BP: "Top Kill" ist gescheitert

Washington - Massiver Fehlschlag im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko: Der Ölkonzern BP ist mit dem Versuch gescheitert, die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko zu verschließen.

Die “Top Kill“ genannte Operation, bei der tonnenweise Schlamm in das Bohrloch gepumpt wurde, habe den Austritt von Öl und Gas ins Meer nicht stoppen können, sagte BP-Manager Doug Suttles am Samstag. Die Arbeiten wurden endgültig abgebrochen.

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Die massive Verschmutzung des Meeres geht damit unablässig weiter. Täglich fließen 1600 und 3400 Tonnen Rohöl ins Meer. Schon jetzt ist es nach Zahlen die größte Ölpest in der US-Geschichte. Seit Beginn es Dramas sind nach Angaben von Experten rund 40 000 Tonnen Öl ins Meer gelangt. Beim dem Unfall des Tankers “Exxon Valdez“ 1989 vor Alaska waren es 35 000 Tonnen. Mehr als 270 Kilometer Küste und 13 Hektar Marschland seien verseucht, sagte Mary Landry von der US-Küstenwache. Mehr als 470 Vögel, 220 Schildkröten und 25 Meeressäuger sind verendet.

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Die BP-Ingenieure hatten in den vergangenen Tagen dreimal mit hohem Druck insgesamt fast fünf Millionen Liter Schlamm und andere Gegenstände wie Plastikwürfel, Golfbälle und verknotete Seile in das Bohrloch gepumpt, um es zu verstopfen. “Wir wissen nicht genau, warum es nicht geklappt hat“, sagte Suttles bei einer Pressekonferenz in Robert (Louisiana). BP-Chef Tony Hayward sagte dem Fernsehsender CNN, er sei sehr enttäuscht. Die Technik habe fehlerfrei gearbeitet.

Die unablässig sprudelnde Quelle wird sich nun wahrscheinlich frühestens im August verschließen lassen. BP bohrt derzeit neue Zugänge zur Quelle rund vier Kilometer unter dem Meeresboden. “Wir sind damit halb fertig. Aber je weiter runter wir kommen, desto schwerer wird es.“

Das Unternehmen wolle nun umgehend damit beginnen, eine andere Technik einzusetzen, die das ausströmende Öl zumindest auffangen soll. Dabei wird das bestehende Steigrohr zur Quelle abgesägt. Auf die Öffnung wird ein Auffangbehälter gestülpt, der das Öl und Gas zu einem großen Teil sammeln soll. Von dort würde es durch eine Leitung zu einem Schiff an der Meeresoberfläche geleitet - wenn alles klappt. “Wir können nicht garantieren, dass es funktioniert“, sagte Suttles. Es könne vier bis sieben Tage dauern, bis man es wisse.

Auch sei nicht sicher, wie viel Öl auf diese Weise tatsächlich aufgefangen werde. Eine ähnlicher Versuch war vor mehreren Wochen gescheitert, weil Eiskristalle die Leitung am Auffangbehälter verstopften. Allerdings hatte BP eine wesentlich größere, 13 Meter hohe Kuppel eingesetzt. Man habe das Verfahren verbessert, sagte Sutlles. Die neue Anlauf sei zeitgleich zum “Top Kill“ vorbereitet worden.

Landry sagte, dass der Einsatz gegen die Ölpest an den Küsten und auf dem Meer nun wichtiger sei denn je. Sie äußerte allerdings die Sorge vor der nahenden Hurrikan-Saison. “Die Herausforderung ist das Wetter.“ In den vergangenen zwei Wochen konnte das Einsatzteam nur wegen der sehr guten Witterung außergewöhnlich viel Öl von der Meeresoberfläche abschöpfen und kontrollierte Brände vornehmen.

dpa

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