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Corona-Mutation: Überträgt der Hirsch eine gefährliche Variante?

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Von: Andree Wächter

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In Nordamerika wurde das Corona-Virus in Hirschen festgestellt. Dort scheint es lange überleben zu können und mutiert.

Seit ziemlich genau zwei Jahren bestimmt Corona das Leben. Inzwischen gibt es diverse Mutation wie Delta oder Omikron-Subtyp BA.2. In den USA und Kanada haben Forscher eine stark mutierte Corona-Variante bei Weißwedelhirschen entdeckt. Das besorgniserregende ist, dass die Wissenschaftler nach eigenen Angaben eine sehr ähnliche Virussequenz bei einer Person in Kanada (Provinz Ontario) fanden. Die Person hatte Kontakt zu den Weißwedelhirschen.

StaatKanada
HauptstadtOttawa
Einwohner38,01 Millionen (2020)
SehenswürdigkeitNiagarafälle

Es ist schon länger bekannt, dass das Corona-Virus auch auf Tiere übertragbar ist. Das Virus soll seinen Ursprung auf einem Viehmarkt in Wuhan (China) gehabt haben. Eine Studie kommt zum Schluss, dass bis zu 40 Prozent der amerikanischen Weißwedelhirschen mit Corona infiziert sein könnten.

Somit könnte das Rotwild zu einem neuen Reservoir des Virus geworden sein, schreibt das Ärzteblatt. Und weiter: Wenn sich die Viren von selbst unter den Weißwedelhirschen verbreitet haben, wovon wohl auszugehen ist, dann wären alle Voraussetzungen für ein dauerhaftes Reservoir des Virus in der freien Natur gegeben. Meint: Eine Ausrottung des Virus wäre fast unmöglich.

Corona: Hirsche mit verschiedenen Varianten infiziert

Forscher der Pennsylvania State University stellten auf Staten Island, New York, zwischen Dezember 2021 und Januar 2022 bei fast 20 Weißwedelhirschen eine Infektion mit der Omikron-Variante fest. Die Ergebnisse wurden bisher noch nicht von weiteren Experten begutachtet. Eine andere Forschungsgruppe fand das Corona-Virus in einem Drittel der Hirsche, denen in Ohio bis März 2021 eine Probe abgenommen wurde. „Wir hatten nicht erwartet, ein so weit verbreitetes Infektionsniveau zu finden“, sagte Suresh Kuchipudi, stellvertretender Direktor des Animal Diagnostic Laboratory an der Penn State.

Ein Teil der Hirsche, die an der Pennsylvania State University untersucht wurden, war mit der Alpha-Variante infiziert. Pikant: Die Alpha-Welle war zu jenem Zeitpunkt (Ende 2021) allerdings längst abgeklungen. Daraus folgern die Wissenschaftler, dass es möglich sei, dass die Hirsche die Übertragung und die Infektionen innerhalb ihrer Populationen aufrechterhalten.

In Nordamerika wurde das Corona-Virus bei Weiß­wedelhirschen nachgewiesen. (Symbolbild)
In Nordamerika wurde das Corona-Virus bei Weiß­wedelhirschen nachgewiesen. (Symbolbild) © Leung Cho Pan/Imago

„Das Virus entwickelt sich bei Rehen weiter und weicht von dem ab, was wir bei Menschen beobachten“, sagte Virologin Samira Mubareka von der Universität Toronto in einem Bericht der „New York Times“. Die gute Nachricht: Die Forscher gehen davon aus, dass der bei den Hirschen entdeckte Virusstamm, sich nicht bei Menschen ausbreitet. Erste Untersuchungen deuteten an, dass Menschen entsprechende Antikörper haben. Sie bildet man nach einer Infektion oder Impfung.

Das Problem mit infizierten Weißwedelhirschen ist über die Staaten verbreitet. Laut US-Landwirtschaftsministerium (USDA) konnten in 15 Bundesstaaten Infektionen bei Weißwedelhirschen festgestellt werden. Dies sagte ein USDA-Sprecher am Montag der Tageszeitung „New York Times“. 

Wie hat sich nun der Kanadier angesteckt? Damit dies passiert, müsste der Mann ein Jäger sein, so die These von Vaughn Cooper, Direktor des Zentrums für Evolutionsbiologie und -medizin an der Universität von Pittsburgh. Eine zweite These: Ein Zwischenwirt wird Hund, Nager oder Katze hat das Virus übertragen.

Übertragung von Corona auf den Menschen unwahrscheinlich

„Auf der Grundlage der derzeitigen Informationen würde ich sagen, dass das Risiko, dass Wildtiere wie die Weißwedelhirsche das Virus auf den Menschen übertragen, gering ist“, sagte Jeff Bowman, einer der Autoren der kanadischen Studie. Keine Angaben machten die Forscher, ob auch der Verzehr von Weiß­wedelhirsch-Fleisch das Virus übertragen kann.

Der Weiß­wedelhirsch (Odocoileus virginianus) ist von Südkanada bis Peru und Nordbrasilien verbreitet. Allein in den USA soll es 30 Millionen Tiere geben. Diese sind weniger scheu als ihre europäischen Verwandten und halten sich häufig in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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