Trotz religiöser Überzeugung

Bäckerei muss Torte für schwules Ehepaar backen

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Colorado - Ein Konditor verweigert einem schwulen Paar die Hochzeitstorte. Der gläubige Christ hält die beiden für Sünder. Vor Gericht setzt sich jedoch die Liebe durch.

Ein Konditor im US-Bundesstaat Colorado muss einem schwulen Paar eine Hochzeitstorte backen - auch wenn das gegen seine religiösen Überzeugungen verstößt. Ein Berufungsgericht entschied am Donnerstag, dass der Masterpiece Cakeshop gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen habe. Der Besitzer hatte einem homosexuellen Paar 2012 die Hochzeitstorte verweigert, die Männer reichten dagegen Klage ein - nun bekamen sie Recht. Das Berufungsgericht in Colorado urteilte, dass die persönliche Ablehnung der Homoehe niemanden dazu berechtige, die Anti-Diskriminierungs-Regeln für Geschäfte in dem Bundesstaat zu missachten. Dem Bäcker stehe es frei, zu seinen religiösen Überzeugungen zu stehen. Wenn Masterpiece allerdings "weiterhin Geschäfte im Staat Colorado machen möchte, dann verbietet ihnen das Gesetz, Kunden nach deren sexueller Orientierung auszuwählen".

Nicht die erste Verweigerung eines Bäckers gegenüber homosexuellem Paar

Im vergangenen Monat war eine Bäckerei im Bundesstaat Oregon zu 135.000 Dollar (121.000 Euro) Entschädigung verurteilt worden, weil sie keine Torte für eine Hochzeitsfeier von Homosexuellen liefern wollte. In einer historischen Entscheidung hatte der Oberste Gerichtshof Ende Juni die Homoehe überall in den Vereinigten Staaten erlaubt. Der Supreme Court erklärte Verbote von gleichgeschlechtlichen Eheschließungen in einer Reihe von Bundesstaaten für verfassungswidrig. Bereits zwei Jahre zuvor hatte der Supreme Court ein Bundesgesetz gekippt, das die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definierte.

Widerstand in konservativen Bundesstaaten weiterhin enorm

Der Widerstand gegen die Homoehe ist in konservativ geprägten Bundesstaaten im Mittleren Westen und im Süden der USA aber weiter groß. In mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten dürfen sich Geschäftsleute mit Verweis auf ihre religiösen Überzeugungen weigern, homosexuelle Kunden zu bedienen. Die dortigen Diskriminierungsverbote schließen die sexuelle Orientierung anders als etwa in Colorado nicht ein. In Kentucky wehrte sich eine Standesbeamtin gerichtlich dagegen, homosexuellen Paaren den Trauschein auszustellen. Die Frau legte am Donnerstag Widerspruch gegen die Entscheidung eines Bundesrichters ein, der sie zu Eheschließungen von Schwulen und Lesben verpflichtet hatte. Die religiösen Überzeugungen würden sie von ihren Pflichten als Standesbeamtin nicht entbinden, hatte der Bundesrichter geurteilt.

AFP

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