Spezieller Umgang mit der Trainerdiskussion

Kämpfer Bauer will Werder mitreißen

Robert Bauer gilt als großer Kämpfer beim SV Werder.
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Robert Bauer gilt als großer Kämpfer beim SV Werder.

Bremen - Klar, Robert Bauer kämpft immer. Das ist seine große Stärke. Doch am Samstag in Mainz wirkte es fast so, als hätte der Werder-Profi noch eine Schippe mehr draufgelegt. Stimmt das?

Der 21-Jährige lächelt zufrieden, als er mit diesem Eindruck konfrontiert wird – und er bedankt sich sofort ganz freundlich. Es folgt die Bestätigung: „Ich wusste, dass es ein ganz wichtiges Spiel ist, in dem ich noch einen Tick fokussierter sein muss.“ Doch das allein reichte ihm nicht. „Ich habe versucht, mich hochzupushen, ein bisschen für die Mannschaft voranzugehen. Ich wollte das Team durch meine Einstellung und meine Zweikämpfe mitnehmen.“

Das ist ihm gelungen. Bauer war in der ersten Halbzeit Bremens Bester. Er schaltete Gegenspieler Levin Öztunali so gut aus, dass der Ex-Werderaner zur Pause in der Kabine bleiben musste. „Natürlich nimmt man das wahr, und es ist auch eine Bestätigung. Aber man hat keine Zeit, sich zu freuen, es geht ja sofort weiter“, erinnert sich Bauer und setzt wieder sein breites Grinsen auf. Für den einstigen Ingolstädter läuft es ganz gut bei seinem neuen Club. Mit seinem Einsatzwillen kommt er sehr gut an. Dazu ist er flexibel einsetzbar. Diesmal verteidigte der Rechtsfuß auf der linken Seite, weil Santiago Garcia zuletzt ziemlich schwächelte.

Die Umstellung auf die Viererkette kommt ihm dabei entgegen. „Die mag ich einen Tick lieber als die Dreierkette, weil man da auf den Außenbahnen zu zweit und nicht alleine ist“, verrät Bauer. Der Defensivspezialist ist aber clever genug, es auf keinen Fall wie Kritik am Trainer aussehen zu lassen. Also fügt er noch an: „Es kommt auch immer auf das System des Gegners aus.“

Mit seinen 21 Jahren ist Bauer nicht nur auf dem Platz schon ziemlich abgeklärt, auch vor den Mikrofonen macht er einen ziemlich sicheren Eindruck. Er hat keine Angst vor schwierigen Fragen und schon gar nicht vor unpassenden Antworten. Natürlich habe er die Diskussion um Trainer Alexander Nouri mitbekommen. „Ich habe davon gelesen“, sagt er: „Aber ich habe ja gemerkt, wie es intern war. Da war es zu keinem Zeitpunkt ein Thema.“ Und dann ist da noch etwas, was Bauer anmerkt: „Wenn ich so etwas lese, fasse ich mir an die eigene Nase und hinterfrage mich, welchen Anteil ich an der Geschichte habe. Wenn wir als Mannschaft unsere Leistung gebracht hätten, stünde der Trainer nicht in der Diskussion.“

Bauer und der FC Ingolstadt: "Da ist jetzt nicht viel mit Freundschaft"

Auch beim Thema U21-Nationalmannschaft reagiert Bauer ziemlich geschickt. Mit der DFB-Auswahl war er im Sommer bei den Olympischen Spielen, nach der Saison steht die EM an. Ein Ziel? Keine einfache Frage im Abstiegskampf, wo doch die volle Konzentration dem Verein gehören sollte. „Bis zum nächsten Lehrgang sind noch drei, vier Spiele“, erklärt Bauer: „Wenn ich in diesen Spielen meine Leistung bringe, würde ich mich freuen, dabei zu sein.“ Und natürlich würde er für eine EM-Teilnahme auch gerne einen kürzeren Sommerurlaub hinnehmen. Aber das ist für ihn weit weg. Zuletzt war Bauer auch gar nicht mehr von U21-Coach Stefan Kuntz eingeladen worden. „Weil ich im Verein nicht so viel gespielt habe.“

Im Herbst war das, als Bauer vier Spiele nur zuschauen durfte. Seitdem hat er immer in der Startelf gestanden. Das stärkt das Selbstvertrauen, deswegen hat sich seine Rolle auf dem Platz auch etwas verändert, er geht nun voran. „Es ist doch normal, dass man sich am Anfang hinten anstellt“, sagt der Außenverteidiger, der im Sommer vom FC Ingolstadt an die Weser gewechselt ist.

