Rätselhaft

Anwältin im Fall Peggy: "Mutter war dem Islam zugewandt"

+
Vor 15 Jahren war die neunjährige Peggy entführt und ermordet worden. Foto: David Ebener

Die neunjährige Peggy verschwindet vor 15 Jahren. Im Sommer werden ihre sterblichen Überreste gefunden, später in der Nähe eine DNA-Spur. Sie gehört dem NSU-Terroristen Böhnhardt. Die Verbindung bleibt rätselhaft.

Wettin (dpa) - Die neuesten Entwicklungen im Fall der getöteten Peggy und mögliche Verbindungen zum terroristischen NSU haben deren Familie in die Zeit vor 15 Jahren zurückversetzt.

"Darüber war Peggys Mutter sehr ergriffen und bestürzt", sagte deren Rechtsanwältin Ramona Hoyer in Wettin in Sachsen-Anhalt. "Gefühlsmäßig ist es, als seien die 15 Jahre nicht geschehen, als sei es tagaktuell." Alle hätten die Hoffnung gehabt, dass der Fund von Peggys Leiche Fragen beantworten kann. "Jetzt sind einige Antworten da, von denen wir nicht wissen, ob sie aufzeigen, was tatsächlich passiert ist." Aber es seien Ansätze, sagte Hoyer.

In der Vorwoche war bekannt geworden, dass am Fundort der Leiche des kleinen Mädchens in Thüringen auch Genmaterial des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden wurde. Es stelle sich nun die Frage, wann Peggy "nach Hause" kommen könne und ihr Leichnam für eine Beerdigung freigegeben werde, so Hoyer. Die Neunjährige aus dem oberfränkischen Lichtenberg war 2001 verschwunden. Fast genau 15 Jahre später, im Juli dieses Jahres, fand ein Pilzsammler ihre sterblichen Überreste im Wald.   

Ob es tatsächlich einen an Peggys Mutter adressierten "Hassbrief" aus der Neonaziszene gibt und das die Verbindung zum NSU ist, wollte Hoyer weder dementieren noch bestätigen. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Es sei wahr, dass der damalige Lebensgefährte der Mutter Türke war und ihre Mandantin sich dem Islam zugewandt habe. Sie habe auch ein Kopftuch getragen, sagte Hoyer. Offen ließ die 43-Jährige, ob sie tatsächlich auch konvertiert sei. "Dazu kann ich keine Angaben machen", sagte sie. 

Aktuell gebe es enge Kontakte zu den Ermittlungsbehörden und erste Verständigungen zu einer weiteren Vernehmung der Mutter. Es gebe eine Mengen zu klären, sagte Hoyer, die sich bei den Medien für die neuerliche Diskretion bedankte. So habe es Raum für ihre Mandantin gegeben, das Neue zu verarbeiten.

Der aus Thüringen stammende Rechtsextremist Böhnhardt soll mit seinem mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos jahrelang unerkannt gemordet haben - hauptsächlich aus fremdenfeindlichen Motiven. Mundlos und Böhnhardt töteten sich laut Ermittlern im Herbst 2011 nach einem Banküberfall, um einer Festnahme zu entgehen. Ihre Begleiterin Beate Zschäpe stellte sich der Polizei. Sie steht seit fast dreieinhalb Jahren in München vor Gericht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Das machen Kinderzahnärzte anders

Das machen Kinderzahnärzte anders

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Zahl der Asylsuchenden weiter zurückgegangen

Diese Luxus-Staatskarossen können auch Sie sich leisten

Diese Luxus-Staatskarossen können auch Sie sich leisten

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Berliner Modewoche startet mit grünen Männern

Meistgelesene Artikel

Kurz vor ihrem Tod gab diese 27-Jährige wertvolle Ratschläge für das Leben

Kurz vor ihrem Tod gab diese 27-Jährige wertvolle Ratschläge für das Leben

Taucherin: Ein Buckelwal rettete mein Leben vor einem Hai

Taucherin: Ein Buckelwal rettete mein Leben vor einem Hai

Erdbeben der Stärke 7,6 erschüttert Karibik und Zentralamerika

Erdbeben der Stärke 7,6 erschüttert Karibik und Zentralamerika

Frau kauft sich neue Jeans - doch was sie dann entdeckt, ist einfach nur abartig

Frau kauft sich neue Jeans - doch was sie dann entdeckt, ist einfach nur abartig

Kommentare