältere Menschen, die auf den Friedhof gehen und das Grab ihres Ehepartners besuchen, könnten sonst in drei Wochen ebenfalls dort liegen.“ In Polen zählt Allerheiligen zu den wichtigsten Feiertagen.

Update vom 30. Oktober, 15.26 Uhr: In zahlreichen europäischen Ländern werden neue Rekorde bei den Neuinfektionen gemeldet, so auch in den Niederlanden. Dort sind erstmals mehr als 11.000 Neu-Infektionen in 24 Stunden gemeldet worden. Das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM registrierte 11.141 Fälle, 865 mehr als am Tag davor. Die überraschend hohe Zunahme wurde zum Teil damit erklärt, dass wegen einer technischen Störung am Mittwoch Meldungen erst jetzt gezählt worden seien. Außerdem würden inzwischen mehr Menschen auf das Coronavirus getestet.

Die niederländische Regierung hatte verschärfte Maßnahmen angekündigt, sollte die Infektionsrate nicht deutlich sinken. Darüber soll Anfang nächster Woche entschieden werden. Mitte Oktober war der Teil-Lockdown verhängt worden.

Coronavirus: Erneuter Rekord bei Neuinfektionen in Polen

Update vom 30. Oktober, 13.21 Uhr: Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Polen den vierten Tag in Folge einen Höchststand erreicht. Das Gesundheitsministerium in Warschau vermeldete am Freitag 21.629 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Am stärksten betroffen war die Region um die Hauptstadt Warschau mit mehr als 3400 neuen Fällen. Im gleichen Zeitraum starben 202 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Corona in Europa: ECDC besorgt wegen möglicher Kapazitätsengpässe auf Intensivstationen

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC ist beunruhigt, dass es in zunächst weniger stark von der Corona-Krise betroffenen Staaten nun an Intensivbetten fehlen könnte. „Wir sind uns bewusst, dass viele Länder als Reaktion auf die Situation im Frühjahr ihre Krankenhauskapazitäten erhöht haben“, teilte die in Stockholm ansässige Behörde auf Anfrage der dpa mit. Dennoch sei man besorgt, dass nun Länder oder Regionen, in denen der Bedarf an Intensivpflege während der ersten Corona-Hochphase geringer gewesen war, weniger gut vorbereitet sein könnten, mit der möglichen höheren Nachfrage der kommenden Wochen und Monate umzugehen.

Zum jetzigen Zeitpunkt der Pandemie sei es wichtig, die Übertragungsraten und somit auch den Bedarf an Krankenhausversorgung zu verringern, mahnte das ECDC an. Alle Länder sollten zudem ihre Kapazitäten in den Krankenhäusern und Intensivstationen ausweiten, um den wahrscheinlichen Anstieg des Bedarfs meistern zu können. Dabei müsse man auch berücksichtigen, dass diese Kapazitäten im nahenden Winter voraussichtlich teils auch für Patienten mit schwerer Grippe gebraucht würden.

Corona in Europa: Tschechien wechselt Gesundheitsminister aus

Update vom 30. Oktober, 8.26 Uhr: Das stark von der Corona-Krise betroffene Tschechien hat mitten in der zweiten Welle der Pandemie den Gesundheitsminister ausgewechselt. Präsident Milos Zeman überreichte dem Mediziner Jan Blatny am Donnerstag die Ernennungsurkunde. Blatny folgt auf Roman Prymula, der sich lediglich einen Monat im Amt des Gesundheitsministers halten konnte. Ein tschechisches Boulevardblatt hatte Bilder veröffentlicht, wie er nachts ohne Maske ein Restaurant verließ. In der Bevölkerung sorgte das für großen Unmut, denn Prymula selbst hatte zuvor die Schließung aller Gaststätten angeordnet.

