Beamten-Gewinnspiel aus Steuergeldern

Potsdam - Mit einem internen Tipp-Spiel zur WM hat das Innenministerium Brandenburgs für Empörung gesorgt. Mitmachen dürfen nur Beamte, für die Gewinne blecht aber der Steuerzahler.

Tippen zur Fußball-Weltmeisterschaft - aber nur für Behördenmitarbeiter: Ein verwaltungsinternes Tippspiel für Brandenburgs Beamte hat Innenminister Rainer Speer (SPD) in Bedrängnis gebracht. Zu den Gewinnen zählten ein Netbook, eine Digitalkamera und eine Festplatte im Gesamtwert von rund 530 Euro - finanziert aus Steuermitteln.

Die Empörung über das Tipp-Spiel, das vom Landesrechenzentrum im Intranet angeboten wird, ging nach einem Bericht der “Bild“-Zeitung durch alle Fraktionen. Das Innenministerium reagierte schnell und streute sich Asche auf das Haupt: “Das war ein Fehler“, sagte Sprecher Ingo Decker und versprach: “Da ziehen wir die Bremse.“

Das Spiel war eine Idee des Brandenburgischen IT-Dienstleister ZIT, der für die Internetprojekte des Landes zuständig ist. Er stellte das Spiel auch - mit Wissen des Ministeriums - ins Intranet ein. “Die vorgesehene Finanzierung von Preisen für das WM-Tippspiel aus Haushaltsmitteln ist ein Fehler“, hieß es in einer Mitteilung des Innenministeriums. Aber: “Wenn die Preise privat gesponsert werden, ist es ja kein Problem“, meinte ein Sprecher. Es werde in jedem Fall sichergestellt, dass keine Haushaltsmittel verwendet würden.

Rund 30 000 der insgesamt 50 000 Landesbediensteten haben laut Ministerium auf das Spiel Zugriff - beteiligt haben sich nach ZIT-Angaben rund 300.

dpa

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