Angriff auf NATO-Stützpunkt in Kandahar

Kabul - Aufständische haben am Dienstag in Afghanistan einen Angriff auf den größten NATO-Stützpunkt im Süden des Landes gestartet. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

einer Kommandoaktion haben Aufständische in der Provinz Kandahar erfolglos versucht, einen der größten NATO- Stützpunkte in Afghanistan zu stürmen. Zunächst sprengte sich am Dienstag ein Selbstmordattentäter vor dem Feldlager südöstlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt in die Luft, wie eine Sprecherin der NATO-geführten Afghanistan-Schutztruppe mitteilte. Gleichzeitig beschossen Aufständische das Lager. In der hochgesicherten Basis im heftig umkämpften Süden des Landes sind mehrere zehntausend Soldaten aus den USA, Kanada und anderen NATO-Staaten stationiert.

Ein Sprecher der Provinzregierung erklärte, ein Kommando von sechs Angreifern, darunter Selbstmordattentäter, hätten zwei Panzerabwehrraketen auf den Stützpunkt abgefeuert, um sich gewaltsam Zugang zu verschaffen. Polizei und ausländische Soldaten hätten die Attacke jedoch zurückgeschlagen und dabei alle Angreifer getötet. Ein ausländischer Soldat und zwei Zivilisten wurden den Angaben zufolge verletzt. Die USA haben im laufenden Jahr tausende Soldaten zusätzlich in Kandahar stationiert. Die Provinz gilt als Hochburg der radikal- islamischen Taliban.

Die ISAF-Truppen stoßen auf immer stärkeren Widerstand. Eine für den Sommer geplante Offensive zur Vertreibung der Taliban aus der Provinz musste verschoben werden. Dafür gebe es noch keine ausreichende Unterstützung in der Bevölkerung, lautete die Begründung der US-Militärs im Juni. Ein Taliban-Sprecher, Kari Yussif Ahmadi, behauptete dagegen, den insgesamt acht Angreifern sei es am Dienstag gelungen, in das Areal einzudringen. Entgegen den anderslautenden Angaben der ISAF und des Provinzsprechers erklärte er, die Kämpfe dauerten an. Angaben der Taliban haben sich jedoch oft als falsch herausgestellt.

dpa

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