Amokläufer hatte Kontakt zu radikalem Imam

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Ein trauernder US-Soldat in Gedanken versucken beim Gedenkgottesdienst in Fort Hood für die Opfer des Amoklaufs.

Washington - Der Amokläufer von Ford Hood ist vor dem Blutbad von Terrorspezialisten überprüft und als harmlos eingestuft worden. Nun stellt sich aber auch heraus, dass er Kontakt zu einem radikalen Imman hatte.

Nidal Malik Hasan stand in E-Mail-Kontakt zu einem radikalen Imam, der auch Kontakt zu zwei Attentätern des 11. Septembers hatte. Zudem warnte Hasan schon vor anderthalb Jahren Kollegen, um “feindlichen Ereignissen“ vorzubeugen, sollten muslimische Soldaten als Kriegsdienstverweigerer aus den Streitkräften entlassen werden, anstelle gegen andere Muslime kämpfen zu müssen.

Die jüngsten Erkenntnisse machen klar, dass der Amoklauf am Donnerstag in der Kaserne Ford Hood, bei dem Hasan 13 Soldaten getötet und 29 weitere verletzt haben soll, eine Vorgeschichte hat. Aber trotz seiner fragwürdigen Kontakte hat der Psychiater vermutlich alleine gehandelt. Eine Steuerung von außen habe es nicht gegeben, verlautete am Montagabend aus Ermittlerkreisen.

Hasan hatte 10 bis 20 Mal Kontakt mit einem radikalen Imam im Ausland, Anwar al Awlaki. Dieser Austausch habe im vergangenen Jahr begonnen und sei in diesem Jahr fortgesetzt worden, sagte ein Ermittlungsbeamter. Weil in den Mails Gewalt weder verherrlicht noch angedroht worden sei, habe man Hasan nicht als gefährlich eingestuft.

Prozess vor Militärgericht

Al Awlaki lebte bis 2002 in den USA, reiste dann in den Jemen aus, wo er bis zum vergangenen Jahr inhaftiert wurde. Vor dem 11. September hatte er auch Kontakt zu zweien der Al-Kaida-Attentäter. Al Awlaki betreibt ein US-kritisches Blog. Am Montag lobte er den Amokläufer: “Nidal Hasan ist ein Held.“ Der 39-Jährige habe es nicht mehr ertragen, “ein Muslim zu sein und in einer Armee zu dienen, die gegen sein eigenes Volk kämpft“.

Hasan war am Donnerstag von einer Zivilpolizistin getroffen und schwer verletzt worden. Am Montag konnte er wieder sprechen, wie ein Kliniksprecher mitteilte. Er verlangte, einen Anwalt zu sprechen, und machte gegenüber den Ermittlern zunächst keine Angaben. Sollte er wegen vorsätzlichen Mordes verurteilt werden, droht ihm die Todesstrafe. Sein Fall wird vor einem Militärgericht verhandelt.

US-Präsident Barack Obama wollte am Dienstag an einem Gedenkgottesdienst in Fort Hood teilnehmen. Zuvor waren private Treffen mit Opferangehörigen geplant, nach dem Gottesdienst stand noch der Besuch eines Krankenhauses auf dem Programm, in dem verletzte Überlebende des Amoklaufes behandelt werden.

ap

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