Präsident Zeman warnte den Politik-Neuling Blatny vor Angriffen, denen er als Minister ausgesetzt sein werde. Die Politik sei eine „ungeheuer grausame Angelegenheit“. Blatny ist Spezialist für Blutkrankheiten bei Kindern und war bisher an der Uniklinik in der zweitgrößten Stadt Tschechiens, in Brünn, tätig. Medienberichten zufolge soll er das Coronavirus im Frühjahr einmal eine „etwas schlimmere Grippe“ genannt haben.

Corona in Europa: Luxemburg beschließt nächtliche Ausgangssperre

Update vom 29. Oktober, 18.01 Uhr: Jetzt hat auch Luxemburg eine nächtliche Ausgangssperre als Reaktion auf die Corona-Pandemie beschlossen. Zwischen 23 und 6 Uhr müssen die Bürger nun grundsätzlich zu Hause bleiben. Ausnahmen sind Arztbesuche, der Weg zur Arbeit oder das Gassigehen mit einem Hund.

Daneben dürfen in Luxemburg nun in Restaurants oder zu Hause nur noch maximal vier Personen ohne Mund-Nasen-Schutz zusammenkommen. Bei mehr Menschen ist das Tragen einer Maske Pflicht. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in dem Land mit mehr als 600 000 Einwohnern ist in der vergangenen Woche (19. bis 25. Oktober) im Vergleich zur Vorwoche um 265 Prozent auf rund 3400 gestiegen.

Corona in Europa: Schweden schlägt Alarm und weitet Maßnahmen aus

Update vom 29. Oktober, 16.12 Uhr: In Schweden schießen die Corona-Fälle rapide in die Höhe. Waren es am Mittwoch (28. Oktober) noch 2129 Neuinfektionen, hat sich die Zahl am Donnerstag auf 3254 erhöht, berichtet die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten. Staatsepidemiologe Anders Tegnell betonte aber, dass man nicht so viele Fälle habe, wie im Frühjahr. Die Ausbreitung sei damals wesentlich höher gewesen. Jetzt habe man nur mehr Testkapazitäten als früher, so Tegnell.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie in Schweden 121.000 Corona-Fälle. An dem Virus sind bisher 5934 Menschen gestorben. Um dessen Verbreitung aufzuhalten, sind nun die allgemeinen Empfehlungen auf weitere Landesteile ausgedehnt worden. Die Menschen in der Hauptstadtregion um Stockholm sowie den Regionen Västra Götaland um Göteborg und Östergötland werden in den kommenden Wochen unter anderem dazu aufgefordert, Kontakt mit Personen aus anderen Haushalten ebenso zu meiden wie den Nahverkehr und Veranstaltungen wie Konzerte oder sportliche Wettkämpfe. Ähnliches gilt bereits in der Region Uppsala und im südschwedischen Skåne (Schonen).

Corona in Russland: Präsident Putin schließt einen Lockdown für sein Land aus

Update vom 29. Oktober, 14.54 Uhr: Trotz neuer Höchststände bei den Corona-Infektionen und -Todesfällen hat Russlands Präsident Wladimir Putin einen landesweiten Lockdown ausgeschlossen. Die Regierung wisse, wie sie handeln müsse, und plane deshalb auch keine Maßnahmen, die den Geschäftsbetrieb und die Wirtschaft zum Erliegen bringen würden, sagte Putin am Donnerstag bei einem Investmentforum.

Kurz zuvor hatte die Regierung ein Hilfspaket in Höhe von umgerechnet 118 Millionen Euro für die Regionen angekündigt, die von der raschen Zunahme der Fälle völlig überwältigt sind. Nach Angaben der stellvertretenden Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa vom Vortag ist die Lage in 16 Regionen des Landes "kritisch". Dort seien bereits 90 Prozent der Corona-Intensivbetten belegt.

In Berichten war von akuten Engpässen auf allen Gebieten die Rede; in einigen Fällen mussten Patienten demnach sogar ihre eigenen Betten ins Krankenhaus mitbringen.

