Armenien erinnert an Massaker vor 95 Jahren

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Demonstration zum Gedenken an den Massenmord an den Armeniern im Jahr 1915. Das Foto zeigt libanesische Armenier in Beirut .

Eriwan - 95 Jahre nach dem Massenmord im Osmanischen Reich haben in Armenien Hunderttausende - und in Washington US-Präsident Barack Obama - am Samstag der Opfer Blutbades gedacht.

Der armenische Präsident Sersch Sargsjan legte an einem Mahnmal für die Hunderttausenden Opfer Blumen nieder und dankte den vielen Ländern dafür, dass sie das 1915 von den Türken angerichtete Massaker als Völkermord einstuften. Weil die Türkei die Anerkennung als Genozid ablehnt, sind die Beziehungen zwischen Ankara und Eriwan weiter gespannt. “1,5 Millionen Tote, ein ganzes Volk seiner Heimat beraubt, die Auslöschung einer alten Kultur - das sind die Ergebnisse einer staatlichen Politik und Ideologie, die die Vernichtung der Armenier zum Ziel hatte“, sagte Sargsjan.

Armenien erinnert traditionell am 24. April an die Tragödie, die an diesem Tag mit der Erschießung von Intellektuellen ihren Anfang genommen hatte. Sargsjan hatte am Donnerstag überraschend den historischen Versöhnungsprozess mit der Türkei für beendet erklärt. Hintergrund war auch der Streit um die internationale Bewertung des Blutbads. Noch im vergangenen Oktober hatten die Außenminister Armeniens und der Türkei zwei Protokolle zur Annäherung ihrer Länder unterzeichnet. Sargsjan unterzeichnete nun aber ein Dekret über den Ausstieg aus dem Ratifizierungsprozess für die Protokolle.

Nach unterschiedlichen Schätzungen kamen 1915/16 zwischen 200 000 und 1,5 Millionen Armenier im Osmanischen Reich ums Leben. Der Vorwurf des Genozids wird von der Türkei, die Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reichs ist, bestritten. Die Armenier hätten damals an der Seite des Kriegsgegners Russland gestanden, heißt es in der Türkei.

Obama: Eines der "schlimmsten Kriegsräuel"

US-Präsident Barack Obama hat das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich während der Zeit des Ersten Weltkrieges als eine der “schlimmsten Kriegsgräuel“ des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Es sei wichtig, die Erinnerung an das, was passiert sei, wachzuhalten, damit “die schweren Fehler der Vergangenheit“ nicht wiederholt würden, hieß es in einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung.

dpa/apn

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