Chemikalien-Einsatz: US-Küstenwache in der Kritik

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Die US-Küstenwache bei einem Einsatz im Golf von Mexiko.

Washington - Kurz vor der geplanten endgültigen Versiegelung des Öllecks im Golf von Mexiko ist die US-Küstenwache unter Beschuss geraten. Sie soll BP großzügig den Einsatz von Chemikalien zur Zersetzung des Öls erlaubt haben.

Dabei hatte die US-Regierung Ende Mai angeordnet, die Verwendung so stark wie möglich zu begrenzen. So habe der Konzern allein in einem Zeitraum von 54 Tagen 74 Mal die Genehmigung erhalten, das Mittel auf der Meeresoberfläche und auch unter Wasser einzusetzen, hielt der Kongressabgeordnete Edward Markey in einem Brief Küstenwachen-Admiral Thad Allen vor. Kein einziges Mal sei BP ein derartiges Ersuchen abgeschlagen worden. Der Klimaexperte Markey berief sich dabei nach Angaben der “Washington Post“ vom Sonntag auf die Analyse von Dokumenten.

Insgesamt sind seit Beginn der Ölpest am 20. April gut 6,8 Millionen Liter Chemikalien eingesetzt worden, etwa 3 Millionen davon nahe dem Leck am Meeresboden. Umweltexperten befürchten ökologische Langzeitschäden insbesondere wegen der Verwendung unter Wasser. Daher hatte die Regierung auch die Einschränkungen verfügt.

Voraussichtlich an diesen Dienstag will BP damit beginnen, das seit Mitte Juli mit einer provisorischen Kappe abgedeckte Leck endgültig zu verschließen. Als erster Schritt soll von oben zunächst schwerer Schlamm, dann Zement ins Bohrloch gepumpt werden. Danach plant BP eine ähnliche Aktion im Meeresboden: Schlamm und Zement sollen über einen Seitenzugang eingeleitet werden und das Bohrloch so von unten versiegeln. Ursprünglich sollte die erste Phase schon am Wochenende beginnen, aber eine kleinere Panne beim Bohren des Nebentunnels zwang zur Verschiebung.

dpa

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