Zement verschließt Ölquelle vor US-Küste

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Im Golf von Mexiko finden die letzten Tests statt

Washington - Der Zementpfropfen sitzt, die Quelle ist versiegelt. Fast auf den Tag genau fünf Monate dauerte das Drama um das Ölleck im Golf von Mexiko. Das Ausmaß der Naturkatastrophe:

Fünf Monate nach Beginn der wohl schwersten Ölpest der Geschichte ist die defekte Ölquelle im Golf von Mexiko endgültig verschlossen. Ingenieuren des britischen BP-Konzerns gelang es, Zement bis an die Quelle rund 4000 Meter unter dem Meeresboden zu pumpen. Dieser sei ausgehärtet und versiegele die Basis des Bohrlochs, berichteten US-Medien. Bevor die Quelle offiziell für “tot“ erklärt wird, wollten die Experten am Sonntag noch letzte Drucktests auswerten.

Insgesamt waren rund 780 Millionen Liter Rohöl ins Meer geflossen und hatten weite Teile der US-Golfküste verseucht. Die Operation “Bottom Kill“, die am Freitag gestartet worden war, gilt als das “große Finale“, um die defekte Ölquelle rund 70 Kilometer vor der Küste Louisianas für immer zum Versiegen zu bringen. Über Monate waren dazu zwei Entlastungsbohrungen in die Tiefe des Meeresgrundes getrieben worden.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

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Die Katastrophe war am 20. April durch eine Explosion auf der Ölplattform “Deepwater Horizon“ ausgelöst worden. Elf Arbeiter kamen dabei ums Leben. Die Plattform sank, die Ölleitung riss ab. Fast drei Monate lang sprudelte Öl ins Meer. Weite Teile der US-Golfküste wurden verseucht, zeitweise war in rund einem Drittel der amerikanischen Küstenregionen der Fischfang untersagt.

Mehrmals versuchten BP-Ingenieure vergeblich, mit Robotern Stahlkuppeln über dem Leck zu platzieren, um das Öl auf Schiffe abzupumpen. Vor allem wegen der großen Tiefe erwiesen sich die Arbeiten als überaus kompliziert. Erst Mitte Juli konnte der Ölfluss gestoppt werden: Ingenieure dichteten das Leck an der Steigleitung am Meeresboden ab.

Die Ölpest dürfte als die weltweit schlimmste in die Geschichte eingehen: Beim bislang größten Bohrinsel-Unfall der “Ixtoc“ 1979 vor Lateinamerika gelangte etwa eine halbe Million Tonnen Rohöl ins Meer. Nach der Havarie des Tankers “Exxon Valdez“ 1989 vor der Küste Alaskas waren es 40 000 Tonnen, bei dem Unglück nun geschätzte 660 000 Tonnen.

USA kämpft gegen die Öl-Pest

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Auch mit der Versiegelung sei der Fall noch lange nicht abgeschlossen, betonte der Sonderbeauftragte der Regierung, Thad Allen, am Samstag. Nach wie vor seien rund 900 Kilometer Küste mehr oder weniger verschmutzt. Über 25 000 Menschen, darunter viele freiwillige Helfer, seien mit Säuberungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Diese Arbeiten dürften noch weit in den Herbst andauern.

Vor allem die Fischerei und der Tourismus waren von der Ölpest betroffen. Zeitweise waren rund ein Drittel der Küstengewässer für den Fischfang gesperrt. Auch den beliebten Stränden Floridas näherten sich streckenweise Teerklumpen und ein Ölfilm.

20 Milliarden Dollar Entschädigung von BP

Nach wie vor ist die genaue Ursache des Unglücks nicht bekannt. Zwei Tage nach der Explosion sank die Bohrinsel und eine Steigleitung in 1500 Meter Tiefe brach. Unklar ist auch, warum ein Sicherheitsventil versagte, das ein Austreten des Öls hätte verhindern sollen.

US-Präsident Barack Obama hatte von Beginn an klargestellt, dass BP die Verantwortung trägt. BP versprach, für Schäden aufzukommen und will dafür 20 Milliarden Dollar (15,3 Milliarden Euro) zur Verfügung stellen.

dpa

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