Attentat war Selbstmordanschlag - 22 Tote

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Augenzeugenberichten nach, sei das Auto 20 Minuten nach Mitternacht vor der Kirche explodiert.

Kairo - Der blutige Anschlag in der Neujahrsnacht auf eine Christengemeinde in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria ist von einem Selbstmordattentäter verübt worden.

Der Extremist habe sich in dem vor der St. Markus- und Petri-Kirche im Stadtteil Sidi Bischr geparkten Fahrzeug selbst in die Luft gesprengt. Das teilte das Innenministerium in Kairo am Samstagvormittag mit.

Mindestens 21 Gläubige wurden durch die Explosion getötet, 43 weitere Menschen verletzt. Das gab das Gesundheitsministerium in den Morgenstunden bekannt. Der Anschlag erfolgte eine halbe Stunde nach Mitternacht, als die koptischen Christen aus der eben beendeten Neujahrsmesse strömten.

Zunächst hatten Augenzeugen und Sicherheitskräfte von einer ferngezündeten Bombe berichtet, die in dem Fahrzeug versteckt war. Das Innenministerium beschuldigte außerdem “ausländische Elemente“ als Drahtzieher und Ausführende der Terrortat. Nähere Erläuterungen erfolgten dazu aber nicht.

Nach der Tat lieferten sich wütende Christen nach Angaben der Polizei und von Augenzeugen Straßenkämpfe mit den Sicherheitskräften und stürmten eine nahe gelegene Moschee.

Fast 1.000 Menschen hätten an der Messe teilgenommen, sagte der koptische Priester Mena Adel. Nach dem Gottesdienst seien die Besucher auf die Straße geströmt. “Ich war drinnen und habe eine starke Explosion gehört“, sagte der Geistliche. “Menschen standen in Flammen.“ Augenzeugen berichteten, vor der Kirche habe die zerstörte Karosserie eines Autos gestanden, im Umkreis hätten Leichen gelegen, zahlreiche Menschen seien verletzt worden. Die Polizei untersucht nach eigenen Angaben noch, ob der Sprengstoff in dem Auto war oder ob eine Bombe unter dem Fahrzeug platziert war.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Labib gab umgehend dem Terrornetzwerk Al-Kaida die Schuld an der Tat. Es blieb aber unklar, ob er dafür Beweise hatte. Möglicherweise versuchte der Gouverneur auch nur, die Spannungen zwischen Christen und Muslimen im eigenen Land herunterzuspielen. “Al-Kaida hat mit Angriffen auf Kirchen in Ägypten gedroht“, sagte er im Staatsfernsehen.

Im Nahen Osten kommt es immer wieder zu Angriffen und Anschlägen auf die christlichen Minderheiten. Die gleiche Kirche in Alexandria geriet bereits 2006 in die Schlagzeilen, nachdem ein Messerstecher Gottesdienstbesucher angegriffen hatte. Zuletzt warfen Muslime in Ägypten der koptischen Kirche vor, zwei Frauen festzuhalten, die zum Islam übertreten wollten, um ihre Ehen scheiden lassen zu können. In den vergangenen Monaten nutzten Terrorgruppen mit Verbindungen zu Al-Kaida diese Anschuldigungen zum Vorwand für Anschläge auf Christen im Irak.

dapd/dpa

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