China: Lebenszeichen aus überflutetem Bergwerk

Peking - Nach einem schweren Grubenunglück in China vor fünf Tagen, vernahmen Rettungskräfte erstmals Lebenszeichen. Insgesamt wurden 153 Kumpel in dem überfluteten Bergwerk eingeschlossen.

Fünf Tage nach dem schweren Grubenunglück in China ist die Hoffnung auf eine Rettung zumindest einiger der 153 eingeschlossenen Arbeiter gestiegen. Einsatzkräfte vernahmen am Freitag erstmals Lebenszeichen aus der Tiefe. Retter hätten Geräusche wie Schläge gegen Rohre gehört, sagte einer der beteiligten Einsatzkräfte der Nachrichtenagentur AP. Zhao Chuan erklärte weiter, ihm sei gesagt worden, dass ein weiteres Team auch Rufe gehört habe. Über Rohre seien Glukose und Milch in die Tiefe geleitet worden.

140.000 Kubikmeter Wasser im Bergwerk

Fernsehbilder zeigten Einsatzkräfte, die mit einem Schraubenschlüssel gegen Rohre schlugen und dann vor Freude jubelten, als sie eine Antwort hörten. Ein Mitarbeiter des Pressezentrums bei der Wangjialing-Mine sagte, die Geräusche kämen aus 250 Metern Tiefe. Zhao sagte, an einem der Bohrer, die bei der Suche nach den Vermissten eingesetzt werden, sei ein gebogener Eisendraht gefunden worden. Es werde vermutet, dass ihn einer der Eingeschlossenen dort befestigt habe. Die 153 Arbeiter werden auf neun verschiedenen Plattformen vermutet. Vier von ihnen stünden vermutlich nicht vollständig unter Wasser, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Zur Rettung der Arbeiter waren am Freitag rund 3.000 Helfer rund um die Uhr im Einsatz.

Bis zum Mittag gelang es ihnen, den Wasserspiegel in der Kohlegrube in der Provinz Shanxi um 2,6 Meter zu senken. Das Unglück vom Sonntag wurde nach ersten Erkenntnissen dadurch verursacht, dass bei den Bauarbeiten ein alter, mit Wasser gefüllter Stollen durchbrochen wurde. Dabei wurden Medienberichten zufolge 140.000 Kubikmeter Wasser in das Bergwerk geschwemmt. Zunächst waren die Abpumparbeiten nur sehr langsam vorangekommen.

19 Tote bei Explosion in Kohlebergwerk

Bei einem zweiten schweren Grubenunglück in dieser Woche kamen in China mindestens 19 Bergleute ums Leben. 24 waren am Freitag auch zwei Tage nach der Gasexplosion in dem Kohlebergwerk in Luoyang in der Provinz Henan eingeschlossen, wie Behördensprecher mitteilten. Die Rettungsbemühungen wurden mit Hochdruck fortgesetzt. 50 Kumpel konnten sich nach der Explosion am Mittwochabend noch in Sicherheit bringen.

Der Besitzer der Mine ist geflohen. Die chinesischen Bergwerke gehören trotz massiver Bemühungen in den vergangenen Jahren um bessere Sicherheitsstandards weiterhin zu den gefährlichsten der Welt. Im vergangenen Jahr kamen nach einer amtlichen Statistik 2.631 Bergarbeiter unter Tage ums Leben. 2002 waren es 6.995 gewesen.

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

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