Die Europa-Karte färbt sich rot. Die Corona-Lage ist explosiv.

Die Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag einen Negativ-Rekord von 17.717 neuen Infektions- und 366 Todesfällen binnen 24 Stunden. Insgesamt haben sich in Russland nach offiziellen Angaben mehr als 1,58 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt; mehr als 27.300 Infizierte starben demnach.

Update vom 29. Oktober, 13.22 Uhr: In Österreich berät Kanzler Sebastian Kurz am Donnerstag mit einer Expertenrunde über die weiteren Maßnahmen in der Corona-Krise. Es steht ein „Lockdown light“ nach deutschem Vorbild im Raum.

Corona in Frankreich: Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren

Update vom 29. Oktober, 13.00 Uhr: Wegen der immer schlimmer werdenden Corona-Lage in Frankreich hat die Regierung eine Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren angekündigt. Angesichts der „plötzlichen“ und „brutalen“ zweiten Welle sei diese Maßnahme notwendig, sagte der französische Premierminister Jean Castex. Außerdem rief er Arbeitnehmer zudem auf, die ganze Woche im Homeoffice zu arbeiten.

„Wir hatten mit der zweiten Welle der Epidemie gerechnet“, sagte Castex. Doch kein Land habe erwartet, dass sie sich so stark beschleunigen würde.

Bislang mussten nur für Kinder ab elf Jahren verpflichtend eine Maske tragen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Mittwoch angekündigt, dass Schulen und Kitas, anders als bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr, geöffnet bleiben würden.

Corona: Teil-Lockdown in Bulgarien

Update vom 29. Oktober, 11.37 Uhr: Wegen der stark gestiegenen Corona-Neuansteckungen schränkt Bulgarien ab Donnerstag vorerst für zwei Wochen das öffentliche Leben ein. An Gymnasien und Universitäten wird nur noch Fernunterricht angeboten. Sportevents sind keine Zuschauer mehr erlaubt. In Diskotheken und Bars müssen die Innenräume geschlossen bleiben.

Am Donnerstag mit 2760 Corona-Neuinfektionen ein Höchststand registriert, die Bevölkerung in Bulgarien liegt bei 6,9 Millionen. Die Zahl der aktuell Infizierten liegt bei 25.105 Menschen. Vor einer Woche waren es noch 14.689 gewesen.

Die Intensität der Ausbreitung des Coronavirus nehme beträchtlich zu, warnte Vizegesundheitsminister Boiko Penkow am Donnerstag. Ressortminister Kostadin Angelow war nicht dabei, da er wegen eines Kontakts mit dem coronainfizierten Regierungschef Boiko Borissow in Quarantäne ist.

Corona in Europa: Spanien will Friedhöfe mit Drohnen kontrollieren

Update vom 29. Oktober, 7.45 Uhr: An Allerheiligen wollen die Behörden in Madrid auf den zwei größten Friedhöfen der spanischen Hauptstadt die Einhaltung der Corona-Regeln mit Drohnen überwachen. Die Besucherkapazitäten auf den Friedhöfen wurden aufgrund der Pandemie um die Hälfte reduziert. Das teilte das Madrider Rathaus am Mittwoch mit. Besuchergruppen dürfen aus maximal sechs Personen bestehen, die den vorgegebenen Abstand einhalten.

„Wir können nicht zulassen, dass sich Menschenmassen innerhalb oder außerhalb der Friedhöfe bilden“, sagte Madrids Bürgermeister José Luiz Martínez-Almeida. Neben Drohnen sollen ab dem 30. Oktober drei Tage lang bis zu 300 Polizisten auf den Friedhöfen eingesetzt werden. Das sind rund 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Polizei in Madrid nutzte bereits im März, als ein landesweiter Lockdown verhängt wurde, Drohnen zur Überwachung der Corona-Regeln. Damals wurden Lautsprecher auf Drohnen montiert, um die Menschen in Parks und auf Plätzen über die Maßnahmen zu informieren.

