Amnesty spricht von "Tötungsorgie"

In diesen Ländern gibt es die meisten Todesstrafen

+
Eine Todeszelle in einem Gefängnis in Texas.

New York - Erschreckende Zahlen: Laut Amnesty International ist die Zahl der Todesstrafen im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. In manchen Ländern ist sogar von einer "Tötungsorgie" die Rede.

Die Zahl der Hinrichtungen hat sich 2013 laut dem jährlichen Bericht von Amnesty International deutlich erhöht. Vor allem infolge einer starken Zunahme im Iran und im Irak sei die Zahl offiziell bekannter Exekutionen im vergangenen Jahr auf mindestens 778 gestiegen, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag. Allerdings bleibe China mit Abstand das Land mit den meisten Hinrichtungen. Schätzungen zufolge seien dort mehrere tausend Menschen exekutiert worden. Offizielle Angaben zu Hinrichtungen macht die Regierung in Peking nicht.

Die chinesische Regierung würde "die Zahlen zu Todesurteilen und Hinrichtungen als Staatsgeheimnis" behandeln, beklagte Amnesty. Die Amnesty-Vertreterin Audrey Gaughran sagte, China gebe an, seit 2007 den Gebrauch der Todesstrafe reduziert zu haben. Wenn dies so sei, sollte die Regierung Beweise vorlegen und die Zahlen veröffentlichen. Bis auf weiteres führt China die Liste der Staaten mit den meisten Hinrichtungen an gefolgt vom Iran, dem Irak, Saudi-Arabien und den USA.

2013: Mindestens 778 Hinrichtungen

Laut Amnesty stieg die Zahl der bekannten Exekutionen von mindestens 682 im Jahr 2012 auf mindestens 778 im vergangenen Jahr. Dies gehe vor allem auf den Anstieg im Iran und im Irak zurück. In der Islamischen Republik wurden demnach 369 Menschen hingerichtet, gegenüber 314 im Jahr 2012. Allerdings gebe es glaubwürdige Hinweise, dass mindestens 335 weitere Menschen exekutiert wurden, erklärte Amnesty. Im Irak wurden offiziell 169 Menschen hingerichtet - 2011 waren es 40 gewesen.

"Tötungsorgie" in Iran un Irak

Der Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty sagte, im Iran und Irak gebe es "geradezu eine Tötungsorgie", die "beschämend" sei. Insgesamt wurden Menschen in 22 Ländern hingerichtet, wobei Indonesien, Kuwait, Nigeria und Vietnam die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufnahmen. Laut Shetty geht der Trend aber zur Abschaffung der Todesstrafe. "Die Staaten, die sich an die Todesstrafe klammern, sind auf der falschen Seite der Geschichte und werden mehr und mehr isoliert", sage Shetty.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, bezeichnete die Zahlen von Amnesty als "alarmierend". Vor allem die Zahlen aus dem Irak und Iran seien "höchst besorgniserregend". "Die Todesstrafe ist unmenschlich und rechtspolitisch unsinnig. Sie hat im 21. Jahrhundert keinen Platz!", betonte Strässer. Er wies darauf hin, dass die Bundesregierung die Todesstrafe "unter allen Umständen" ablehne und sich mit ihren Partnern in der EU für ihre weltweite Abschaffung einsetze.

AFP

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Entsetzen bei Bad Boys nach WM-Aus

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Retter geben Hoffnung auf Lawinen-Überlebende nicht auf

Verabschiedung der „Churchville"-Diakonin Sarina Salewski

Verabschiedung der „Churchville"-Diakonin Sarina Salewski

XXL-Faschingsparty in Bothel

XXL-Faschingsparty in Bothel

Meistgelesene Artikel

Nach Amokfahrt: Säugling erliegt seinen Verletzungen

Nach Amokfahrt: Säugling erliegt seinen Verletzungen

Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Auto rast in Menschenmenge: Viertes Opfer gestorben

Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer

Bus wird bei Verona zur Todesfalle: Heldenhafter Sportlehrer

Lawine trifft Hotel in Erdbebengebiet - Viele Tote

Lawine trifft Hotel in Erdbebengebiet - Viele Tote

Kommentare