Bestehende Medikamente seien „größte Hoffnung“

Hoffnung auf Corona-Heilmittel - Bayer transportiert 600.000 Chloroquin-Tabletten nach Deutschland 

Das Coronavirus sorgt weiterhin weltweit für Schlagzeilen. Nun setzen viele Experten auf das Malaria-Medikament Chloroquin als mögliches Heilmittel. Bayer ließ nun 600.000 Tabletten nach Deutschland transportieren.

  • Das Coronavirus* breitet sich weiter aus. 
  • Unterdessen sucht man nach einem Medikament.
  • Zahlreiche Experten setzen nun Hoffnungen auf das Malaria-Medikament Chloroquin.

Update vom 3. April, 12.59 Uhr: Der deutsche Pharmakonzern Bayer setzt im Kampf gegen das Coronavirus weiter auf den Wirkstoff Chloroquin. Nun ließ der Konzern insgesamt 600.000 Tabletten des Malaria-Medikaments Resochin, das Chloroquin enthält, nach Deutschland liefern und dort sicher einlagern. Zuerst berichtete davon die Bild-Zeitung. 

Bayer produziere das Medikament nun „ausschließlich fürs Gemeinwohl“ und gebe es „in der Krise kostenlos an Regierungen weiter“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann der Zeitung. Zudem sagte Baumann am Samstag dem Sender n-tv, dass bestehende Medikamente die „größte Hoffnung“ seien. Seine Begründung: Medikamente, die erst noch entwickelt werden müssten, würden nicht rechtzeitig und auch nicht in ausreichender Menge verfügbar sein. 

Coronavirus: Bayer will das Medikament Resochin weiter herstellen, falls es wirkt

Resochin hingegen sei sofort verfügbar. „Und wir werden alles dafür tun, dieses Medikament in ausreichenden Mengen herzustellen, wenn es tatsächlich wirksam sein sollte“, kündigte Baumann bei n-tv an. 

Resochin ist der Bayer-Handelsname für den Wirkstoff Chloroquin. Schon seit einigen Wochen ist das bereits in den 30er Jahren entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten.

Update vom 2. April, 19.30 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn glaubt im Kampf gegen das Coronavirus* an das Malaria-Medikament Resochin des Pharmakonzerns Bayer. Das Mittel soll bei schwereren Krankheitsverläufen die Viruslast der Patienten senken.

Coronavirus: Jens Spahn äußert sich zu Malaria-Medikament Resochin

„Es gibt erste Hinweise, dass bestimmte Medikamente zu helfen scheinen“, meinte Spahn gegenüber BILD Live. Jedoch müsse das Medikament nun auf Nebenwirkungen getestet werden. In Deutschland werde nun „eine Reihe von Studien, unter anderem mit diesem alten Malaria-Mittel, das zur Malaria-Prophylaxe eingesetzt worden ist“, durchgeführt.

Ein wirksames Medikament gegen Covid-19* soll eher auf den Markt kommen als ein Impfstoff. Spahn kündigte an, dass dies aus seiner Sicht „deutlich früher der Fall sein“ wird.

Update vom 2. April 2020, 10.39 Uhr: Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will für den Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 nun auch in Europa Produktionsmöglichkeiten für den Wirkstoff Chloroquin schaffen. Bayer-Chef Werner Baumann kündigte am Donnerstag in einem Interview mit dem Handelsblatt an, dass für die Fertigung des Medikaments Resochin mit dem Wirkstoff Chloroquin auch Produktionsanlagen in Europa angepasst werden sollen. 

Coronavirus: Bayer will Chloroquin in der Covid-19-Krise kostenlos zur Verfügung stellen

Bislang wird das Mittel, das Bayer in der Corona-Krise kostenlos an Regierungen spenden will, lediglich an einem Standort in Pakistan hergestellt. Das bereits in den 1930ern entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen als möglicher Wirkstoff gegen Covid-19 im Gespräch. Grund dafür ist, dass Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten. „Es gibt Hinweise darauf, dass Resochin im Labor und in ersten klinischen Untersuchungen die Viruslast senkt“, sagte Baumann dem Handelsblatt. Aber es seien weitere klinische Studien notwendig, um das Verhältnis von Risiko und Nutzen zu klären. Diese Studien würden nun unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestartet. 

Nachdem US-Präsident Donald Trump für den Einsatz von Chloroquin bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten geworben hatte, war das Malaria-Medikament auch außerhalb von Fachkreisen verstärkt in den Fokus geraten. Experten sind wegen möglicher Nebenwirkungen aber vorsichtig und warnen vor einer Selbstmedikation. So ist etwa in Frankreich die Behandlung von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen mit Ärzten erlaubt. 

