Ausrutscher gegen Darmstadt wäre fatal

Im Abstiegskampf zum Siegen verpflichtet

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Jubelpose im Training, Jubelpose auch morgen im Stadion? Alexander Nouri (Bild) sagt, dass ihm im Duell mit Torsten Frings das Prestige nicht wichtig sei, „auf die Punkte will ich aber nicht verzichten“.

Bremen - Kurz mal an der Uhr gedreht: Es ist der Sommer 2014, Werder Bremen verpflichtet vom VfB Oldenburg einen Trainer, von dem zunächst niemand so genau weiß, was der Club mit ihm eigentlich will. Niemand außer der damalige Sportdirektor Thomas Eichin.

Er holt Alexander Nouri ins Team – als „Verbindungstrainer“ zwischen der U23 und dem Bundesliga-Team, wie es heißt. Cheftrainer Robin Dutt akzeptiert das, und Nouri stößt in der U23 auf Trainer Viktor Skripnik und dessen Assistenten Torsten Frings. Es sind zwei Club-Ikonen, neben denen Nouri unbedeutend wirkt. Etwas mehr als zweieinhalb Jahre später hat sich das grundlegend geändert.

Alexander Nouri, der Mann, der nur auf eine bescheidene Karriere als Profi verweisen kann, hat im Eiltempo an Einfluss und Bedeutung gewonnen. Mit jeder Trainerentlassung ist er in der Hierarchie geklettert und hat Skripnik erst in der U23 sowie dann auch auf dem Cheftrainerposten beerbt. Jetzt hat Nouri das Sagen bei Werder. Skripnik und Frings sind dagegen Geschichte, nur mehr eine Erinnerung. Die allerdings morgen belebt wird – jedenfalls was Frings betrifft. Er kommt als Cheftrainer von Darmstadt 98 zurück ins Weserstadion, und es erklärt sich von alleine, dass dieses Spiel auch für Alexander Nouri ein besonderes ist. Denn wenn er vor dem Anpfiff mit Frings Hände schüttelt, wird dokumentiert: Nouri, das einstmals unbeschriebene Blatt, ist auf Augenhöhe angekommen.

Nouri: „Wir wollen unbedingt gewinnen“

Eigentlich muss man sogar einräumen, dass der Nobody die Legende überholt hat. Schließlich steht Nouri mit Werder in der Tabelle drei Plätze und zehn Punkte besser da als Frings mit Schlusslicht Darmstadt. Und es ist klar, dass der Bremer Trainer diesen Vorsprung ausbauen möchte. „Wir wollen unbedingt gewinnen, da führt kein Weg dran vorbei“, sagt Nouri.

Die Pflicht zum Siegen ist fraglos gegeben – aus vier Gründen. Erstens, weil alles andere gegen den auswärts noch punktlosen Tabellenletzten das gerade erst mühsam wieder aufgebaute Selbstvertrauen einreißen würde. Zweitens, weil Ausrutscher gegen direkte Konkurrenten grundsätzlich fatal sind im Kampf um den Klassenerhalt. Drittens, weil die Bremer Fans in dieser Saison nur drei Heimsiege kredenzt bekamen und der letzte auch schon wieder ein Vierteljahr zurückliegt. Sowie viertens, weil es eben gegen Torsten Frings geht. Das würzt das Ganze für alle noch mal mit einer großen Prise Prestige.

Ganz normales Verhältnis zu Frings

Alexander Nouri behauptet freilich, dass das Prestige für ihn keine Rolle spiele, dass sein Verhältnis zu Frings „ganz normal“ sei und dass sowieso nur die Punkte wichtig sind. Also fordert er von seinem Team „eine Top-Leistung. Wir wollen den Rückenwind aus den vergangenen beiden Partien mitnehmen.“

Mit den Siegen in Mainz und in Wolfsburg hat der SV Werder selbst die Vorlage geliefert, um gegen Darmstadt einen großen Schritt Richtung Rettung zu machen. Diese Vorlage nun nicht zu verwandeln, wäre eine Schande. Allerdings wird es nicht reichen, sich wie zuletzt gegen Wolfsburg auf die Defensive zu beschränken. Das würde die Lilien eher stark machen, denkt Nouri: „Wir müssen das Spiel kontrollieren. Und wir müssen wissen, dass da ein Gegner auf uns wartet, der über das Kämpferische kommt.“ Dagegenzuhalten lautet entsprechend die Vorgabe des Coaches, der alles andere als einen Sieg nicht akzeptieren würde: „Es hat zwar gerade die Fastenzeit begonnen, aber auf die Punkte möchte ich am Samstag nicht verzichten.“ 
csa

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