Rettung vor Vergewaltigung

15-Jährige überlebt Sturz aus dem 26. Stock

Cartagena - Eine 15-jährige Musikerin in Kolumbien hat sich aus Angst vor ihren gewalttätigen Auftraggebern aus dem 26. Stock gestürzt - und überlebt.

Deisy Liliana Mendoza sei in einen Pool vor dem Hochhaus gefallen und habe "mit einigen Verletzungen" überlebt, teilte die Polizei am Freitag mit. Sie schwebe nicht in Lebensgefahr, bleibe aber zur Beobachtung im Krankenhaus.

Der Vorfall ereignete sich in einem schicken Touristenviertel in der Stadt Cartagena. Mendoza, die mit ihrer Musikgruppe für einen Auftritt angeheuert worden war, war nach eigenen Angaben mit ihrem Auftraggeber über die Bezahlung in Streit geraten. Die Jugendliche habe sich im Laufe der Auseinandersetzung derartig bedroht gefühlt, dass sie sich aus dem Fenster gestürzt habe, sagte der hochrangige Polizeivertreter Wilson González. Dabei sei ihr klar gewesen, dass sich davor ein Schwimmbecken befand, das ihren Sturz abfangen konnte.

"Sie wollten mich töten, sie fingen damit an, mir die Finger abzuschneiden, sie schlugen mich, sie misshandelten mich, sie zogen mir die Kleider aus, sie wollten mich vergewaltigen", schilderte Mendoza dem Sender Blu Radio ihre nahezu auswegslose Lage vor dem Sprung. Sie sei gesprungen, weil sie lieber "mit Schmerzen" leben wollte und "nicht tot" sein wollte.

Bei ihrem Peiniger handelte es sich nach Mendozas Angaben um einen mutmaßlichen Drogenhändler. Er habe sich geweigert, ihrer Musikgruppe die vereinbarten 160.000 Pesos (knapp 50 Euro) für den Auftritt zu zahlen, und sie gezwungen, Kokain zu nehmen.

Da nach dem Vorfall kein Angehöriger zu Mendoza ins Krankenhaus kam, wurde sie unter die Aufsicht der kolumbianischen Familienfürsorge gestellt. Warum das Mädchen allein in Cartagena sei, werde nun geprüft, teilte eine Behördensprecherin mit. Die Eltern des Mädchens, die im 460 Kilometer entfernten Medellín leben, sagten örtlichen Medien, ihre Tochter gehe in Cartagena putzen.

afp

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

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