Corona in Portugal: Rekord an Neuinfektionen - Lage „kritisch“

In Portugal haben die Gesundheitsbehörden am Mittwoch einen neuen Rekord bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind im gesamten Land 3.960 neue Corona-Fälle erfasst worden. Wegen der rapide steigenden Zahlen berief Ministerpräsident António Costa für Samstag eine Sondersitzung seines Kabinetts ein. Die Regierung teilte mit, dass man dabei über neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten werde. Am Mittwoch ist bereits eine Maskenpflicht im Freien in Kraft getreten. Der für Gesundheit zuständige Staatssekretär António Lacerda Sales erklärte, die Lage sei „kritisch“.

Corona in Europa: Lockdown in Frankreich - Spaniens Gesundheitsminister in Erklärungsnot

Update vom 28. Oktober, 20.32 Uhr: Frankreich verschärft die Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land. Präsident Emmanuel Macron kündigte den erneuten Lockdown in einer Fernsehansprache an. Die Maßnahme wird ab Freitag (30. Oktober) wirksam.

Spanien hatte bereits im laufe der Woche den Alarmzustand verhängt. Feiern mit mehr als sechs Teilnehmern sind derzeit untersagt. Gesundheitsminister Salvador Illa befindet sich auch wegen dieser Regel nun in Erklärungsnot. Denn er nahm an einem Gala-Abend teil. Die Entrüstung über eine „Party der Elite“ war prompt groß, etwa 80 Personen waren bei der Feier im Casino von Madrid.

„Ich war dort, wie viele andere auch“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur aus der offiziellen Entschuldigung des Ministers. Er räumt aber ein, die Veranstaltung nur für die Verleihung eines Preises an die spanischen Streitkräfte besucht zu haben. Sie wurden für ihren Einsatz während der Pandemie geehrt. Danach habe er das Fest umgehend verlassen, ohne am Bankett teilzunehmen. „Der beste Sicherheitsabstand ist, gar nicht erst dorthin zu gehen“, erklärt er seinen Abschied noch vor dem gemeinsamen Essen, verweist aber gleichzeitig darauf, dass alle Bestimmungen eingehalten worden seien. Auch die Zeitung „El Espanol“ bestätigt, die Gala habe sogar eine Stunde vor der angeordneten Ausgangssperre geendet. In seiner Vorbildfunktion war der Besuch für Gesundheitsminister Illa dennoch ein Fauxpas.

Corona in Europa: Schottische Wissenschaftler forschen zu R-Wert

Update vom 28. Oktober, 17.22 Uhr: Deutschland steht vor dem nächsten (Teil-)Lockdown. Der Wissensstand ist diesmal ein anderer als im Frühjahr. Wie haben sich die rigiden Maßnahmen in Europa seit Januar 2020 eigentlich auf die R-Werte ausgewirkt? Schottische Wissenschaftler haben die Effizienz der entsprechenden Bestimmungen ausgewertet. Ein einziger Aspekt erscheint bei der Eindämmung der Pandemie richtungweisend.

Corona in der Türkei: Ausnahmeregelungen entfallen - Reisewarnung ab November

Update vom 28. Oktober, 17.05 Uhr: Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

Die Bundesregierung hatte die Reisewarnung Anfang August nach Drängen der türkischen Regierung aufgehoben. Voraussetzung dafür war ein spezielles Tourismus- und Hygienekonzept, zu dem die Vorlage eines negativen Corona-Tests bei Ausreise zählt, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Die Tests sind von den Rückreisenden auf eigene Kosten zu veranlassen (zwischen 15 und 30 Euro).

