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Vogelgrippe-Ausbruch zwingt McDonald's in Australien zu Änderungen

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Seit mehreren Wochen grassiert in Australien die Vogelgrippe. Menschen sind in Alarmbereitschaft, mancherorts herrscht Knappheit bei Eiern. Das spürt auch McDonald‘s.

Melbourne – Bislang war Australien wegen seiner recht isolierten Lage weitestgehend vom weltweiten Geflügelsterben verschont geblieben. Das ändert sich jedoch nun: Ende Mai hatte es einen Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in einer kommerziellen Geflügelhaltung gegeben. Ausgebrochen war das Virus in einer Farm für Legehennen im Bundesstaat Victoria im Südosten des Landes.

Hunderttausende Tiere mussten daraufhin gekeult werden. Zuvor hatte es den letzten Infektionsfall in Australien 2021 gegeben, ebenfalls in Victoria. Seit 1976 ist es in Down Under erst zu insgesamt acht Ausbrüchen von HPAI-Influenzastämmen in Geflügelbeständen gekommen. Nun allerdings bringt die in Australien grassierende Vogelgrippe auch den Fastfood-Riesen McDonald’s in die Bredouille. 

Vogelgrippe in Australien führt zu Knappheit beim Eier-Bestand: McDonald‘s zieht Konsequenzen

Da Victoria der drittgrößte Eierproduzent Australiens ist, habe sich die Versorgung im Bundesstaat um rund 450.000 Eier täglich verringert. Die Eiererzeuger warnten deshalb vor einer möglichen Verknappung des Eier-Angebots in den Regalen des Einzelhandels. Außerdem berichtete die Australian Broadcasting Company (ABC), dass die Preise für Eier in naher Zukunft steigen dürften.

Großes Bild: Vogelgrippe-Warnschild auf einer Straße im australischen Bundesstaat Victoria. Kleines Bild: Das Logo einer McDonald‘s Filiale in Melbourne.
Bislang ist Australien von global grassierenden Vogelgrippen weitestgehend verschont geblieben. Ende Mai allerdings wurde im Bundesstaat Victoria eine Infektion mit dem H7N7-Subtyp bekannt. Nun ist in Down Under der Eierbestand bedroht – mit Folgen für Mc Donald's. © imago/Montage

In seinen australischen Filialen ist McDonald's wegen der Vogelgrippe und der daraus resultierenden Eierknappheit nun gezwungen, sein Frühstücksangebot einschränken, wie nun auch die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Frühstück gebe es vorerst nur noch bis 10:30 Uhr und nicht wie sonst bis 12:00 Uhr, teilte McDonald's mit. 

„Aufgrund der aktuellen Herausforderungen in der Branche steuern wir das Angebot an Eiern sorgfältig“, hieß es zudem in einer Mitteilung an die Kunden. Aktuell aber arbeite McDonald's mit seinen Lieferanten „intensiv“ daran, den Normalzustand „so schnell wie möglich“ wiederherzustellen, teilte das Unternehmen weiter mit.

Bei den Vogelgrippe-Infektionsfällen in Australien handelt es sich um den Subtyp H7N7

Mitte Juni berichtete bereits Agrar Heute darüber, dass die Vogelgrippe sich zu diesem Zeitpunkt bereits in fünf Geflügelfarmen im Bundesstaat Victoria ausgebreitet hatte. Inzwischen ist das Vogelgrippe-Virus aber auch auf benachbarte Bundesstaaten übergegriffen. 

Nach Behördenangaben wurde sie mittlerweile auf knapp einem Dutzend Hühnerfarmen in den australischen Bundesstaaten Victoria, New South Wales und der Region um die Hauptstadt Canberra nachgewiesen. Betreffend des Eierbestands in Down Under kommt das einer Hiobsbotschaft gleich. Laut dem australischen Landwirtschaftsministerium handelt es sich bei den nachgewiesenen Infektionsfällen allerdings nicht um eine Ansteckung mit der Virusvariante H5N1, die als hochansteckend gilt

Wie bereits Tests im Zusammenhang mit dem im Mai in Victoria aufgekommenem ersten Infektionsfall zeigten, liegt bei den australischen Fällen eine Infektion mit dem weniger ansteckenden Subtyp H7N7 vor. Wissenschaftler erklärten, dieser Virus-Subtyp sei genetisch verwandt mit einem Virus, das zuvor auch bei australischen Wildvögeln gefunden wurde. Mit dem H5-Virus ist es den Wissenschaftlern zufolge aber nicht verwandt. Dennoch kann H7N7 auch auf den Menschen übertragen werden.

Wissenschaftler sind besorgt angesichts gleichzeitiger globale Vogelgrippe-Fälle

Für viel Aufsehen sorgte H7N7 bereits 2003. In den Niederlanden wurden damals 89 Infektionen von Menschen mit dem Subtyp A/H7N7 bestätigt, wie auch das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Website mitteilt. Ein Fall verlief tödlich. Dabei handelte es sich um einen Tierarzt, bei dem dieser Virussubtyp im Lungengewebe nachgewiesen wurde. Außerdem mussten 30.000 Nutzvögel getötet werden. Das RKI hat auf seiner Homepage seit Ende Februar (23. Februar 2024I) auch ausführliche Empfehlungen zur Prävention für Menschen mit einem erhöhten Influenza-Expositionsrisiko für (hochpathogene) aviäre Influenzaviren bereitgestellt.

Mehr Sorgen als der in Australien grassierende Vogelgrippevirus-Subtyp H7N7 bereitet Wissenschaftlern, dass sich der hochansteckende Virustyp H5N1 aktuell in den USA ausbreitet. Laut US-Gesundheitsbehörde wurden dort bereits über 130 mit H5N1 infizierte Tiere in verschiedenen US-Bundesstaaten erfasst. Vereinzelt erkrankten in den USA auch Menschen an dem Virus, die in engem beruflichen Kontakt zu vermutlich infizierten Tieren standen.

Wie am Mittwoch, 3. Juli, bekannt wurde, gibt es nun auch in Niedersachsen einen Infektionsfall von Geflügel mit dem hochansteckenden Vogelgrippe-Subtyp H5N1. Nachgewiesen wurde er in einem Geflügelmastbetrieb in der Grafschaft Bentheim, wie das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover am Mittwoch bekannt gab. Rund 91.000 Legehennen wurden demnach bereits getötet. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurde um den betroffenen Betrieb weiträumig eine Schutz- und Überwachungszone eingerichtet. In Nachbarbetrieben werden Untersuchungen durchgeführt. (fh)

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