Zu den einstigen Kollegen hat er durchaus noch Kontakt. „Es werden ein paar Nachrichten hin- und hergeschrieben. Aber wir sind jetzt Konkurrenten, knallharte Konkurrenten. Da ist jetzt nicht viel mit Freundschaft, es geht nur um den Klassenerhalt“, stellt Bauer in seiner typisch kämpferischen Art fest, ohne dabei zu überziehen. Denn es folgt auch noch ein: „Natürlich würde es mich freuen, wenn Ingolstadt drin bleibt, aber nur, wenn wir vor ihnen stehen.“
kni

Einzelkritik: Ein bissiger Bauer und ein fitter Fritz 

Was für eine Antwort auf die Torwartfrage! Wiedwald spielte so stark wie selten zuvor. Drei richtig gute Paraden gegen Cordoba (31.) und De Blasis (50./88.). Die kleine Unsicherheit kurz vor Schluss blieb folgenlos, weil Torschütze Cordoba im Abseits stand. Note 1,5
Was für eine Antwort auf die Torwartfrage! Wiedwald spielte so stark wie selten zuvor. Drei richtig gute Paraden gegen Cordoba (31.) und De Blasis (50./88.). Die kleine Unsicherheit kurz vor Schluss blieb folgenlos, weil Torschütze Cordoba im Abseits stand. Note 1,5 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Zurück in der Startelf – und das mit viel Aggressivität. Der rechte Verteidiger bekämpfte den schnellen Jairo und gewann die wichtigsten Duelle. Auf den Vorwärtsgang verzichtete der Tscheche. Note 2,5
Theodor Gebre Selassie: Zurück in der Startelf – und das mit viel Aggressivität. Der rechte Verteidiger bekämpfte den schnellen Jairo und gewann die wichtigsten Duelle. Auf den Vorwärtsgang verzichtete der Tscheche. Note 2,5 © nordphoto
Lamine Sane: Hatte es nicht leicht gegen Cordoba, der ihm einmal ganz böse entwischte, aber dann das 1:1 verpasste (31.). Der Senegalese ist längst noch nicht in Topform, aber auf dem Wege der Besserung. Note 3,5
Lamine Sane: Hatte es nicht leicht gegen Cordoba, der ihm einmal ganz böse entwischte, aber dann das 1:1 verpasste (31.). Der Senegalese ist längst noch nicht in Topform, aber auf dem Wege der Besserung. Note 3,5 © nordphoto
Niklas Moisander: Der eiskalte Finne ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen und hätte beinahe sogar getroffen (51.). Ein richtig guter Abwehrchef. Note 2
Niklas Moisander: Der eiskalte Finne ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen und hätte beinahe sogar getroffen (51.). Ein richtig guter Abwehrchef. Note 2 © nordphoto
Robert Bauer: Wenn der Gegenspieler zur Pause in der Kabine bleibt, dann ist das eine Auszeichnung. Mit Öztunali-Ersatz De Blasis hatte der bissige Bauer dann aber mehr Mühe. Trotzdem: Bauer macht auch als Rechtsfuß die linke Abwehrseite besser dicht als Santiago Garcia. Note 2,5
Robert Bauer: Wenn der Gegenspieler zur Pause in der Kabine bleibt, dann ist das eine Auszeichnung. Mit Öztunali-Ersatz De Blasis hatte der bissige Bauer dann aber mehr Mühe. Trotzdem: Bauer macht auch als Rechtsfuß die linke Abwehrseite besser dicht als Santiago Garcia. Note 2,5 © nordphoto
Fin Bartels: So viel unterwegs wie kein anderer Bremer (11,47 Kilometer), dabei war er im rechten Mittelfeld gar nicht so auffällig. Bei den Kontern agierte er manchmal etwas zu fahrig. Note 3,5
Fin Bartels: So viel unterwegs wie kein anderer Bremer (11,47 Kilometer), dabei war er im rechten Mittelfeld gar nicht so auffällig. Bei den Kontern agierte er manchmal etwas zu fahrig. Note 3,5 © nordphoto
