Alkoholismus: Russland beschließt erstmals Mindestpreis für Wodka

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Die Russen verbrauchen pro Jahr und Kopf etwa 14 Liter reinen Alkohol.

Moskau - Immer mehr Russen ertränken ihre Probleme im Alkohol. Die Regierung hat deshalb einen Mindestpreis für Wodka festgelegt. Ärzte befürchten, dass die Menschen vermehrt zu billigem Ersatz-Alkohol greifen.

Russland hat erstmals einen staatlichen Mindestpreis für Wodka festgelegt: 2 Euro für eine 0,5-Liter-Flasche. Die Standardflasche des russischen Nationalgetränks kostet vom 1. Januar an 89 Rubel. Darauf einigte sich eine Regierungskommission am Donnerstag als Kampfansage gegen Panscher und Schwarzbrenner, wie Medien in Moskau berichteten. Dieses übliche Wodka-Maß ist mitunter schon für 65 Rubel zu haben. Etwa 60 Prozent der Wodka-Produktion werden in 0,5-Liter-Flaschen abgefüllt.

Ärzte befürchten, dass die Russen sich bei höheren Preisen wieder vermehrt mit Industrie-Alkohol, Frostschutzmitteln oder anderen Ersatzstoffen betrinken. In der Finanzkrise, so berichten Moskauer Medien, greifen immer mehr Menschen zu billigem Alkohol, um ihre Probleme im Rausch zu vergessen. In Russland sterben nach Schätzungen jährlich Hunderttausende an den Folgen des Alkoholkonsums.

Schon in den 80er Jahren konnte der damalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow mit einem Alkoholverbot das Problem nicht lösen.

Die Russen verbrauchen pro Jahr und Kopf etwa 14 Liter reinen Alkohol. Der Mindestpreis soll künftig auf Grundlage der Produktionskosten und Steuern jedes Jahr neu berechnet werden. Die Regierungskommission denkt nach Angaben eines Sprechers darüber nach, auch für die anderen Maßeinheiten Mindestpreise festzulegen.

dpa

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