Chile: Militär geht gegen Plünderer vor

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Das Militär hat die Plünderungen in Chile nach eigener Aussage im Griff.

Santiago de Chile/Concepción - Mit gepanzerten Fahrzeugen und Straßensperren ist das Militär gegen Plünderer im chilenischen Erdbebengebiet vorgegangen. Die Lage sei nun unter Kontrolle, heißt es.

Nach dem verheerenden Erdbeben in Chile ist das Militär mit harter Hand gegen Plünderer vorgegangen. “Die Lage ist unter Kontrolle“, sagte Staatspräsidentin Michelle Bachelet nach Medienberichten vom Mittwoch. “Die Soldaten sorgen in den betroffenen Gebieten nicht nur für Ordnung und Sicherheit, sondern verteilen auch Lebensmittel, Trinkwasser und andere Hilfsgüter.“ Der Militär errichtete eine Luftbrücke in die vom Erdbeben zerstörten Regionen Maule und Bíobío. 50 Maschinen brachten erstmals seit dem Beben vom Samstag Lebensmittel und Medikamente für die etwa zwei Millionen Opfer. Dank starker Militärpräsenz und nächtlicher Ausgangssperren kam es kaum noch zu Plünderungen und Raubüberfällen wie in den ersten Tagen nach dem Beben der Stärke 8,8. Bei einem der heftigsten je registrierten Beben waren mindestens 795 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden noch hunderte Menschen vermisst. Die Zahl der Verletzten war unbekannt.

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Das Militär setzte im Kampf gegen Banden gepanzerte Fahrzeuge ein und errichtete Straßensperren. “Wir wissen, dass kleine Gruppen sich zu kriminellen Aktionen hinreißen lassen und der Bevölkerung schweren Schaden zufügen“, sagte die Präsidentin. “Aber wir werden dies nicht tolerieren.“ Obwohl es einige Anfangsschwierigkeiten bei der Versorgung der Opfer gegeben hatte, lobten die Vereinten Nationen und auch US- Außenministerin Hillary Clinton die Maßnahmen der chilenischen Regierung angesichts einer der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. “Chile ist vielleicht das Land Lateinamerikas, das am besten für eine solche Katastrophe vorbereitet ist. Es hat außerordentlich strenge Bauvorschriften. Welches andere Land würde schon ein Beben der Stärke 8,8 so überstehen?“, sagte die stellvertretende UN-Nothilfekoordinatorin Catherine Bragg in New York. Es gebe eine klare Führung, die sich auch in der Krise bewiesen habe.

Auch Clinton hob bei einen Kurzbesuch in Santiago die Leistungen Bachelets hervor. “Sie und ihre Regierung haben große Führungsqualitäten bewiesen, und wir bewundern den Mut des chilenischen Volkes“, sagte sie. Zugleich übergab sie Satellitentelefone, um die Kommunikation in den vom Beben verwüsteten Regionen zu verbessern. Eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation World Vision, Paula Saez, berichtete unterdessen von schweren Zerstörungen in den Regionen Bíobío und Maule. “Einige Städte wie zum Beispiel Chillan, Curico und Lota sind von der Außenwelt abgeschnitten und zum Teil komplett zerstört. Die Menschen brauchen dringend Nahrungsmittel und Trinkwasser. Manche Dörfer, wie beispielsweise Puerto Saavedra, erscheinen völlig menschenleer. Die Bewohner haben sich aus Angst vor weiteren Flutwellen in die umliegenden Wälder und auf höher gelegene Hügel zurückgezogen“, teilte die Organisation mit.

dpa

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