"Arctic Sea"-Besatzung und Piraten in Moskau

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Ein mutmaßlicher Entführer der „Arctic Sea“ wird von einem Soldaten abgeführt.

Moskau - Vier Tage nach der Befreiung des lange verschollen geglaubten Frachters “Arctic Sea“ sind die 15 russischen Seeleute und die acht mutmaßlichen Piraten in Moskau gelandet.

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Immer mysteriöser: Raketen auf der Arctic Sea?

Zwei Militärflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 hätten die Männer am Donnerstagmorgen vom westafrikanischen Inselstaat Kap Verde ausgeflogen, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit. An Bord seien auch die Ermittler, die den Fall um den angeblich drei Wochen lang verschwundenen Frachter untersuchen. Die Maschinen landeten um 8.40 MESZ auf dem Militärflughafen Tschkalowski.

Befreite Crew-Mitglieder der lange verschollenen „Arctic Sea“.

Am Mittwochabend waren erstmals Bilder der am Montag befreiten Seeleute veröffentlicht worden. Das Staatsfernsehen in Moskau zeigte am Donnerstagmorgen auch Aufnahmen mit den mutmaßlichen Geiselnehmern, die mit freiem Oberkörper von uniformierten russischen Militärs abgeführt worden.

Militärexperten hatten angesichts der widersprüchlichen Informationen um den Frachter die These aufgestellt, auf der angeblich mit Holz beladenen “Arctic Sea“ seien Waffen geschmuggelt worden. Zeitungen schrieben am Donnerstag, dass es sich um Marschflugkörper handeln könnte. So seien mit Atomsprengköpfen bestückbare Raketen vom Typ X-55, die aus Sowjetzeiten stammten, bereits in der Vergangenheit in den Iran geschmuggelt worden, berichtete die Moskauer Zeitung “Nowyje Iswestija“ (Donnerstag).

Bericht: Vier Raketen an Bord des Schiffs

Die ukrainische Internetzeitung “Obosrewatel“ (“Beobachter“) berichtete ohne Angabe von Quellen, dass vier X-55-Raketen bei einer Reparatur der “Arctic Sea“ in der russischen Ostseeregion Kaliningrad an Bord gebracht worden seien. Allerdings hätten sich in den Kisten keine atomaren Sprengköpfe befunden.

Russlands NATO-Botschafter Dmitri Rogosin hatte am Mittwochabend vor Spekulationen um die Fracht gewarnt. Er rief die internationale Staatengemeinschaft aus, sich lieber mit dem wachsenden Problem der Piraterie auseinanderzusetzen.

dpa

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