Satiremagazin verklagt

"Charlie Hebdo": Erdbeben-Karikatur ist "nichts besonderes"

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Das Erdbeben zerstörte die Stadt Amatrice nahezu vollständig.

Paris - Die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" hat ihre umstrittene Karikatur zu den Erdbebenopfern in Italien nach einer Diffamierungsklage verteidigt.

Der Tod sei ein "Tabu", das manchmal gebrochen werden müsse, sagte Zeitungschef Riss am Dienstag im französischen Sender France Inter. "Für uns ist das eine Zeichnung mit schwarzem Humor, wie wir sie vorher auch schon gemacht haben. Sie ist nichts Besonderes."

"Charlie Hebdo" hatte nach dem verheerenden Beben vom 24. August mit fast 300 Toten eine Karikatur mit dem Titel "Erdbeben nach italienischer Art" veröffentlicht. Blutende Erdbebenopfer wurden dabei als Nudelgerichte dargestellt, etwa als "Penne mit Tomatensauce". Unter Trümmerschichten ihrer eingestürzten Häuser begrabene Opfer wurden als "Lasagne" bezeichnet.

Die Karikatur führte zu einem Sturm der Entrüstung in Italien. Das Rathaus des von dem Erdbeben zerstörten Ortes Amatrice reichte am Montag Diffamierungsklage gegen "Charlie Hebdo" ein. Italienische Medien zitierten den Anwalt der kleinen Berggemeinde mit den Worten, die Karikatur stelle eine "unfassbare, törichte und makabere Schmähung der Opfer einer Naturkatastrophe" dar.

Die im Januar 2015 von einem islamistischen Anschlag getroffene Satirezeitung "Charlie Hebdo" eckt immer wieder mit derben Karikaturen an, die von Kritikern als geschmacklos geschmäht werden.

Drei Wochen nach Erdbeben: Schule in Italien wiedereröffnet

Knapp drei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Zentralitalien ist eine Schule in dem besonders betroffenen Ort Amatrice wieder eröffnet worden. In zwölf provisorischen Klassenräumen in bunten Containern können die etwa 170 Schüler des Ortes zu Beginn des neuen Schuljahres wieder unterrichtet werden. „Das war eine außergewöhnliche Arbeit“, lobte Italiens Bildungsministerin Stefania Giannini bei der Eröffnung am Dienstag „Heute ist ein Neustart.“

Die neu aufgebaute, angeblich erdbebensichere Schule war bei dem Beben mit einer Stärke von mehr als sechs eingestürzt. „Danke an diejenigen, die es möglich gemacht, die Schule in Amatrice wieder zu eröffnen. Wir sind noch am Anfang, es ist noch ein langer Weg“, schrieb Regierungschef Matteo Renzi auf Twitter. Amatrices Bürgermeister Sergio Pirozzi sagte: „Wir beginnen jetzt neu, weil wir mit dieser Schule wieder alles haben.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei ihrem Besuch in Italien Ende August angekündigt, Deutschland werde den Wiederaufbau einer Schule im Erdbebengebiet finanzieren. Um welche Schule es sich handelt und wann das Projekt startet, war zunächst noch unklar.

afp/dpa

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