Teures Geschoss aus dem All

Warum dieser Asteroid 195 Milliarden Euro wert ist

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Am 15. Februar 2013 wird der Asteroid 2012 DA14 knapp an der Erde vorbeischrammen, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa berichtet (undatierte Video-Illustration).

Washington - Teures Geschoss aus dem All: Der Asteroid „2012 DA14“, der am Freitag knapp an der Erde vorbeirasen soll, könnte nach Ansicht von Experten bis zu 195 Milliarden Euro wert sein.

Wenn nur zehn Prozent seiner Masse aus wertvollen Rohstoffen wie Eisen und Nickel bestünden, seien diese nach derzeitigen Marktpreisen bereits 130 Milliarden Dollar wert, teilte das Unternehmen Deep Space Industries mit.

Schätzungsweise fünf Prozent des Asteroiden könnte abbaubares Wasser sein. Das könne in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt werden, um so Raketentreibstoff herzustellen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Wasserstoff könne zudem mit möglicherweise auf dem Asteroiden vorhandenen Kohlenstoff verbunden werden, um daraus Methan zu erzeugen, das ebenfalls für Treibstoff benutzt werden könne. Insgesamt ergebe sich für das abbaubare Wasser im All so ein geschätzter Wert von rund 65 Milliarden Dollar.

Weil der Asteroid schräg an der Erde vorbeifliegen werde, würde es nach Ansicht der Experten jedoch zu viel Energie kosten, an die Rohstoffe und das Wasser zu gelangen. Bei anderen Asteroiden könne das in Zukunft jedoch anders sein. Das im US-Bundesstaat Virginia ansässige private Unternehmen Deep Space Industries plant für die Zukunft, auf Asteroiden wertvolle Rohstoffe abzubauen - allerdings nach eigenen Angaben nicht vor 2020.

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Fragen und Antworten zu "2012 DA14"

Das Wichtigste zuerst: Wird „2012 DA14“ die Erde wirklich nicht treffen?

Experten der US-Raumfahrtbehörde Nasa sagen dazu ganz klar: Nein. „Wir können sicher sagen, dass er nicht näher als 27 500 Kilometer an die Erde herankommen und sie nicht berühren wird“, hat beispielsweise Nasa-Manager Donald Yeomans erklärt.

Besteht denn sonst irgendeine Gefahr?

Möglicherweise für Satelliten, sagen die Experten. Der Asteroid fliegt nämlich so nah an der Erde vorbei, dass er auch die Bahn zahlreicher Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten kreuzen wird. Eine Kollision mit einem Satelliten sei allerdings „extrem unwahrscheinlich“, sagte Yeomans. Vorsichtshalber arbeitet die Nasa aber trotzdem mit Satellitenbetreibern zusammen und informiert sie über die berechnete Flugbahn von „2012 DA14“.

Woher wissen die Forscher das alles so genau?

Weil sie den Asteroiden und seine Umlaufbahn seit fast einem Jahr analysieren. Am 23. Februar 2012 ist „2012 DA14“ von Forschern in einem Observatorium im spanischen Andalusien entdeckt worden. Damals war er noch mehr als vier Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Wie jede solche Beobachtung wurde auch diese dann an das Nasa-Beobachtungsprogramm für erdnahe Objekte in Kalifornien gemeldet. Die Wissenschaftler dort haben inzwischen rund 15 Jahre Erfahrung mit der Erforschung von Asteroiden und haben „2012 DA14“ seit dem Tag seiner Entdeckung auf das Genaueste beobachtet.

Ist es denn wirklich so selten, dass ein Asteroid so nah an der Erde vorbeifliegt?

Das kommt auf die Größe des Asteroiden an. Kleinere Himmelskörper fliegen ständig noch viel näher an die Erde heran - nach Nasa-Schätzungen insgesamt bis zu 100 Tonnen Material pro Tag. Aber einer von der Größe von „2012 DA14“ kommt statistisch gesehen nur alle 40 Jahre so nah und trifft die Erde - ebenfalls statistisch gesehen - nur einmal alle 1200 Jahre.

Was haben die Forscher denn noch alles über den Asteroiden herausgefunden?

Die Nasa sagt voraus, dass die Rekordannäherung am Freitag um 20.25 Uhr deutscher Zeit stattfinden wird. Am nächsten kommt der Asteroid der Erde über der zu Indonesien gehörenden Insel Sumatra im östlichen Indischen Ozean. „2012 DA14“ hat nach jüngsten Berechnungen der Europäischen Weltraumagentur Esa einen Durchmesser von 65 Metern und eine Masse von etwa 400 000 Tonnen. An der Erde wird er mit rasanten etwa acht Kilometern pro Sekunde vorbeifliegen. All diese Zahlen sind jedoch noch nicht ganz fix, denn je näher der Asteroid der Erde kommt, desto mehr und desto genauere Beobachtungen können die Forscher machen. Die Daten könnten sich bis zum Vorbeiflug also noch leicht verändern, sagt Nasa-Sprecher Dwayne Brown. „Erst danach haben wir die exakten Daten.“

Und was haben die Forscher noch nicht herausgefunden?

Ebenfalls eine ganze Menge. Sie wissen zum Beispiel nicht, woraus der Asteroid besteht. Aber gerade deswegen kommt ihnen der Vorbeiflug ja auch so gelegen - er liefert nämlich unendlich viele wertvolle Daten. Ein Forscherteam beschäftigt sich beispielsweise ausschließlich mit der Drehung. Mit neuster Technik wollen die Wissenschaftler herausfinden, in welche Richtung „2012 DA14“ wirbelt.

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dpa

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