Update vom 28. Oktober, 15.36 Uhr: Laut AFP meldeten die Behörden in aller Welt binnen 24 Stunden insgesamt über eine halbe Million Neuinfektionen, was einem neuen Rekord entspricht. Der Anstieg der Corona-Infektionen erklärt sich demnach nur zum Teil damit, dass in den Ländern mehr getestet werde als früher. Am raschesten breitet sich das Virus laut der Zählung derzeit auf dem europäischen Kontinent aus: In den vergangenen sieben Tagen lag die Zahl der Neuinfektionen im Schnitt bei über 220.000 pro Tag; das ist ein Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Die Zahl der Todesfälle pro Tag erreicht in Europa bald die Schwelle von 2000. Allerdings sind das immer noch deutlich weniger als die durchschnittlich 4000 Todesfälle pro Tag, die auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle im Frühjahr 2020 registriert wurden.

Coronavirus in Österreich: Lockdown für Kurz „Ultima-Maßnahme“

Ursprungsartikel: München - Die Corona-Pandemie nimmt aktuell ordentlich an Fahrt auf. In Deutschland wurden am Mittwoch fast 15.000 neue Fälle gemeldet - ein trauriger Rekord. Die Politik appelliert daher an die Bevölkerung und stellt klar: Die Lage ist ernst, und das in ganz Europa. Denn nicht nur in der Bundesrepublik werden täglich mehr Neuinfektionen gemeldet. Anderswo ist die Situation sogar noch prekärer. Ein Überblick.

Die Corona-Lage in Österreich spitzt sich immer weiter zu. Zuletzt lagen die täglichen Neuinfektionen immer über 2400, vergangene Woche wurden sogar mehr als 3600 neue Fälle gemeldet. Brennpunkt des Landes bleibt dabei nach wie vor Wien. In der Hauptstadt wurden binnen einer Woche 4375 Covid-19-Fälle gemeldet. Aber auch Ober- und Niederösterreich (3635 / 2834) sind schwer betroffen.

Die schwarz-grüne Bundesregierung ist daher gefordert. „Wenn das Wachstum weiter so rasant ist, stoßen wir an die Grenzen der Belastbarkeit der Intensivmedizin. Das müssen wir verhindern“, erklärte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) jüngst. Selbst ein zweiter Lockdown ist nicht mehr ausgeschlossen, sei jedoch die „Ultima-Maßnahme“.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz warnt vor weiteren drastischen Maßnahmen.

Coronavirus in Frankreich: 52.000 Neuinfektionen binnen einen Tages - Millionenmarke geknackt

Höchst angespannt ist die Lage aktuell in Frankreich. Vor wenigen Tagen meldete die Grande Nation besorgniserregende 52.010 Neuinfektionen an einem Tag. Mittlerweile sind die Zahlen deutlich zurückgegangen, angesichts von mehr als 33.000 neuen Fällen am Dienstag kann von Entspannung jedoch keine Rede sein. Zumal sich die Zahl der täglichen Todesopfer mit 523 zuletzt verdoppelt hat. Frankreich hat seit Ausbruch der Pandemie nun mehr als eine Million Covid-19-Fälle zu verzeichnen.

Wie der Sender BFM TV am Dienstagabend berichtete, berate die französische Regierung über eine weitere Verschärfung der Maßnahmen, allerdings sollen sie nicht so drastisch ausfallen wie im März. Es wird erwartet, dass sich Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend zu entsprechenden Restriktionen äußert. Zur Eindämmung des Virus* gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Bewohner des Landes, also rund 46 Millionen Menschen. In den Nachtstunden dürfen die Menschen in den betroffenen Départements ihr Haus nur mit einem triftigen Grund verlassen.

Corona in Spanien: Ministerpräsident Sánchez will Notstand bis Mai 2021

Auch Spanien bekommt Corona nicht wirklich in den Griff. Am Dienstag kamen 18.418 neue Fälle hinzu, wie in Frankreich ist die Marke von einer Million Infizierten seit einigen Tagen überschritten. Während im Sommer die täglichen Todesfälle an einer Hand abzuzählen waren, versetzen das Land nun 283 Covid-19-Tote binnen 24 Stunden in Alarmbereitschaft.

