Im Dunstkreis von Baby Gammy

Bizarrer Fall um japanischen Samenspender geht weiter

Bangkok - Thailands Polizei will einen Japaner sprechen, der mehr als zehn Leihmutter-Babys gezeugt haben soll. Denn der DNA-Test des Mannes reicht der Polizei noch nicht.

Der bizarre Fall eines Japaners, der in Thailand offenbar mehr als zehn Kinder auf künstlichem Wege zeugte und von Leihmüttern austragen ließ, sorgt weiter für Schlagzeilen. Der Mann will seine Vaterschaft per DNA-Test beweisen - doch den Behörden reichen die eingereichten Unterlagen nicht aus, wie ein Polizeisprecher am Dienstag im Rundfunk sagte.

Ein Anwalt des Mannes hatte den Behörden eine schriftliche DNA-Analyse übergeben. Die Beamten wollten aber nach wie vor persönlich mit dem Mann sprechen, sagte ein Polizeisprecher. Die Anwälte bestreiten die Vaterschaft nicht - die Motive für die vielen Zeugungen in Thailand sind aber unklar. Die Polizei ermittelte zunächst wegen Verdachts auf Menschenhandel.

Mitsutoki Shigeta (24) geriet nach dem Skandal um das von australischen Eltern bei seiner Leihmutter in Thailand im Stich gelassene Baby Gammy ins Visier der Polizei. Sie fand nach einem Hinweis von Nachbarn in einer Wohnung in Bangkok neun Leihmutter-Babys mit Kindermädchen. Der Japaner soll diese Babys alle selbst gezeugt haben: Den Leihmüttern sollen befruchtete Eizellen eingesetzt worden sein. DNA-Tests ergaben bereits, dass es sich um Geschwister handelt. Ob Shigeta der Vater ist, ist aber mangels DNA-Tests noch unklar.

Der Japaner reiste nach der Entdeckung der Wohnung aus Bangkok ab. Es gebe keine Anzeichen für eine Straftat, insofern werde nicht nach dem Mann gefahndet, betonte die Polizei. Die Ermittler wollten ihn aber sprechen, um die Sachlage aufzuklären. Gegen einen Arzt, der auch Shigeta Leihmütter vermittelt haben soll, wird unterdessen ermittelt. Er soll nicht die richtige Lizenz für seine Klinik gehabt haben.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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