Todesfahrt bei Schützenfest: Entschuldigung

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Rettungsarbeiten im sauerländischen Menden, nachdem ein 79-Jähriger am 19.07.2009 mit seinem Auto (vorne rechts) ungebremst in einen Schützenfestumzug gerast war.

Menden - Zum Auftakt im Prozess um die Todesfahrt bei einem Schützenumzug im sauerländischen Menden hat sich der Angeklagte bei den Betroffenen entschudligt. Was sonst noch im Gericht passierte:

Mit Vollgas raste ein Auto im Juli 2009 in den Umzug eines Schützenvereins im sauerländischen Menden. Dabei starben drei Männer. Mehrere Dutzend wurden verletzt. Vor dem Arnsberger Landgericht begann am Freitag der Prozess gegen den inzwischen 80 Jahre alten Unfallfahrer. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.

Mit einer persönlichen Entschuldigung wandte sich der Angeklagte erstmals direkt an die Hinterbliebenen und Verletzten. “Es tut mir unendlich leid, dass ich so vielen Menschen Leid zugefügt habe“, sagte er sichtlich bewegt. Zum Hergang konnte er sich aber nicht äußern. Seine Erinnerung setzte nach seinen Angaben aus, während er noch in einer Autoschlange hinter dem Schützenumzug wartete.

Einen Black-out seines Mandanten hatte der Verteidiger des Mannes bereits kurz nach der Todesfahrt geltend gemacht. Der Rentner sagte, er könne sich erst wieder erinnern, als er auf einer Mauer gesessen habe. “Da habe ich mein Auto gesehen, an der Seite beschädigt und habe Hubschrauber gehört.“

Dazwischen war der Mann laut Anklage hupend und mit aufheulendem Motor an einem Absperrfahrzeug hinter dem Schützenumzug vorbeigefahren. Dann raste der Wagen mit Tempo 65 in die Gruppe marschierender Schützen. “Die Menschen flogen wie Kegel in die Luft“, sagte Rüdiger Morena, der den Unfall hautnah mitbekommen hatte. Der Geschäftsführer der Mendener Bürgerschützen wohnte dem Prozessauftakt als Zuschauer bei. Die Bilder der Toten und Verletzten auf der Straße werde er wohl nie vergessen können.

Mehrere Hundert Menschen hatten die Schützenparade mitverfolgt, als der Rentner in die Menge raste. In der kommenden Woche will das Gericht mit der Vernehmung von 25 Zeugen beginnen. Außerdem sollen mehrere Gutachter zum Unfallablauf und zum Gesundheitszustand des 80-Jährigen gehört werden. Ein Urteil soll Ende November gesprochen werden.

dpa

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