Ministerpräsident Pedro Sánchez rief vergangene Woche den erneuten Gesundheitsnotstand aus. Er gilt im Moment für zwei Wochen, soll laut Sánchez aber bis Mai 2021, also mehr als ein halbes Jahr lang, verlängert werden. Im Parlament muss darüber noch abgestimmt werden. Der Ausgang ist offen, da sich die konservative Opposition vehement dagegen ausspricht. Wie die Restriktionen dann aussehen könnten, ist im Moment bereits ersichtlich. Derzeit gelten strenge Maskenregeln sowie ein nächtliches Ausgehverbot.

Corona in den Niederlanden: Krankenhäuser überlastet - Teil-Lockdown angeordnet

In den Niederlanden war zuletzt ebenso ein rasanter Anstieg an Neuinfektionen zu beobachten. Am Dienstag lag die Zahl der neuen Fälle den zweiten Tag in Folge im fünfstelligen Bereich. Weil viele Krankenhäuser überlastet sind, wurden bereits erste Covid-19-Patienten in deutschen Kliniken untergebracht.

Um der Pandemie Herr zu werden, gilt seit dem 14. Oktober ein sogenannter Teil-Lockdown, das heißt Restaurants und Bars sind geschlossen. Aufgrund der angespannten Lage wurde vom Auswärtigen Amt für das ganze Land eine Reisewarnung ausgesprochen.

Coronavirus in Belgien: Inzidenzwerte von bis zu 2000 - Arbeiten trotzt Infektion

Im Nachbarland Belgien droht ein kompletter Kontrollverlust. In dem gut zehn-Millionen-Einwohner Land lagen die täglichen Neuinfektionen zuletzt stets im fünfstelligen Bereich. Landesweit wurden in den vergangenen sieben Tagen stets über 13.000 neue Fälle festgestellt - mehr als im um ein vielfaches größeren Deutschland. In der EU verzeichnet relativ zur Einwohnerzahl derzeit nur Tschechien mehr Ansteckungen.

In den Großstädten Brüssel und Lüttich kletterten die Inzidenzwerte vergangene Woche auf 1700 beziehungsweise 2000. Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps, denn bereits jetzt ist mehr als die Hälfte der Intensivbetten belegt. Das Krankenhauspersonal muss nach Gewerkschaftsangaben trotz Corona-Infektion arbeiten. Ansonsten sei die Notlage vor Ort nicht stemmbar. Zur Eindämmung herrscht eine strenge Maskenpflicht sowie eine landesweite Ausgangssperre von 22 bis sechs Uhr morgens.

Corona in Tschechien: Lockdownähnliche Zustände - das Land befindet sich im Stillstand

Seit Wochen ist die Covid-19-Lage in Tschechien außer Kontrolle. Deutschlands Nachbarland schlittert durch die Krise - und das, obwohl der von Ministerpräsident Andrej Babis geführte EU-Staat einst als Vorreiter in Sachen Pandemiebekämpfung galt. Tschechien hat ähnlich viele Einwohner wie Belgien und kommt ebenso auf eine bedenkliche Zahl an Neuinfektionen. 15.663 neue Fälle wurden am Dienstag gemeldet.

Das Land ist im Moment von Lockdown-ähnlichen Zuständen gezeichnet. Lediglich Geschäfte der Grundversorgung wie Lebensmittelläden oder Apotheken dürfen noch öffnen. Ab Mittwoch gilt zusätzlich eine nächtliche Ausgangssperre. Die Bewohner dürfen zwischen 21 Uhr und 4.59 Uhr nicht mehr ihre Häuser verlassen. Die Einreise von Touristen ist verboten.

Stille Zeiten in Prag: Tschechien greift aufgrund steigender Corona-Zahlen zu drastischen Maßnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen.

