Auch Trump profitierte davon

Antikörper-Cocktails aus den USA als Wundermittel gegen Corona? „Bei 90 Prozent hilft es enorm“

Monoklonaler Antikörper-Cocktails, verabreicht als Infusionen, scheinen in den USA bei der Behandlung von Corona-Patienten erfolgversprechend. Dabei ist jedoch einiges zu berücksichtigen.

Washington, D.C. - Wird in den USA ein Wundermittel gegen Corona verabreicht? Im Kampf gegen Covid-19* setzen Mediziner dort vermehrt auf die Gabe von Antikörper-Medikamenten - und das scheinbar mit Erfolg.

Genauer gesagt handelt es sich um den Einsatz monoklonaler Antikörper-Cocktails. Ganz neu ist dieses Vorgehen nicht. Bereits Donald Trump war während seiner Erkrankung auf diese Weise behandelt worden - allerdings war die Behandlung zu diesem Zeitpunkt nicht unumstritten. Auch der Anwalt des ehemaligen US-Präsidenten, Rudy Giuliani, erhielt nach einer Corona-Infektion* jene Antikörper-Infusionen.

Coronavirus: Antikörper-Cocktail aus den USA als Wundermittel? Epidemiologe äußert sich

Nun scheint die Behandlungsmethode allerdings noch weiter erforscht zu sein. In einem Interview äußerte sich Dr. Howard Huang vom Houston Methodist Hospital auf der Website der Klinik zu der Medikation von Covid-19*-Patienten. Über 4000 Menschen seien in dem Krankenhaus bereits Antikörper verabreicht worden. Der Zeitfaktor sei dabei jedoch entscheidend. „Es kommt nicht auf den Tag, sondern auf jede Stunde an“, erklärt Huang auf houstonmethodist.org. Die Gabe der Medikamente sei außerdem im Frühstadium der Erkrankungen am wirkungsvollsten.

Auch der Epidemiologe Daniel Griffin, der an der Columbia University forscht, sprach sich gegenüber USA Today für den Einsatz intravenöser monoklonaler Antikörper-Cocktails aus. „In 90 Prozent aller Fälle helfen diese Infusionen enorm“, so Griffin. Den Patienten gehe es danach zum Teil sogar „großartig“. Auch bei Virus-Mutationen* solle das Mittel wirken. Es handle sich um „superstarke Immun-Soldaten“, beschreibt es der Epidemiologe gegenüber USA Today vereinfacht.

USA: Monoklonaler Antikörper-Cocktails bei Corona-Infektionen - Biden kauft eine Million Dosen ein

Noch während seiner Amtszeit hatte Donald Trump kostenlose Infusionen für alle amerikanischen Covid*-Patienten mit erhöhtem Risiko angekündigt. Eine Dosis der Medikation kostet laut einem Bericht von Focus im Normalfall bis zu 2500 Dollar. Nun soll US-Präsident Biden eine Million Dosen der Antikörper eingekauft haben.

Zugelassen sind die monoklonaler Antikörper-Cocktails in den USA bislang allerdings nur für Erkrankte, die älter als 65 Jahre alt sind. Auch Patienten mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzstörungen oder Nierenschäden können damit behandelt werden. Forscher untersuchen derzeit, ob auch andere Corona-Patienten von den Antikörper-Cocktails profitieren könnten.

Bei Corona-Patienten: Antikörper-Cocktails auch in Deutschland?

Antikörper-Cocktails für Corona-Patienten auch in Deutschland? Gesundheitsminister Spahn sicherte sich bereits vor einiger Zeit Medikamente auf Antikörper-Basis. Ein Virologe warnte jedoch davor, zu viele Hoffnungen darauf zu setzen.(nema) (*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Regeneron Pharmaceuticals Inc | -

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