Vakzin ZyCoV-D aus Indien

Corona-Impfstoff aus DNA: Durchbruch im Kampf gegen Covid-19

Einem Mann erhält im Rahmen einer Impfkampagne in Indien von einer medizinischen Mitarbeiterin eine Dosis des Corona-Impfstoffs Covishield.
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In Indien wurde ein DNA-Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. (Symbolbild)

In Indien ist mit dem Vakzin ZyCoV-D erstmals ein DNA-Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen worden. Wie gefährlich ist die Technik im Kampf gegen Sars-CoV-2?

Neu-Delhi – Nach dem im vergangenen Jahr erstmals mRNA-Impfstoffe bedingt zugelassen worden sind, könnte bald ein reiner DNA-Impfstoff gegen das Coronavirus auch in Europa auf den Markt kommen. In Indien wurde dieser gerade zur Anwendung am Menschen freigegeben und soll noch in diesem Monat das erste Mal verimpft werden. Das ist das erste Mal, dass weltweit ein solches Präparat zugelassen wurde.

Land:Indien
Fläche:3.287.263 Quadratkilometer
Einwohner:1.380.004.000 (Stand: 2020)
Internationale Vorwahl:+91
Regierungschef:Premierminister Narendra Modi

Das neue Vakzin, das unter dem Namen ZyCoV-D vertrieben wird, stammt aus der indischen Pfarmafirma Zydus Cadila. Genau wie die mRNA-Impfstoffe von Biontech, Pfizer und Moderna enthält das DNA-Vakzin Informationen über das Erbgut mit dem Bauplan für das sogenannte Stachelprotein des Coronavirus.

DNA-Corona-Impfstoff aus Indien: Neues Vakzin aus Indien funktioniert ähnlich wie mRNA-Impf-Präparate

Diese Erbgut-Informationen sollen den menschlichen Körper zu einer Immunantwort animieren. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch die mRNA-Impfstoffe, nur, dass das neue Vakzin aus reiner DNA besteht. Ein weiterer Unterschied ist, dass das Erbgut nicht auf einem Chromosom sitzt, sondern einen kleinen Ring – das sogenannte Plasmid – bildet.

Wie Leif Erik Sander, Leiter der Charité-Arbeitsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung, bestätigt, ist die nun erfolgte Zulassung in Indien ein weitreichender technologischer Durchbruch.

Corona-Impfstoff aus DNA in Indien entwickelt: Bisher wurde solcher Impfstoff nur bei Tieren verwendet

Bisher wurden DNA-Impfstoffe nur in der Tiermedizin zugelassen. „Es ist ein schöner Erfolg, dass diese Technik nun auch beim Menschen funktioniert“, sagte Sander der Süddeutschen Zeitung. Er lobt auch die vielen Vorteile des neuen Impfstoffes, der sich kostengünstig und in großen Mengen produzieren lasse. Dazu sei das Vakzin auch noch sehr stabil in seinen Eigenschaften.

„Für solche Impfstoffe braucht man – anders als bei den mRNA-Vakzinen – keine bestimmten Lagerungsbedingungen“, so der Experte. Auch aus diesem Grund hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO bereits vor der Corona-Pandemie empfohlen, stärker auf eine Entwicklung von DNA-Impfstoffen zu setzen. Besonders mit Blick auf ärmere und warme Länder. Aktuell befinden sich weltweit 160 solcher DNA-Impfstoffe in der Entwicklung.

Doch es gibt auch Nachteile beim Einsetzen dieser DNA-Technologie. Damit der Körper die DNA-Bauteile verarbeiten kann, muss er diese zunächst in mRNA umschreiben. Danach kann der Körper die benötigten Proteine bauen. Beim ZyCoV-D-Vakzin ist dies dann das Spikeprotein des Coronavirus, welches die Antwort des Immunsystems auslöst. Daraufhin baut sich ein Schutz gegen eine Infektion mit Covid-19 auf.

Corona-Impfstoff aus DNA: ZyCoV-D aus Indien schützt nur zu 66 Prozent vor schwerem Verlauf

Ein weiterer Nachteil des Impfstoffes ist, dass dieser nicht so effektiv ist wie ein mRNA-Vakzin. Im Gegensatz zu dem Impfstoff von Biontech und Pfizer, dass eine 95 prozentige Sicherheit vor einem schweren Verlauf gibt, schützt ZyCoV-D nur zu 66 Prozent. „Allerdings wurde die Studie gemacht, als in Indien bereits die Delta-Variante grassierte“, betonte Sander. Wie es heißt, sollen auch die Nebenwirkungen des Vakzins besonders milde sein. Eine abschließende wissenschaftliche Expertise dazu steht aber noch aus.

Anders als normale Impfstoffe wird das neue Vakzin aus Indien nicht in den Muskel injiziert. Es wird mit einer Art Impfpistole unter die Haut gepresst, da dort mehr Immunzellen sitzen als im Muskel. Dadurch werde auch die DNA effektiver aufgenommen. Auch wird der Impfstoff nicht zwei Mal wie mRNA-Vakzine gespritzt, sondern dreimal. Erst danach wird ein ausreichender Schutz gegen eine Covid-19-Infektion garantiert.

Neuer Covid-19-Impfstoff: Extrem unwahrscheinlich, dass sich die DNA verändert

Doch ist das ganze auch sicher? Bereits bei den mRNA-Impfstoffen gab es in der Bevölkerung bedenken – besonders mit Blick auf das menschliche Erbgut. Es sei zumindest denkbar, dass sich die Impf-DNA dort einbaut, gibt auch Leif Erik Sander zu bedenken. Allerdings gelte dies auch für die anderen Vakzine von AstraZeneca, Johnson&Johnson oder dem russischen Impfstoff Sputnik V.

Jedoch ist dies sehr unwahrscheinlich, wie der Direktor und Virologie an der Universität Gießen, Friedemann Weber, sagt. „Die Rate dieser zufälligen Integrationen wird um den Faktor 10.000 geringer geschätzt als die natürliche Mutationsrate der menschlichen DNA“, so Weber. Laut Weber müssten schon extrem viele Zufälle zusammen eintreten, damit diese Veränderung auch noch schädlich sei. „Ich halte es für unwahrscheinlich, dass eine Impfung mit einem DNA- oder einem Vektorimpfstoff zum Beispiel das Krebsrisiko erhöht.“ * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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