Coronavirus: Schweizer Pharmakonzern setzt Hoffnungen in Malaria-Medikament

Update vom 29. März 2020, 22.55 Uhr: Wieder gibt es bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus Neuigkeiten, die zumindest Hoffnungen machen: Der schweizerische Pharmakonzern Novartis hat große Erwartungen an das Malariamittel Hydroxychloroquin. „Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet“, sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der SonntagsZeitung. In Europa und den USA würden derzeit Patienten für klinische Studien gesucht. In Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz würde außerdem eine Zulassung per Eilverfahren geprüft

Gleichzeitig würden weitere bereits entwickelte Medikamente daraufhin untersucht, ob sie für den Einsatz gegen Covid-19 infrage kämen. „Sehr vielversprechend“ sei auch das Krebsmittel Jakavi, teilte der Novartis-Chef mit. Zudem würden das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sowie Ilaris, ein Medikament gegen Fiebersyndrome, für einen möglichen Einsatz geprüft.

Update vom 18. März 2020, 18.29 Uhr: Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will bereits kommende Woche mit seinen Tests eines möglichen Medikaments gegen das Coronavirus beginnen (siehe unten). 

Und auch die WHO hat eine großangelegte Studie eingeleitet. Fünf Medikamente sollen auf die Wirksamkeit gegen das Coronavirus getestet werden. Krankenhäuser in neun Ländern nehmen bereits an der Studie teil. Deutschland wurde bis jetzt nicht erwähnt. Auch die ersten Tests für einen Impfstoff hätten bereits begonnen, berichtet die dpa.

Lesen Sie auch: Deutsche Forscher mit Durchbruch - entscheidendes Enzym zur Virus-Vermehrung nun entschlüsselt.

Coronavirus: Tübinger Mediziner wollen Medikament gegen CoVid-19 testen

Update vom 18. März 2020, 12.54 Uhr: Offenbar gibt es erneut Fortschritte in der Suche nach einem Medikament gegen das Coronavirus: Das Tübinger Institut für Tropenmedizin will das Medikament Chloroquin im Kampf gegen Corona-Erkrankungen testen. Bereits in der kommenden Woche soll mit einer Studie an Menschen begonnen werden, teilte Institutsdirektor Peter Kremser am Mittwoch mit. Zuvor hatte der SWR berichtet.

Coronavirus: Chloroquin ist bisher als Wirkstoff gegen Malaria auf dem Markt

Kremsner zufolge ist Chloroquin schon lange als Wirkstoff gegen Malaria auf dem Markt. Es helfe aber gegen viele Viren - auch gegen Sars-CoV-2. Das zeigten zumindest Versuche im Reagenzglas. In Italien und China sind Kremsner zufolge sehr viele CoVid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Es sei aber unklar, ob die Behandlung erfolgreich war, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. „Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet“, warnte Kremsner.

Mit Chloroquin wollen die Tübinger Tropenmediziner nun eine moderat an CoVid-19 erkrankte Testgruppe behandeln und einer Kontrollgruppe Placebos verabreichen. Am heutigen Mittwoch sollte der Antrag für die Studie bei der Tübinger Ethikkommission eingereicht werden. 

Grundsätzlich sind Medikamente immer nur für bestimmte Krankheiten zugelassen. Dafür zuständig ist das Bonner Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm). Nur in Ausnahmefällen können Ärzte davon abweichend Medikamente in Heilversuchen an einzelne Patienten geben. 

Update vom 13. März 2020, 9.55 Uhr: Die Suche nach einem Wirkstoff gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 läuft auf Hochtouren weiter. Während die Zahl der Infizierten mittlerweile auf 2750 gestiegen ist, berichtet der NDR über einen neuen Wirkstoff aus Lübeck, der gegen das Virus helfen soll. 

Coronavirus: Forscher aus Lübeck entwickeln Wirkstoff

Demnach habe ein Forscherteam um Professor Rolf Hilgenfeld der Universität Lübeck einen Wirkstoff entwickelt. Ein unglaubliches Arbeitspensum weisen er und sein Team aktuell auf. „Wir verbringen hier bis zu 18 Stunden im Labor“, sagte der Leiter des Instituts für Biochemie gegenüber der Lübecker Nachrichten. 

Der Wirkstoff soll, wie NDR.de berichtet, bereitsin menschlichen Lungenzellen getestet worden sein, die mit dem SARS-CoV-2 infiziert sind. Professor Hilgenfeld zufolge sei der Wirkstoff aktiv. Seinem Ansatz zufolge soll er die Viren in der Lunge unschädlich machen. Demnach soll der Wirkstoff das Enzym, das der Virus benötigt, um in die Lunge einzudringen, lahmlegen. 

Coronavirus: Langer Weg vom Wirkstoff zum Medikament

Die Ergebnisse will das Team um Hilgenfeld bald in der renommierten Fachzeitschrift „Science“ vorstellen. Von einem Medikament, das eingesetzt werden kann, ist bislang jedoch nicht die Rede. Es sei noch ein langer Weg aus dem im Labor wirksamen Stoff ein Medikament zu machen, so Hilgenfeld. 