Clemens Fritz: Der Kapitän ist zurück – und Werder auf dem richtigen Kurs. Stark, wie er Krkic bearbeitete. Kämpferisch klasse, spielerisch okay. Sein abgeklärtes Auftreten ist für die Mannschaft extrem wichtig. Note 2,5
Clemens Fritz: Der Kapitän ist zurück – und Werder auf dem richtigen Kurs. Stark, wie er Krkic bearbeitete. Kämpferisch klasse, spielerisch okay. Sein abgeklärtes Auftreten ist für die Mannschaft extrem wichtig. Note 2,5 © nordphoto
Thomas Delaney (bis 54.): Jetzt trifft er auch noch! Und wie! Traumhafter Freistoß zum 2:0. Schon beim 1:0 hatte der Däne mitgewirkt und Torschütze Gnabry freigeblockt. Bitter, dass er schon nach 54 Minuten nach einem Zusammenprall mit Ramalho mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste. Note 1,5
Thomas Delaney (bis 54.): Jetzt trifft er auch noch! Und wie! Traumhafter Freistoß zum 2:0. Schon beim 1:0 hatte der Däne mitgewirkt und Torschütze Gnabry freigeblockt. Bitter, dass er schon nach 54 Minuten nach einem Zusammenprall mit Ramalho mit Brüchen im Gesicht ausgewechselt werden musste. Note 1,5 © nordphoto
Zlatko Junuzovic (bis 89.): Auf seiner eher ungeliebten linken Seite probierte der Österreicher wirklich alles – sogar eine Schwalbe, für die es Gelb gab (25.). Seine lange Ecke führte zum 1:0, sein Flugkopfball auf der Linie verhinderte Bells Anschlusstreffer (60.). Note 2,5
Zlatko Junuzovic (bis 89.): Auf seiner eher ungeliebten linken Seite probierte der Österreicher wirklich alles – sogar eine Schwalbe, für die es Gelb gab (25.). Seine lange Ecke führte zum 1:0, sein Flugkopfball auf der Linie verhinderte Bells Anschlusstreffer (60.). Note 2,5 © nordphoto
Serge Gnabry (bis 76.): Die hängende Spitze mit allen Freiheiten – den Plan fanden offenbar auch die Mainzer gut und ließen ihn ungehindert das 1:0 köpfen (16.). Ansonsten nicht so auffällig, konnte nur selten für Entlastung sorgen. Note 3
Serge Gnabry (bis 76.): Die hängende Spitze mit allen Freiheiten – den Plan fanden offenbar auch die Mainzer gut und ließen ihn ungehindert das 1:0 köpfen (16.). Ansonsten nicht so auffällig, konnte nur selten für Entlastung sorgen. Note 3 © nordphoto
Max Kruse: Wenn aus dem Spiel heraus nach vorne etwas ging, dann eigentlich nur über ihn. Machte die Bälle gut fest, holte den Freistoß zum 2:0 heraus. Nach dem Wechsel vorne nicht mehr so präsent. Note 3
Max Kruse: Wenn aus dem Spiel heraus nach vorne etwas ging, dann eigentlich nur über ihn. Machte die Bälle gut fest, holte den Freistoß zum 2:0 heraus. Nach dem Wechsel vorne nicht mehr so präsent. Note 3 © nordphoto
Maximilian Eggestein (ab 54.): Kam für den verletzten Delaney und agierte nicht so spektakulär wie der Däne. Ihm fehlte ein wenig die Überzeugung, gute Ansätze zu vollenden. Note 3,5
Maximilian Eggestein (ab 54.): Kam für den verletzten Delaney und agierte nicht so spektakulär wie der Däne. Ihm fehlte ein wenig die Überzeugung, gute Ansätze zu vollenden. Note 3,5 © Archivbild / nordphoto
Milos Veljkovic (ab 76.): Stammplatz weg, aber für die Schlussphase wichtig. Note -
Milos Veljkovic (ab 76.): Stammplatz weg, aber für die Schlussphase wichtig. Note - © nordphoto
Santiago Garcia (ab 89.): Auch er ist raus aus der Startelf, aber wenigstens noch kurz dabei. Note -
Santiago Garcia (ab 89.): Auch er ist raus aus der Startelf, aber wenigstens noch kurz dabei. Note - © nordphoto

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