Breivik entschuldigt sich bei Unschuldigen

Oslo - Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik hat sich zu Beginn der zweiten Prozesswoche bei einigen seiner Meinung nach unschuldigen Opfer entschuldigt.

Einige der Verletzten oder Toten im Osloer Regierungsviertel hätten keine Verbindung zur Politik und den Ministerien gehabt. Diese Personen seien nicht das eigentliche Ziel gewesen, sagte Breivik am Montag vor Gericht. “An alle diese möchte ich eine große Entschuldigung richten.“ Zuvor hatte Breivik betont, seine jugendlichen Opfer auf der Ferieninsel Utøya seien alles andere als unschuldig, sondern politische Aktivisten gewesen.

Ob er sich auch bei den Familien der anderen Opfer, wie den 69 in einem Jugendlager auf Utöya Getöteten entschuldigen wolle, fragte der Staatsanwalt. „Nein, tue ich nicht“, sagte der 33-Jährige. „Utöya ist ein Lager zur politischen Indoktrination. Ich sehe alle multikulturellen politischen Aktivisten als Monster, als böse Monster, die sich wünschen, unser Volk auszumerzen, unsere ethnische Gruppe, unsere Kultur und unser Land“, sagte Breivik.

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Auf die Frage, warum er einen Mann während seines Amoklaufs verschont habe, antwortete Breivik, die Erscheinung des Mannes habe „rechtsgerichtet“ auf ihn gewirkt. „Als ich ihn anschaute, sah ich mich selbst. Ich denke, das war der Grund, warum ich nicht auf ihn schoss.“  

Zweifel bei Massenmord auf Utøya

Während seines Massakers auf der norwegischen Ferieninsel Utøya sind dem Attentäter nach eigener Aussage auch Zweifel gekommen. “Viele Menschen in Norwegen hätten es mehr verdient, hingerichtet zu werden, als diese Jugendlichen“, sagte der 33-Jährige. Dabei beziehe er sich beispielsweise auf Journalisten. Als er auf der Insel ein Handy gefunden habe, habe er angefangen zu zweifeln und die Polizei angerufen um sich zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Breivik rund 40 seiner später 69 Opfer getötet. “Warum töteten Sie weiter?“, fragte Staatsanwältin Inga Bejer Engh. Breivik sagte nur, er könne sich nicht daran erinnern, was er in diesem Moment gedacht habe.

Bizarrer Vergleich mit seiner Familie

Breivik hat das Leid, das er den Familien seiner Opfer zufügte, mit seiner eigenen Situation verglichen. Auch er habe nach den Anschlägen vom 22. Juli den Kontakt zu Freunden und Familie verloren, sagte Breivik am Montag vor Gericht. “Der einzige Unterschied war, dass ich es mir so ausgesucht habe“, erklärte er.

Desweiteren hat Breivik Detailfragen zu seinem Massaker auf der Ferieninsel Utøya beantwortet. Für Schüsse über kurze Distanzen habe er eine Pistole genutzt, für längere Strecken ein halbautomatisches Gewehr. An vieles erinnere er sich nicht mehr, betonte der 33-Jährige am Montag in Oslo.

Er hatte auf der Insel im vergangenen Sommer 69 Menschen getötet. Eigentlich sollte Breivik am Montag auch zu den zwei psychiatrischen Gutachtenbefragt werden. Es sei aber wahrscheinlich, dass dieses Thema auf den kommenden Mittwoch verschoben werden müsse, sagte Staatsanwalt Svein Holden.

dpa

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