Wickelrock statt knapper Bademode

Bikini-Verbot bei Miss-World-Wahl

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Ein Auftritt im Bikini ist für die Kandidatinnen bei der Wahl zur Miss World in diesem Jahr tabu.

Jakarta - Die schönsten Frauen der Welt in knapper Bademode - diesen Anblick wird es bei der diesjährigen Wahl zur „Miss World“ in Indonesien nicht geben. Der Bikini-Auftritt ist verboten.

Bei der diesjährigen Wahl der Miss World in Indonesien dürfen die Teilnehmerinnen nicht wie sonst üblich im Bikini auftreten. Stattdessen werden sie aus Respekt vor den Sitten im bevölkerungsreichsten muslimischen Staat der Welt lange Wickelröcke tragen. Die Vorausscheidungen für den Wettbewerb finden auf der indonesischen Ferieninsel Bali statt, das Finale am 28. September in Sentul nahe der Hauptstadt Jakarta.

Die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs hatten bei Miss World in London beantragt, die knappen Bikinis durch die traditionellen balischen Sarongs zu ersetzen, wie Veranstalter Adjie S. Soeratmadjie am Donnerstag erklärte. Die Miss-World-Organisation habe den Antrag aus Rücksicht auf die traditionellen Werte Indonesiens bewilligt. „Das ist ein sensibles Thema in Indonesien“, erklärte der Veranstalter. „Wir haben es seit vergangenem Jahr diskutiert und sie haben zugestimmt.“

Die Vorsitzende der Miss-World-Organisation, Julia Morley, bestätigte, dass keine der 137 Teilnehmerinnen einen Bikini tragen werde. „Indonesien entwirft für uns ein sehr schönes einteiliges Strand-Outfit und ich bin damit sehr zufrieden“, sagte sie der Nachrichtenagentur AP. Es sei ihr wichtig sich in einem Gastgeberland respektvoll zu verhalten. Die Miss-World-Wahlen wurden erstmals in den 1950er Jahren abgehalten. Die damalige Siegerin wurde in einem zweiteiligen Badeanzug gekrönt.

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In Indonesien war zuletzt über die Veranstaltung gestritten worden. Geistliche des Indonesischen Ulema-Rats (MUI) kündigten an, in einem Brief an Präsident Susilo Bambang Yudhoyono eine Absage des Wettbewerbs zu fordern. Die Hardliner-Gruppe Hizbut Tahrir Indonesia rief zu Protesten auf und forderte eine Verlegung der Veranstaltung.

Die Muslime in Indonesien sind mehrheitlich eher gemäßigt. Doch in den vergangenen Jahren haben sich Hardliner immer vehementer für die Wahrung islamischer Werte in dem südostasiatischen Land ausgesprochen und auch scharfe Warnungen gegen ihrer Meinung nach blasphemisches Verhalten ausgestoßen.

Lady Gaga musste ihr ausverkauftes Konzert in Indonesien im Mai nach Drohungen von islamistischen Hardlinern absagen, die sie als „Teufelsanbeterin“ bezeichneten. Jennifer Lopez entschärfte bei ihrem Auftritt in Jakarta im vergangenen Dezember ihre Tanzeinlagen und Outfits.

AP

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