Angst vor schwerem Öl an US-Küste

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Ölkatastrophe Golf von Mexiko.

Washington - Vier Wochen nach dem Untergang der Ölbohrinsel “Deepwater Horizon“ wächst an der US-Küste die Angst vor der ganz großen Ölverschmutzung.

“Das ist das erste Mal, dass wir so viel schweres Öl in unseren Feuchtgebieten sehen“, sagte Louisianas Gouverneur Bobby Jindal am Dienstag (Ortszeit). Wie die Zeitung “Houston Chronicle“ weiter schrieb, warnte der Politiker in der Stadt Venice: “Wir wissen, dass da draußen noch eine Menge dickes Öl ist, das bislang die Küste noch nicht erreicht hat.“ Im Bundesstaat Louisiana wurde dickflüssiges Öl im Marschland am südlichen Mississippi entdeckt. Die Region ist ökologisch sehr empfindlich. Die US-Behörde für Ozeanographie NOAA sieht zudem Gefahren für Florida. Sie befürchtet, dass das in den Golf von Mexiko sprudelnde Öl von einer Strömung erfasst wird, die es auch an weitere Küsten des Urlaubsstaates spülen könnte.

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Unterdessen scheiterte die US-Regierung mit ihrem Versuch, die Ölindustrie per Gesetz für Schäden stärker zur Kasse zu bitten. Bisher gilt für die Ölfirmen eine eher niedrige gesetzliche Obergrenze für Schadenersatz: Sie liegt bei 75 Millionen Dollar (rund 61 Millionen Euro). Experten rechnen aber mit einem Milliardenschaden durch die Ölpest - etwa für Fischer, Tourismus und Privatleute. Die US-Regierung hat vorgeschlagen, die Obergrenze auf 10 Milliarden Dollar hochzusetzen. Doch die oppositionellen Republikaner blockierten die Gesetzesvorlage am Dienstag im Kongress. Es war schon das zweite Mal, dass sie Nein dazu sagten.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich enttäuscht. Bislang zählte die Behörde NOAA 12 tote Delfine und 156 verendete Meeresschildkröten. Diese Zahl sei deutlich höher als in vergleichbaren Zeiträumen in der Region. Der Anstieg könne aber auch mit der intensiven Beobachtung zusammenhängen - nicht nur mit dem Öl- Unfall. Nun werden die toten Tiere genauer untersucht. Außerdem wurden 23 verölte Vogelleichen eingesammelt.

Leck nur teilweise unter Kontrolle

Am 22. April war die Ölbohr-Plattform nach mehreren Explosionen untergegangen. Seitdem sprudelten täglich Hunderte von Tonnen Rohöl ins Meer. Einen Teil des Öls fängt der Plattformbetreiber, der Konzern BP, mittlerweile ab. BP pumpt es aus einem Leck in rund 1500 Meter Tiefe hoch in einen Tanker. Die genaue Menge des auslaufenden Öls ist aber unklar.

BP gab den Wert lange mit etwa 700 Tonnen pro Tag an. Nun würden etwa zwei Fünftel davon abgefangen. Einige Fachleute vermuten, dass viel mehr Öl aus den Lecks sprudelt. Ein Blick aus dem Weltraum auf den Golf von Mexiko verstärkt die Sorgen um die Auswirkungen der Ölpest. “Wir sind vor 30 Minuten über den Golf von Mexiko geflogen und haben Fotos von dem Ölfleck gemacht“, sagte der Kommandant der Internationalen Raumstation ISS, Oleg Kotow, am Dienstagabend dem Fernsehsender CNN.

Der Ölkonzern BP will die Öl-Quelle im Golf vom Mexiko am Wochenende komplett schließen. Das Unternehmen werde am Samstag oder Sonntag versuchen, schweren Schlamm in die seit vier Wochen sprudelnde Quelle in der Tiefe des Meeres zu pumpen, berichteten US-Medien am Mittwoch. Dabei sollen mehr als 6000 Liter pro Minute in die Öffnungen eines Ventilsystems gepresst werden, das über dem Hauptbohrloch installiert ist. BP hofft, dass das Loch dadurch verstopft wird. Danach könne es mit Zement abgedichtet werden.

dpa

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