Vereinigte Staaten

Corona in den USA: Mit 700.000 Toten die tödlichste Pandemie der Geschichte

Menschen besuchen die temporäre Kunstinstallation „In America: Remember“ der Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg auf der National Mall.
+
Menschen besuchen die temporäre Kunstinstallation „In America: Remember“ der Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg auf der National Mall. Die Installation erinnert mit weißen Fahnen an US-Amerikaner, die an Corona gestorben sind.

Die Corona-Zahlen in den USA knacken eine weitere traurige Marke. Besserung ist nicht Sicht. Dabei unterscheidet sich die Covid-19-Pandemie von vorherigen Wellen.

Washington D.C. – Corona hat in den USA eine traurige Schallmauer durchbrochen. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie sind in den USA mehr als 700.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Infektion von Sars-CoV-2 in den Vereinigten Staaten verstorben. Eine Nachricht, die die Vereinigten Staaten mitten ins Herz trifft. Schließlich hatte das ganze Land gehofft und die gebangt, dass ein Ende der Delta-Welle endlich in Sicht wäre.

Land: USA
Hauptstadt:Washington D.C.
Präsident: Joe Biden
Bevölkerung:329,5 Millionen (2020)
Bundesstaaten50

Corona USA: Covid-19-Tote sind überwiegend Ungeimpfte

Diese Zahlen gingen aus den Daten der in Baltimore ansässigen Johns Hopkins University (JHU) hervor. Eine Entwicklung, die nur wenige US-Experten vorausgesehen haben, da mit zunehmender Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen eigentlich eine Beruhigung der angespannten Corona-Lage in den USA eintreten sollte. Dass die schlimmsten Befürchtungen von 100.000 Krankenhauseinweisungen und 1000 Corona-Toten am Tag in den vergangenen drei Monaten sogar noch übertroffen worden sind, liegt am schleppenden Fortschritt der US-amerikanischen Impf-Kampagne.

Die Impf-Offensive stockt. Denn die überwältigende Mehrheit an Covid-19-Toten in den vergangenen Monaten waren Ungeimpfte, obwohl diese Zugang zu den Corona-Vakzinen hatten. Dadurch haben die Vereinigten Staaten eine der höchsten Todesraten von allen Staaten, die über ausreichende Vorräte an Impfstoffen verfügen.

Corona USA in Zahlen: Covid-19 löst Influenza als tödlichste Pandemie in der Geschichte der Verinigten Staaten ab

Die Corona-Zahlen in den USA und der alarmierende Anstieg der vergangenen Monate bedeutet, dass die mehr als 700.000 Covid-Toten die Corona-Pandemie zur tödlichsten Pandemie in der Geschichte der Vereinigten Staaten macht. Die Influenza-Pandemie aus den Jahren 1918 und 1919 hielt bisher diesen zweifelhaften Rekord mit 675.000 Toten, die dem Grippevirus damals zum Opfer fielen.

Die Karte zeigt die Corona-Toten seit dem 16. Juni 2021, nach dem 600.000 Covid-19-Tote in den USA offiziell registriert wurden, bis zum 29. September.

Die Regierung um US-Präsident Joe Biden konnte gerade noch den Shutdown vermeiden, doch die tödlichste Pandemie in der US-Geschichte konnte er auch nicht abwenden. Nun hat die Corona-Pandemie Influenza abgelöst und ein Ende ist auch weiterhin nicht abzusehen, da noch immer nicht genug US-Bürgerinnen und US-Bürger haben impfen lassen.

Corona in den USA: Delta-Variante fegt durch die Ungeimpften in den Vereinigten Staaten

„Diese Delta-Welle fegt durch die Ungeimpften“, erklärt Howard Markel, Medizinhistoriker an der Universität Michigan, den Einfluss der Delta-Variante auf die Corona-Zahlen in den USA gegenüber der New York Times. Die Toten, die trotz des weitläufigen Zugangs so Impfstoffen, seien „absolut überflüssig“.

Nach einer Analyse der News York Times unterscheidet sich der neuerliche Sprung an Corona-Toten deutlich von den vorherigen Kapiteln der Covid-19-Pandemie. Denn die Menschen, die in den vergangenen Monaten an Corona starben, konzentrieren sich vor allem im Süden der Vereinigten Staaten. Also dort, wo die Corona-Impfungen deutlich hinter dem Durchschnitt anderer Landesteile zurückliegen. Dabei laufen Impfverweigerer und Impfgegner Gefahr, ihre eigenen Kinder anzustecken.

Corona in Zahlen: Der Süden der USA mit Florida, Arkansas, Mississippi und Louisiana ist besonders stark betroffen

Besonders auffällig ist dabei die Verteilung in den US-Bundesstaaten, die am stärksten vom Coronavirus gebeutelt sind. Besonders in Florida, Mississippi, Arkansas und Louisiana sind nicht nur die Großstädte, sondern vor allem auch die ländlichen Gegenden stark betroffen. Hier liegen die Impfraten deutlich hinter den urbanen Großstädten zurück.

Die nackten Zahlen zeigen zwar, dass der Anteil der Covid-19-Toten in den Städten aufgrund der Bevölkerungsdichte immer noch größer ist, aber prozentual gesehen, ist die Rate der Corona-Toten auf dem Land deutlich höher.