Coronavirus in Schweden: Trotz steigenden Zahlen - Land hält an Sonderweg fest

In nahezu allen europäischen Ländern sind die Fallzahlen gestiegen. Auch Schweden bleibt vor der Herbstwelle* nicht ausgenommen. Am Dienstag meldete das nationale Gesundheitsamt mit 1870 Neuinfektionen den höchsten Tageswert seit Ende Juni. Nichtsdestotrotz will das skandinavische Land am eingeschlagenen Sonderweg festhalten. Der Kurs bleibt locker.

In Schweden kann von einer Verschärfung der Maßnahmen im Moment keine Rede sein. Maskenpflicht oder Ausgangssperren gelten im Land nicht - und sollen nach aktuellem Stand auch nicht eingeführt werden. Schwedens Chefepidemiologe Anders Tegnell warnt vor landesweiten Corona-Restriktionen: „Die Leute können sich an so strenge Anwweisungen nur eine begrenzte Zeit lang halten und das Timing ist entscheidend“, mahnt er und meint: „Wir dürfen nicht zu früh anfangen und auch nicht zu lange warten.“

Corona: Die 14-Tages-Inzidenz in Europa (Quelle: WHO, Stand: 28. Oktober, 11 Uhr)

  • 1. Andorra: 1724 Fälle pro 100.000 Einwohner
  • 2. Tschechien: 1375
  • 3. Belgien: 1297
  • 4. Armenien: 772
  • 5. Luxemburg: 758
  • 7. Niederlande: 702
  • 10. Frankreich: 648
  • 18. Österreich: 318
  • 19. Spanien: 308
  • 37. Deutschland: 143
  • 43: Schweden: 98

Aussagekräftiger als die reinen Fallzahlen sind indes die Inzidenzwerte* der Länder, die zeigen, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohner infizieren. Die Weltgesundheitsorganisation gibt diese Zahlen im Zeitraum von zwei Wochen an. Die Daten der WHO unterstreichen, wie prekär die Lage in Tschechien, den Benelux-Staaten und Frankreich ist, zeigen aber auch, dass Deutschland und auch Schweden im europäischen Vergleich aktuell weniger stark von der Pandemie betroffen sind. Wie immer in diesen dynamischen Zeiten gilt: Die Daten sind nur eine Momentaufnahme. Darauf ausruhen sollte man sich also nicht. (as) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

AfD beschließt sozialpolitisches Konzept

AfD beschließt sozialpolitisches Konzept

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Meistgelesene Artikel

Biologe warnt eindringlich: Coronavirus nur der Anfang - es kann noch viel schlimmer kommen

Biologe warnt eindringlich: Coronavirus nur der Anfang - es kann noch viel schlimmer kommen

Biologe warnt eindringlich: Coronavirus nur der Anfang - es kann noch viel schlimmer kommen
Corona: Österreichs Kanzler Kurz spricht von „weiteren massiven Einschränkungen“ - neue Form des Lockdown droht

Corona: Österreichs Kanzler Kurz spricht von „weiteren massiven Einschränkungen“ - neue Form des Lockdown droht

Corona: Österreichs Kanzler Kurz spricht von „weiteren massiven Einschränkungen“ - neue Form des Lockdown droht
Unfassbare Szenen: Corona-Regeln völlig egal - 7000 Menschen feiern bei heimlicher Mega-Hochzeit

Unfassbare Szenen: Corona-Regeln völlig egal - 7000 Menschen feiern bei heimlicher Mega-Hochzeit

Unfassbare Szenen: Corona-Regeln völlig egal - 7000 Menschen feiern bei heimlicher Mega-Hochzeit
Corona: Österreich kontert Deutschland - und startet Massentests in Ort mit „dramatischen Wert von 2.017“

Corona: Österreich kontert Deutschland - und startet Massentests in Ort mit „dramatischen Wert von 2.017“

Corona: Österreich kontert Deutschland - und startet Massentests in Ort mit „dramatischen Wert von 2.017“

Kommentare