Gericht hebt Strafe auf

Mann kommt nach 30 Jahren in der Todeszelle frei

Washington - Fast 30 Jahre saß der Afroamerikaner Anthony Ray Hinton im US-Staat Alabama in der Todeszelle - jetzt kam der 58-Jährige angebliche Mörder auf freien Fuß.

Wie US-Medien am Freitag berichteten, hob ein Gericht die Strafe auf. „Sie wollten mich für etwas hinrichten, was ich nicht getan habe“, sagte Hinton nach seiner Freilassung. Er wurde nach Angaben des Senders CNN 1985 zum Tode verurteilt, weil er bei Überfällen auf Fast-Food-Restaurants zwei Angestellte getötet haben soll. Wichtigstes Indiz war eine bei ihm gefundene Waffe. Doch 2014 wurde ein neues Verfahren angeordnet - nachdem Experten bereits Jahre zuvor Zweifel an der Tatwaffen-Theorie geäußert hatten.

In den USA kommt es immer wieder vor, dass Beschuldigte nach vielen Jahren in der Todeszelle wieder auf freien Fuß kommen. Hintons Anwalt Bryan Stevenson richtete scharfe Vorwürfe an die US-Justiz. „Dieser Fall ist ein Paradebeispiel, was an unserem System falsch ist“, sagte er. „Er wurde verurteilt, weil er arm war.“ Weiter meinte der Anwalt: „Wir haben ein System, das einen Typen, der reich und schuldig ist, besser behandelt als wenn er arm und unschuldig ist.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Familienurlaub in Grächen: Abfahrt mit dem Weltmeister

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Meistgelesene Artikel

Experten angespannt: Asteroid raste auf Erde zu - und verfehlte sie nur knapp

Experten angespannt: Asteroid raste auf Erde zu - und verfehlte sie nur knapp

Pechvogel-Frau landet einen viralen Hit mit dem Versuch, ihr Handy zu retten

Pechvogel-Frau landet einen viralen Hit mit dem Versuch, ihr Handy zu retten

Zu Fuß von Hamburg nach Shanghai: Extremsportler bricht sich beide Füße

Zu Fuß von Hamburg nach Shanghai: Extremsportler bricht sich beide Füße

Gericht: Strafbefehle müssen in Sprache des Empfängers übersetzt werden

Gericht: Strafbefehle müssen in Sprache des Empfängers übersetzt werden

Kommentare