Chefarzt nimmt todkranke Patienten aus

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Der Angeklagte Christoph Broelsch am 12. Januar vor Gericht.

Essen - Von todkranken Patienten hat der frühere Chefarzt Christoph Broelsch Geldspenden gefordert. Über 200 000 Euro gingen so an die Uniklinik Essen. Der Staatsanwalt will mehrere Jahre Haft.

Weil er von todkranken Krebspatienten für die Behandlung hohe Geldspenden gefordert hat, soll der frühere Chefarzt des Essener Uni-Klinikums Christoph Broelsch ins Gefängnis. Staatsanwalt Hans-Joachim Koch forderte am Montag vor dem Essener Landgericht eine vierjährige Haftstrafe und drei Jahre Berufsverbot für den Starchirurgen.

Die Anklagebehörde wirft dem dem seit Oktober 2007 suspendierten Mediziner Bestechlichkeit, Nötigung, Betrug, Abrechnungsbetrug und Steuerhinterziehung vor. Der Staatsanwalt sagte in seinem Plädoyer, Broelsch sei für viele Patienten der letzte Strohalm gewesen. Das habe er schamlos ausgenutzt. Die Patienten hätten sich das Leben bei ihm erkaufen müssen.

Laut Anklage sollen der Mediziner in 37 Fällen um ihr Leben bangende Kassenpatienten, die von im wegen Leber- oder Darmkrebs operiert werden wollten, aufgefordert haben, als Gegenleistung für eine zeitnahe und von ihm durchgeführte Operation eine “Geld-Spende“ zu leisten.

Broelsch wies Vorwürfe zurück

Die Zahlungen flossen laut Anklage auf ein Drittmittelkonto für Forschung und Lehre, auf das auch der Mediziner Zugriff hatte. Die meisten Patienten erklärten sich der Anklage zufolge in ihrer Verzweiflung zu den Zahlungen bereit.

Insgesamt sollen 219.000 Euro auf das Forschungskonto der Uniklinik geflossen sein. Der Mediziner habe eigensüchtig und aus bloßer Geldgier gehandelt, betonte der Staatsanwalt. In einem Fall habe Broelsch von seinen Patienten ausdrücklich 7.500 Euro in kleinen Scheinen verlangt. Das seien Verhältnisse wie am Bau.

Dass sich der Mediziner bis heute nicht bei seinen Patienten entschuldigt habe, sei erschreckend, sagte der Staatsanwalt. Broelsch selbst hatte die Vorwürfe bereits beim Prozessbeginn als Zumutung, völlig haltlos und rufschädigend zurückgewiesen. In einer Erklärung tat er die Vorwürfe als “Karl-May-Geschichten“ ab.

Er habe niemals die Notlage von Patienten ausgenutzt, um sich an ihnen zu bereichern - im Gegenteil. Die Spendenidee sei ihm gekommen, um auch Kassenpatienten eine Chefarztbehandlung zu ermöglichen, die sich das sonst nicht hätten leisten können. Der Prozess soll am 2. März mit dem Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt werden.

dapd

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