Anschläge auf Mallorca: Auswärtiges Amt warnt

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Spanische Polizeibeamte stehen vor dem Restaurant 'La Rigoletta', in dem eine Bombe explodierte.

Palma de Mallorca - Nach den Bombenanschlägen auf der Ferieninsel Mallorca hat das Auswärtige Amt zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Die politischen Kräfte in Spanien haben die Anschläge einhellig verurteilt.

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König Juan Carlos erklärte in der Nacht zum Montag: “Dieser Bande von Mördern und Verbrechern wird es nicht gelingen, das demokratische Leben in Spanien oder die Normalität auf der Insel zu beeinträchtigen.“ Die großen politischen Parteien in Spanien verurteilten ebenfalls die Anschläge.

Bilder von der Anschlagsserie

Touristen im Visier: Anschlagsserie auf Mallorca

König Juan Carlos erklärte in der Nacht zum Montag: “Dieser Bande von Mördern und Verbrechern wird es nicht gelingen, das demokratische Leben in Spanien oder die Normalität auf der Insel zu beeinträchtigen.“ Die großen politischen Parteien in Spanien verurteilten ebenfalls die Anschläge. Die ETA hatte zehn Tage nach dem Mordattentat auf zwei Polizisten drei Sprengsätze auf Mallorca zur Explosion gebracht. Die Bomben waren von geringer Sprengkraft und richteten kaum Schäden an. Menschen wurden nicht verletzt. Zwei Sprengsätze detonierten in Restaurants am Rande der Inselhauptstadt Palma.

Polizei untersucht "vierte Explosion"

Nach den drei Bombenanschlägen der baskischen Terror-Organisation ETA auf Mallorca untersucht die spanische Polizei die Ursache einer vierten Explosion. Diese Detonation hatte sich am Sonntag in einem Lokal im Zentrum der Inselhauptstadt Palma ereignet. Sie war zunächst als eine Gasexplosion und ein Unglücksfall eingestuft worden.

Die Ermittler schlossen am Montag nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE jedoch nicht aus, dass es sich auch bei dieser Explosion um einen Anschlag der ETA gehandelt haben könnte. Sollte dieser Verdacht sich bestätigen, könnte die Polizei daraus den Schluss ableiten, dass die ETA die Bomben schon vor mehreren Tagen deponiert und mit Zeitzündern zur Explosion gebracht hatte.

Das betroffene Lokal, in dem sich die “vierte Detonation“ ereignete, war nämlich seit Freitag geschlossen gewesen. Die Ermittler gingen im Prinzip jedoch davon aus, dass die Bombenleger sich nach wie vor auf Mallorca aufhalten. Am Sonntag waren auf Mallorca drei Bomben von geringer Sprengkraft detoniert. Dabei wurde niemand verletzt.

ETA-Bombenanschlag auf spanische Polizei

Bombenanschlag auf Mallorca

Eine dritte Bombe explodierte in einem unterirdischen Einkaufszentrum in der Innenstadt von Palma. Wie der Präfekt auf den Balearen, Ramón Socías, mitteilte, ermittelte die Polizei auch die Hintergründe einer vierten Detonation in einer Gaststätte. Diese war zunächst auf eine Gasexplosion zurückgeführt worden. Es galt jedoch nicht als ausgeschlossen, dass auch in diesem Fall ein von der ETA gelegter Sprengsatz detoniert war. Die ETA hatte in mehreren Anrufen vor den Bomben gewarnt. Nach Angaben der Behörden kamen die telefonischen Warnungen aus Frankreich. Sie seien jedoch so wirr gewesen, dass die betroffenen Lokale nicht in jedem Fall rechtzeitig geräumt werden konnten, hieß es.

Auswärtiges Amt: „Menschenansammlungen meiden“

Das Auswärtige Amt in Berlin riet Urlaubern zu Vorsicht auf der Balearen-Insel. “Reisende werden gebeten, den Anweisungen der örtlichen Sicherheitsbehörden Folge zu leisten und sich umsichtig zu verhalten, insbesondere Menschenansammlungen zu meiden“, heißt es in dem am Sonntag aktualisierten Reisehinweisen für Spanien. Experten rechnen allerdings kurzfristig nicht mit großen Auswirkungen auf die Reiselust der Deutschen. Auch nach einem ersten ETA-Anschlag auf Mallorca, bei dem am 30. Juli zwei Polizisten getötet worden waren, war der Besucherstrom nicht abgerissen.

Schock für Mallorca‘s Tourismus

Obwohl bei den Anschlägen keine größeren Schäden entstanden, bedeuteten sie einen Schock für den Tourismus auf Mallorca. Allerdings glauben Experten nicht, dass die Reisebranche kurzfristige Einbußen fürchten muss. “Ich denke, das (die Anschläge) allein wird jetzt noch nicht dazu führen, dass morgen der Buchungsstrom nach Mallorca abbricht“, sagte Karl Born, Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Harz in Wernigerode, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Anders wäre es jedoch, “wenn die Balearen-Insel jetzt ein ganz neues Aktionsziel der ETA sein sollte, dann wird es irgendwann auch nicht ohne Auswirkungen bleiben“.

Nach dem Bombenanschlag der ETA am 30. Juli gegen zwei Polizisten auf Mallorca hatten die Sicherheitskräfte die größte Fahndungsaktion in der Insel Mallorcas gestartet. Sie riegelten die Insel zeitweise hermetisch ab. Bis heute werden Reisende kontrolliert. Allerdings konnte die Polizei keine heiße Spur der Terroristen ausmachen. Sie konnte auch nicht ermitteln, ob die Attentäter sich noch auf Mallorca aufhielten oder ob sie die Insel bereits verlassen hatten. Nach Angaben der Behörden war auch unklar, ob die Bombenleger dieselben Terroristen waren, die auch die Polizeibeamten ermordet hatten.

dpa

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