Chinese wegen Gruppensex-Partys hinter Gittern

Peking - Seine liberale Sexualmoral hat einem 53-jährigen chinesischen Professor dreieinhalb Jahre hinter Gittern eingebracht. Er organisierte Gruppen-Sex-Partys im Internet.

Der Hochschullehrer der Universität Nanjing wurde verurteilt, weil er eine Internetplattform bereitgestellt hatte, auf der sich die Mitglieder zum Gruppensex verabreden konnten. Unzüchtigkeit ist nach chinesischem Recht strafbar. 21 weitere Angeklagte wurden zu Bewährungs- und Haftstrafen bis zu drei Jahren verurteilt. Der Professor will das Urteil anfechten.

Der Prozess hat durch das Bekanntwerden schlüpfriger Details viel Aufsehen erregt, aber auch eine Diskussion über die Modernisierung der chinesischen Gesellschaft ausgelöst. Der verurteilte Hochschullehrer will vor Gericht weiter für seine Überzeugung kämpfen, nichts Unrechtes getan zu haben - schließlich seien alle Teilnehmer erwachsen gewesen und alles habe sich in Privaträumen abgespielt. Auch viele andere Chinesen sind der Meinung, der Staat habe im Schlafzimmer nichts zu suchen. Doch selbst Unterstützer des Professors sehen das Verfahren schon als Fortschritt - vor 20 Jahren hätte ihm noch die Todesstrafe gedroht.

DAPD

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