Deutliche Ansage

Ebola-Lehren: WHO-Experte erklärte schon vor Monaten den einzigen Weg, Corona zu besiegen

Michael Ryan, Exekutivdirektor des WHO-Programms für gesundheitliche Notfälle, nimmt an einer Pressekonferenz im WHO-Hauptsitz teil.
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Der Direktor für Notfälle der WHO kann auf eine jahrelange Erfahrung im Umgang mit der Ebola-Pandemie bauen und findet klare Worte zu der Corona-Pandemie.

Der Notfalldirektor der WHO Michael Ryan mahnte Regierungen weltweit, schnell zu handeln. Nur so könne man die Corona-Pandemie bekämpfen.

Genf - Vor mehr als einem Jahr appellierte der Direktor für Notfälle der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, an Regierungen weltweit. Seine Aussage war klar: Bei der Eindämmung der Corona-Pandemie komme es auf ein schnelles politisches Handeln an. „Seid schnell. Bereut nichts. Ihr müsst vorangehen. Das Virus wird euch einholen, wenn ihr nicht schnell handelt“, sagte er im März 2020.

Diese eindeutigen Worte erscheinen aktueller denn je. Die dritte Welle der Pandemie treibt die Infektionszahlen weltweit erneut in die Höhe. Die EU und die deutsche Bundesregierung werden aktuell dafür kritisiert, zu lange mit notwendigen Schritten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie gewartet zu haben.

WHO-Experte mit klaren Worten: „Geschwindigkeit schlägt Präzision“

Michael Ryan gilt als führender Experte in der Ebola-Pandemie und geht bei seinem Appell von seinen Erfahrungen in diesem Zusammenhang aus. Anhand der Erfahrungen mit dem Ebolafieber habe man gelernt, dass man schnell reagieren müsse. Besonders wichtig sei darüber hinaus, alle Bereiche des öffentlichen Lebens zu beachten. Diese zwei Regeln gelten auch in der Corona-Pandemie.

Seiner Einschätzung nach sei es viel wichtiger, schnell zu handeln als nach einer perfekten Lösung zu suchen: „Perfektion ist der Feind des optimalen Handelns, wenn es um Krisenmanagement geht. Geschwindigkeit schlägt Präzision“, sagte er bei einer Pressekonferenz im vergangenen Jahr.

Coronakrise: Angst vor Fehlern bessonders gefährlich

„Das Problem in unserer Gesellschaft ist derzeit, dass sich jeder davor fürchtet, einen Fehler zu begehen. Jeder hat Angst vor den daraus resultierenden Konsequenzen“, so Ryan. Diese Aussage hat nichts an Aktualität eingebüßt. Gerade in der dritten Welle der Pandemie* agieren Regierungen weltweit teils sehr zögerlich und widersprüchlich.

In jedem Fall sei es laut Ryan der größte Fehler, nichts zu tun. Es sei fatal, sich von der Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen, lähmen zu lassen. „Ich denke, das ist die größte Lektion, die ich bei der Ebola-Pandemie gelernt habe“, so der Direktor für Notfälle. Inwiefern diese mahnenden Worte des Experten ein Jahr später berücksichtigt und umgesetzt werden, ist noch unklar. (at) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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