„Ist zu befürchten“

Corona-Lockdown: Regel-Verschärfung wegen Mutation? Virologe mit düsterer Prognose

Seitdem eine neue Corona-Mutation in Großbritannien für steigende Zahlen gesorgt hat, dreht sich die Diskussion um dessen Konsequenzen. Wirkt sich die Variante nun auch auf den Lockdown aus?

Berlin/München - Das Coronavirus* bestimmt seit dem letzten Jahr in großen Teilen das Leben der Menschen. Lockdown, Kontaktbeschränkungen und Schließung vieler Einrichtungen. Doch aktuell bereitet den Experten vor allem die Virus-Mutation B.1.1.7* Sorgen. Sie hat mutmaßlich in Großbritannien für einen raschen Anstieg der Infektionszahlen gesorgt. Die Mutation soll sich wesentlich schneller verbreiten als das ursprüngliche Virus. Werden dadurch noch härtere und längere Maßnahmen nötig?

Corona-Mutation: Schnellere Verbreitung nachgewiesen - Deutliche Unterschiede schockieren

Britische Mutation oder nicht? In Deutschland wurde die Variante B.1.1.7 bislang nur vereinzelt nachgewiesen. Der Virologe Friedemann Weber ist sich jedoch sicher: „Die Dunkelziffer dürfte hoch sein.“ Dass die Mutation* zunächst in Großbritannien auftauchte, scheint dabei nicht weiter verwunderlich zu sein. Auf der Insel werden die Erbstrukturen der Coronaviren deutlich genauer untersucht, als in anderen europäischen Ländern. Inzwischen melden immer mehr Länder weltweit den Nachweis der Variante.

Doch was bedeutet die Mutation nun für die Bevölkerung? Mittlerweile ist weitgehend gesichert, dass sich die Variante deutlich schneller verbreitet als das herkömmliche Virus. Forscher haben herausgefunden, dass der R-Wert* unter den Bedingungen in Großbritannien um 0,4 bis 0,7 höher liegt. Das bedeutet im Klartext am Beispiel des R-Werts 1, dass 100 Infizierte statt 100 neuen Menschen nun 140 bis 170 Menschen anstecken.

Corona-Mutation: Strengere und längere Regelungen notwendig? - Virologen zeichnen düsteres Bild - „Das ist zu befürchten“

Schnellere Verbreitung, mehr Kranke, höhere Auslastung der Krankenhäuser, also auch strengere Maßnahmen? „Das ist zu befürchten“, so Virologe Weber„Wir befinden uns in der winterlichen Blütezeit respiratorischer Erkrankungen, und nun sattelt noch diese Variante drauf.“

Eine Senkung der Fallzahlen sei daher das oberste Ziel. Virologe Jörg Timm aus Düsseldorf geht sogar davon aus, dass auch in Deutschland B.1.1.7 bald die dominierende Version sei. „Wenn die Daten zur erhöhten Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante stimmen - und davon gehe ich aus - dann wird die Aufgabe sicherlich schwieriger.“ Um die gleichen Effekte zu erzielen, wie zuvor, müssten Maßnahmen nun also härter werden, so US-Virologe Adam Lauring. „Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen.“

Corona-Mutation: Wurden die richtigen Maßnahmen verschlafen? - Virologen sehen Lichtblick in der Impfung

Bessere Maßnahmen heißt in diesem Kontext wohl tatsächlich strengere Maßnahmen. Denn wie Timm erklärt, kämen Varianten wie B.1.1.7 zunächst sehr selten vor. Je höher die Infektionszahlen, desto wahrscheinlicher ist jedoch die Entstehung der Mutationen und desto wahrscheinlicher auch dessen Ausbreitung. Und im Umkehrschluss: „Wären die in Europa, den USA und anderen Ländern immens hohen Infektionszahlen besser eingedämmt worden, hätte es den neuen Erreger vielleicht nie gegeben“, schlussfolgert die dpa.

Auch Weber betont: „Die Entstehung solcher Varianten resultiert daraus, dass so viel Virus unterwegs ist. Mutanten werden immer eher aus Ländern mit hohen Fallzahlen kommen.“ Doch die Virologen sehen auch einen Lichtblick. „Die Mutation zeigt einmal mehr, wie wichtig die Impfungen* sind“, sind sich Timm und Weber einig. „Das Ziel einer erfolgreichen Impfung* für die Weltbevölkerung hat oberste Priorität.“ Die soll nach derzeitigen Erkenntnissen auch gegen die Mutationen wirken. (chd mit dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Hans Punz/APA/dpa

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