Blumiger Liebesbeweis zum Muttertag

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Die Rose heute die beliebteste Blume zum Muttertag.

Süßigkeiten, Parfüm oder das neueste Foto vom Enkel: Die Mehrzahl der Deutschen entscheidet sich dann doch für Blumen als Geschenk zum Muttertag. Rosen stehen auf der Beliebtheitsskala ganz oben. Das war aber nicht immer so.

Als der Muttertag seinen Anfang nahm, stand die Nelke im Mittelpunkt. Die Nelke war die Lieblingsblume von Ann Marie Reeves Jarvis. Die Frau eines Methodistenpfarrers wollte bereits in den 1850er Jahren einen Tag für die Mütter ins Leben rufen. Dabei ging es ihr aber nicht um das kleine Dankeschön von Kindern und Ehemann. Sie wollte auf die schlechten hygienischen und sozialen Bedingungen aufmerksam machen, unter denen Frauen arbeiten mussten. Aber erst ihrer Tochter Anna Marie Jarvis gelang der Durchbruch.

1908 kann als Geburtsjahr des Muttertages angesehen werden. Damals verteilte Anna Marie nach einem Gottesdienst in der Episcopal Church in Grafton, West Virginia - in dem der Verdienste der Mütter gedacht wurde - die Lieblingsblume ihrer Mutter. Mit roten Nelken wollte sie an die lebenden, mit weißen an die verstorbenen Mütter erinnern. Sie begeisterte Politiker und Multiplikatoren für die Idee, und 1914 wurde der erste offizielle Muttertag in den USA gefeiert.

Inzwischen gibt es den Muttertag fast überall auf der Erde. Je nach Land kann der Termin dafür im Februar, März oder im Oktober liegen. Aber die meisten begehen ihn so wie wir am zweiten Sonntag im Mai. In Deutschland hielt er 1923 Einzug, ins Leben gerufen vom Blumenhandel. 1925 nahm sich die Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit des Tages an und dichtete dazu: “Gedenk heut deiner Mutter Güte, bring ihr eine frische Blüte“.

Die beliebtesten Blumen zum Muttertag

Die beliebtesten Blumen zum Muttertag

Frische Blüten, das waren damals vor allem die Blumen der Saison. Also wurden auch die Mütter zum Muttertag mit allem beschenkt, was die Jahreszeit hergab. Hoch im Kurs standen romantische Blumen wie Maiglöckchen, Vergissmeinnicht, Veilchen und Tränende Herzen. Aber auch Flieder, Pfingstrosen, späte Tulpen und Narzissen sowie frühe Rosen waren als Muttertagsgeschenk beliebt.

Ein paar Jahre blieb das so. Dann war es vorbei mit dem familiären Muttertag. Die Nazis vereinnahmten ihn. 1934 erklärten sie den Muttertag zum nationalsozialistischen Feiertag, den sie mit offiziellen Mütterehrungsfeiern begingen. Von 1939 an stand die Verleihung des Mutterkreuzes als Dank für Gebärfreudigkeit und Opferbereitschaft der deutschen Mutter im Mittelpunkt der Inszenierung.

Der Neubeginn nach dem Krieg gestaltete sich schwierig. Zu nachhaltig war die Glorifizierung der Mütter noch in Erinnerung. Ein offizieller Feiertag wurde der Muttertag nicht mehr. Aber ab 1949 warben Gärtner und Blumengeschäfte wieder darum, zum Muttertag Blumen zu schenken. Neben den späten Frühlingsblumen, Rosen, Freesien, Margeriten und Anemonen waren Nelken mit ihren lange haltenden Blüten besonders gefragt.

Meist begleitete ein wenig Spargelkraut die drei, fünf oder sieben Stiele. Wer etwas tiefer ins Portemonnaie greifen und für andauernden Blumenschmuck sorgen wollte, verschenkte eine blühende Topfpflanze, die eine Krepppapier-Manschette umwand. Lorraine-Begonien, Hortensien und Gloxinien standen in der Beliebtheitsskala ganz oben.

Seither haben sich die Vorlieben gewandelt und entsprechend auch die Auswahl, die zum Muttertag getroffen wird. Unangefochten behauptet die Rose die Spitze. Sie dominiert einzeln, meist aber als gemischter Strauß, umgeben von Freesien und Ornithogalum, von Anemonen, Schleierkraut und Herzenskelch (Eucharis).

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