Corona USA Zahlen: Die Covid-19-Todesrate ist zwar langsamer und dennoch beunruhigend – Corona-Tote werden jünger

Die Geschwindigkeit der Corona-Toten hat seit Beginn der Pandemie immer wieder an Fahrt aufgenommen und ist dann wieder wellenartig in den vergangenen 18 Monaten abgefallen. Die jüngsten 100.000 Menschen, die aufgrund von Covid-19 verstorben sind, erstreckten sich über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten. Das entspricht ein deutlich geringeren Tempo, als zu Hochzeiten vom 19. Januar bis 22. Februar im vergangenen Winter. Damals starben innerhalb von nur 34 Tagen 100.000 Menschen und ließen so die Corona-Toten rapide von 400.000 auf 500.000 Covid-19-Opfer klettern.

Die Zahl der Corona-Toten nach Altersgruppen in den USA. Provisorisch aufgrund der Verzögerung beim Reporting der C.D.C.

Ende September starben im Durchschnitt 2000 Menschen pro Tag an Corona. Eine Zahl, die die Vereinigten Staaten seit dem vergangenen Winter nicht mehr verzeichnet hatten. Diese Zahlen sind derzeit wieder rückläufig, auch wenn immer noch deutlich mehr als 1000 Menschen am Tag dem Coronavirus zum Opfer fallen.

Corona in den USA: Krankenhäuser sind weiterhin überlastet und frustriert

Besonders in den US-amerikanischen Krankenhäusern macht sich die Frustration breit. Denn das medizinische Personal, das um das Leben der Patienten kämpft, beklagt, dass die meisten Patienten eine Impfung ausgeschlagen haben. Dieser Umstand mag sich allzu vertraut anhören und dennoch haben die vergangenen Monate eine andere Qualität angenommen.

Covid-19 in den USA: Die Corona-Toten werden jünger – höchste Todesraten bei den unter 65-Jährigen

Dieser Corona-Sommer 2021 ist anders als sein Vorgänger. Denn etwa 40 Prozent der jüngsten 100.000 Corona-Toten war unter 65 Jahren alt. Ein Anteil, der höher ist als an jedem anderen Punkt in der Corona-Pandemie.

„Jetzt haben wir es mit Menschen in den 30ern, 40ern oder 50ern zu tun“, sagt Wayne Bright, der Besitzer eines Bestattungsinstituts, in Tampa im US-Bundesstaat Florida zur New York Times. „Diese Menschen wären, ohne die Pandemie, mit ziemlicher Sicherheit am Leben. Es ist so viel schlimmer, als es zu Beginn der Pandemie war. Es hart für mich in Worte zu fassen, wie viel schlimmer es ist.“

Unter 30-jährige Corona-Tote beinahe verdoppelt

Derweil sind nur 65 Prozent der US-Bevölkerung, für die eine Corona-Impfung empfohlen wird, vollständig geimpft. Impfraten bei den unter 30-Jährigen sind noch niedriger. Hier sorgte ein ungeimpfter Lehrer für Aufsehen, da im Bundesstaat Kalifornien eine ganze Klasse mit Corona ansteckte. Derweil stieg im August die Zahl der Corona-Toten bei den über 30-Jährigen beinahe um das Doppelte im Vergleich zum vorherigen Rekordmonat im Januar. Darüber hinaus starben bei den über 40-Jährigen im August über 3800 Menschen am Coronavirus. Im Januar dieses Jahres waren es vergleichsweise „nur“ 2800.

Corona in den USA in Zahlen: 2900 Geimpfte unter den Covid-19-Toten seit Mitte Juni

Unter den 100.000 Covid-19-Toten in den USA befinden sich nach Angaben des Centers for Diesease Control and Prevention (CDC) auch 2900 Geimpfte, die seit Mitte Juni an Corona verstorben sind.

Insgesamt sind in den USA 55,7 Prozent der rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. US-Präsident Joe Biden hatte zuletzt auf eine weitgehende Impfpflicht für Arbeitnehmer gesetzt, doch die Impfkampagne geht weiterhin schleppend voran, daran ändern auch verschiedene Aufrufe von US-Experten oder Spitzenpolitikern nichts.

In der Hauptstadt Washington D.C. erinnert seit Mitte September eine temporäre Kunstinstallation der Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg auf der Flaniermeile National Mall an die Corona-Toten. Dort flattern unweit des Weißen Hauses in Gedenken an die Opfer Hunderttausende kleine weiße Fähnchen.

Die derzeitige Lage lässt die Vermutung zu, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch tausende weitere Fähnchen hinzukommen werden. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Karpfen werden umgesiedelt

Karpfen werden umgesiedelt

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Meistgelesene Artikel

Zehnmal heißer als die Sonne: China gelingt Kernfusion, die Energieprobleme für immer lösen könnte

Zehnmal heißer als die Sonne: China gelingt Kernfusion, die Energieprobleme für immer lösen könnte

Zehnmal heißer als die Sonne: China gelingt Kernfusion, die Energieprobleme für immer lösen könnte
Gigantischer Asteroid rast auf Erde zu: 2022 könnte es zum Einschlag kommen

Gigantischer Asteroid rast auf Erde zu: 2022 könnte es zum Einschlag kommen

Gigantischer Asteroid rast auf Erde zu: 2022 könnte es zum Einschlag kommen
Unheimliche Kreatur: Fischer geht drei Meter großer Mondfisch ins Netz

Unheimliche Kreatur: Fischer geht drei Meter großer Mondfisch ins Netz

Unheimliche Kreatur: Fischer geht drei Meter großer Mondfisch ins Netz
NASA-Experten gehen von Asteroiden-Einschlag in 1 bis 3 Jahren aus - und entwickeln Rettungsplan

NASA-Experten gehen von Asteroiden-Einschlag in 1 bis 3 Jahren aus - und entwickeln Rettungsplan

NASA-Experten gehen von Asteroiden-Einschlag in 1 bis 3 Jahren aus - und entwickeln Rettungsplan

Kommentare