Was wäre gewesen, wenn...

Hat Gnabry Kruse übersehen oder ignoriert?

GER, 1.FBL, FC Augsburg vs SV Werder Bremen
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Augsburg - Was wäre gewesen, wenn...? Wenn Serge Gnabry in der 78. Minute den Kopf gehoben hätte? Wenn er nicht den Abschluss gesucht hätte? Wenn er den mitgelaufenen Max Kruse bedient hätte?

Sehr wahrscheinlich würde dann aktuell niemand über eine 2:3-Niederlage gegen den FC Augsburg und den sich verschärfenden Abstiegskampf bei Werder Bremen sprechen. Vokabeln wie Erlösung, Befreiungsschlag etc. würden die Diskussionen beherrschen.

Aber Serge Gnabry hat eben nicht den Kopf gehoben, er hat nicht Max Kruse bedient, er hat bei dem Konter nicht das 3:1 gemacht. Sein Abschluss aus halblinker Position rollte weit am Augsburger Tor vorbei. Kruse sah seinen Teamkollegen ungläubig an und riss aufgeregt die Arme hoch – keine Frage: Gnabrys Entscheidung war die falsche gewesen.

„Natürlich wäre es besser gewesen, wenn der Ball reingegangen wäre, aber Serge hat sich eben für diese Vari-ante entschieden“, sagte Sportchef Frank Baumann am Montag – und trat entschieden den Spekulationen entgegen, Gnabrys Alleingang sei der pure Eigensinn und womöglich eine Retourkutsche dafür gewesen, dass Kruse ihn den Elfmeter in der 65. Minute nicht hatte schießen lassen. Kruse war angetreten und hatte sicher verwandelt.

Unter Nouri: Spieler entscheiden, wer Elfmeter schießt

Gnabry selbst hatte den Strafstoß rausgeholt, und er hätte auch liebend gerne ausgeführt. Es kam sogar zum Zwiegespräch zwischen den beiden Werder-Stars. „Die beiden haben einfach nur besprochen, wer schießt. Da sehe ich überhaupt kein Problem“, betonte Baumann. Tatsächlich hatte sich Gnabry, als der Ball schon auf dem Punkt lag, noch versöhnend mit Kruse abgeklatscht.

Generell überlässt Trainer Alexander Nouri seinen Spielern bei Elfmetern ohnehin die Entscheidung. Wer sich sicher fühlt, soll schießen. Und wenn sich zwei sicher fühlen, setzt sich der Ältere durch – in diesem Fall also Max Kruse. „Es gibt da keine Streitigkeiten“, sagte Baumann – und lieferte dann das wohl überzeugendste Argument, um das Thema zu beenden: „Der Ball war drin, also ist alles gut.“
dco/csa

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