Zugunglück bei Brüssel: “Es war, als wenn die Erde bebt“

Brüssel - Zwei Regionalzüge sind am Montagmorgen im belgischen Halle bei Brüssel frontal zusammengestoßen. Dabei kamen mindestens 18 Menschen ums Leben. Augenzeugen berichten vom Drama vor Ort.

Das schwere Zugunglück in Belgien mit mehreren Toten geht auf menschliches Versagen zurück. Einer der beiden Lokführer habe ein Stoppsignal übersehen, sagte der Gouverneur von Flämisch-Brabant, Lodewijk De Witte, am Montag.

Viele Menschen wurden verletzt

Bei dem Unfall wurden zig Menschen verletzt, so der Bürgermeister von Buizingen, Dirk Pieters. Er berief sich auf Berichte von Einsatzkräften am Unfallort.

Das Unglück ereignete sich zwischen den Bahnhöfen Buizingen und Halle am Brüsseler Stadtrand. Am Montagmorgen herrschte eisiges Winterwetter mit dichtem Schneefall.  Bei dem Unfall verkeilten sich die beiden ersten Waggons der Züge ineinander; die Wucht des Aufpralls schob sie nach oben und riss die Außenhaut eines Waggons weg. Mindestens ein weiter Wagen sprang aus den Gleisen.

Belgien: Regionalzüge prallen zusammen - 12 Tote

Regionalzüge prallen zusammen - 20 Tote

Die Feuerwehr musste die Passagiere aus den schwer beschädigten Wagen befreien. Die Retter bargen mindestens 12 Tote. Weitere Leichen liegen noch in den Wracks, bis zu 25 Opfer könnten es insgesamt sein.

Der Bürgermeister sagte weiter, die Schwerverletzten würden an Ort und Stelle behandelt und dann in ein Krankenhaus gebracht. Helfer brachten die Leichtverletzten in ein Sportzentrum in Halle. Die Behörden richteten ein Krisenzentrum ein.

Reaktionen am Unfallort: “Es war, als wenn die Erde bebt“

Nach dem schwersten Zugunglück Belgiens seit Jahrzehnten steht das Land unter Schock. “Es war, als wenn die Erde bebt“, sagt der 21- jährige Augenzeuge Wire Leire. Er wohnt nur rund 50 Meter von den Bahngleisen entfernt. “Der laute Knall hat mich geweckt.“ Um 8.30 Uhr knallten die Züge ineinander und ließen die Anwohner aufschrecken. “Da gab ein großes Licht und eine Explosion“, erzählt Nathalie Evenepoel.

Die Anwohner kamen aus den kleinen Reihenhäusern gleich neben dem Bahngleis gelaufen und versuchten zu helfen. Viele Opfer befreiten sich aus eigener Kraft aus den Zügen, zerschlugen die Fenster und kletterten aus den Zügen. Blutüberströmte Menschen mit Kopfverletzungen und Schnittwunden irrten im Schneegestöber und bei Minusgraden über die Gleise.

Internationaler Zugverkehr gestört

Nach dem schweren Zugunglück ist der internationale Bahnverkehr von Belgien nach Frankreich und England gestört. Die Hochgeschwindigkeitszüge von Brüssel nach Paris fuhren am Vormittag nicht mehr, berichteten belgische Medien unter Bezug auf die Bahnbetreibergesellschaft Infrabel. Passagiere, die von Deutschland aus den Schnellzug Thalys nach Paris nutzen wollten, mussten in Brüssel aussteigen.

Auch auf der Strecke nach England fuhren teilweise keine Züge mehr. Die Störungen werden laut Bahn den ganzen Tag lang dauern.

Der Zugverkehr zwischen Brüssel und dem Südwesten des Landes wurde vorübergehend eingestellt. Unterbrochen waren auch die Verbindungen des Eurostars und des Thalys zwischen Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln.

Die Bahngesellschaft erklärte, bei dem Unglück seien 25 Menschen ums Leben gekommen. Bürgermeister Dirk Pieters sprach von 20 Toten und berief sich dabei auf Berichte von Einsatzkräften am Unfallort. Der Gouverneur der Provinz Flämisch-Brabant, Lodewijk De Witte, gab die Zahl der Toten mit mindestens zehn an.

Die Zahl der Verletzten war zunächst nicht bekannt. Laut einem Bericht des Radiosenders VRT wurden einige der Opfer in Krankenhäuser eingeliefert, andere wurden in einem nahegelegenen Sportzentrum medizinisch versorgt. Eine Sprecherin der Bahngesellschaft sagte, es sei erheblicher Schaden entstanden.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die vorderen Wagen der beiden Züge durch die Wucht der Kollision entgleisten, sie waren ineinander verkeilt. Ein weiterer Waggon kam auf der Seite zu liegen. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 08.30 Uhr herrschte leichter Schneefall.

dpa/apn

Rubriklistenbild: © dpa

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