Tierversuche an Mäusen müssten vorgenommen werden, der Wirkstoff außerdem sowohl an gesunden als auch kranken freiwilligen Testpersonen ausprobiert werden. Auch Tests zu Nebenwirkungen müssten durchgeführt werden. „Bis am Ende das richtige Medikament in der Apotheke steht, kann es einige Zeit dauern“, erklärte der Forscher, ist aber dennoch optimistisch, dass es in diesem Fall schneller gehen könnte. Hintergrund sind 140 Millionen, die der Haushalt zur Verfügung gestellt hat, um die Forschung voranzutreiben. 

Die Zeit könnte jedoch einen enormen Strich durch die Rechnung machen. Eines der Hauptprobleme bei der Entwicklung von Wirkstoffen ist nämlich, dass es keine Erkrankten mehr geben könnte, wenn das Medikament bereit ist für eine Testphase. 

In China, in dem das Coronavirus zuerst ausgebrochen ist, scheint der Höhepunkt der Ausbreitung überschritten. In den vergangenen Tagen hat China laut offizieller Statistik deutlich weniger Neuinfektionen und Todesfälle gemeldet. 

Coronavirus: Potenzielles Medikament gefunden - es könnte kurzfristig helfen: „Haben festgestellt, dass ...“

München - Das Coronavirus breitet sich weiter aus. In Italien ist die Lage nach dem Ausbruch des Coronavirus ernst. Fast 6.000 Infizierte und über 230 Tote gibt es dort mittlerweile (Stand: 8. März 2020). In Italien gilt nun ein Reiseverbot für knapp 16 Millionen Menschen

Auch in Deutschland verschärft sich die Situation wegen des Coronavirus Sars-CoV-2*. Deutsche Wissenschaftler sind nun einem Medikament gegen das Virus auf der Spur.

Coronavirus: Enzym TMPRSS2 der Schlüssel für ein Medikament?

Wie das Deutsche Primatenzentrum (DZP) über seine Webseite mitteilt, wurden in Zusammenarbeit mit Kollegen der Charité – Universitätsmedizin Berlin Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, wie das Coronavirus SARS-CoV-2* in Zellen eindringt. Coronaviren benötigen demnach für das Eindringen in die  Lungenzellen eine Protease bzw. ein Enzym namens TMPRSS2. 

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass SARS-CoV-2 die im menschlichen Körper vorhandene Protease TMPRSS2 benötigt, um in die Wirtszelle einzudringen“, wird Stefan Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am DZP zitiert. Dadurch habe man einen Ansatzpunkt zur Bekämpfung des Virus gefunden, so Pöhlmann weiter.  

„Ein bereits existierendes Medikament, das diese Protease hemmt, könnte daher eine erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeit darstellen“, so das DZP

Coronavirus-Medikament: „Tests legen nahe, dass...“

Auf das Enzym TMPRSS2 sei man durch das in Japan zugelassene Medikament Camostat Mesilate gestoßen, dass ursprünglich bei Entzündungen der Bauchspeicheldrüse eingesetzt wird. „Wir haben SARS-CoV-2 aus einem Patienten getestet und festgestellt, dass Camostat Mesilate das Eindringen des Virus in Lungenzellen blockiert“, so wird Infektionsbiologe Dr. Markus Hoffmann auf der Webseite des DZP zitiert.

Video: Coronavirus - Darf Chef Home-Office oder Zwangsurlaub verlangen?

Auch gegenüber der Bild (Artikel hinter Bezahlschranke) bestätigte Hoffmann, dass die Ergebnisse nahelegen würden, dass Camostat Mesilate auch vor der Krankheit COVID-19 schützen könnte. „Dies sollte im Rahmen von klinischen Studien untersucht werden.“ Wie lange das allerdings dauert, bleibt bislang unklar. Bislang ist die Rede nur von einem potenziellen Medikament. 

Auch für einen Impfstoff für das Coronavirus sieht es bislang eher schlecht aus. Wie Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, sagte, sei vor 2021 nicht mit einem Einsatz eines Impfstoffs nicht zu rechnen.

Auch lesenswert: Wie gefährlich Vorerkrankungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind, erklärt ein Münchner Mediziner bei tz.de*.

Coronavirus: Die Abriegelung von Metropolen wie Mailand und Venedig zeigt, wie brisant die Lage inzwischen ist. Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. Das Coronavirus ist in Baden-Württemberg angekommen. Das RKI fügte das an Baden-Württemberg angrenzende Gebiet Elsass als Risikogebiet hinzu. 

Das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem. In Italien herrscht Ausnahmezustand. Doch in der Stadt Siena trotzen die Menschen dem Virus auf schöne Art und Weise.

mbr, cia,dpa,AFP

*Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © AFP / GERARD JULIEN

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