Jemen: 28 Tote bei Explosion in Waffendepot

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Bricht im Jemen bald ein Bürgerkrieg aus? Präsident Ali Abullah Salih hat am Sonntag davor gewarnt.

Sanaa - In der Nacht zum Donnerstag gab es in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mehrere Explosionen in Vororten. 28 Personen kamen dabei ums Leben. Die Rebellen fordern den Rücktritt von Präsident Ali Abullah Salih.

Sanaa wird immer mehr zum Schlachtfeld. Seit Montag wurden in der jemenitischen Hauptstadt nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 80 Menschen getötet. Alleine in der Nacht zum Donnerstag starben nach Angaben des Verteidigungsministeriums 28 Menschen durch eine Explosion in einem Waffendepot. Das Waffendepot habe dem mit Präsident Ali Abdullah Salih verfeindeten Al-Ahmar-Clan gehört, meldete die Regierungspresse.

Augenzeugen hörten am Morgen Schüsse und die Einschläge von Granaten. Bei den Gefechten zwischen den Gefolgsleuten von Scheich Sadik al-Ahmar und den Regierungstruppen seien seit Montag 45 Stammeskämpfer getötet worden, sagte ein Sprecher des Scheichs der Nachrichtenagentur dpa in Sanaa. Der Scheich ist Führer des Haschid-Stammes, dem auch der Präsident angehört. Al-Ahmar unterstützt aber die Demonstranten, die seit Anfang Februar den Rücktritt des seit 32 Jahren amtierenden Präsidenten verlangen.

Lokale Medien meldeten am Donnerstag, der Generalstaatsanwalt bereite Haftbefehle wegen Verrats und bewaffneten Aufstandes gegen mehrere Führer des Al-Ahmar-Clans vor. In einem Interview mit dem Nachrichtensender “Al-Arabija“ sagte Scheich Sadik al-Ahmar daraufhin: “Ich bin in meinem Haus, niemand kann mich verhaften. Ich werde bis zum Tod gegen Ali Abdullah Salih kämpfen ... er wird barfuß abtreten.“

Bislang konzentrierten sich die Kämpfe vor allem auf das Gebiet um die Residenz Al-Ahmars im Innenstadtviertel Hasaba. Schießereien wurden aber am Donnerstag auch aus anderen Stadtteilen gemeldet. Im nördlichen Vorort Arhab stießen Regierungstruppen mit Kämpfern des Arhab-Clans zusammen. Neun Stammeskämpfer wurden getötet, 20 weitere verletzt, verlautete aus Stammeskreisen.

Auch die Regierungstruppen hatten Opfer, ihre Zahl wurde vorerst nicht bekannt. Das US-Außenministerium ordnete indes den Abzug aller Botschaftsmitarbeiter an, deren Arbeit nicht unbedingt notwendig ist.

dpa

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