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Verkehrsgerichtstag in Goslar: Änderung der Promillegrenze bei E-Scootern möglich

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Von: Andree Wächter

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Darf man bald mit mehr Promille E-Scooter fahren? Antworten könnte der Verkehrsgerichtstag in Goslar bringen und Gesetze beeinflussen.

Goslar – In Goslar tagt von Mittwoch bis Freitag der Deutsche Verkehrsgerichtstag. Es ist bereits die 61. Auflage des Treffens der Fachleute aus Justiz, Wissenschaft, Behörden und Verbänden im Harz. Die Experten beraten über Themen des Verkehrsrechts und der Verkehrssicherheit. In diesem Jahr stehen unter anderem die Promillegrenze für E-Scooter-Fahrer und eine mögliche Meldepflicht für Ärzte von fahrungeeigneten Menschen im Fokus. Viele Senioren könnten bald ihren Führerschein verlieren.

Fachleute und Verbände haben eine Anlehnung der Promillegrenze für E-Scooter-Fahrer an die von Fahrradfahrern gefordert. Bisher orientiert sich der Wert an dem für Autos. Generell solle eher zwischen führerscheinpflichtigen und führerscheinfreien Fahrzeugen unterschieden werden – statt zwischen Kraftfahrzeugen und anderen Fahrzeugen, argumentierte etwa der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC).

Verkehrsgerichtstag: Änderung der Promillegrenze bei E-Scootern möglich

Bisher ist das Fahren von E-Bike oder Fahrrad unter Alkoholeinfluss bis 1,6 Promille straffrei, solange es zu keinem Unfall kommt. Für E-Scooter gilt wie beim Auto: Eine Fahrt mit 0,5 Promille oder mehr ist eine Ordnungswidrigkeit. Ab 1,1 Promille sind höhere Geldstrafen und der Entzug der Fahrerlaubnis möglich. Ob der Verkehrsgerichtstag am Freitag dazu eine Empfehlung abgeben wird, ist noch unklar.

Der Automobil-Club Verkehr ist gegen eine Anhebung der Promillegrenzen. Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordere Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme, mit jedem Fahrzeug. „Speziell auf den wackligen E-Rollern mit ihren kleinen Rädern wird eine Alkoholfahrt schnell zum riskanten Glücksspiel“, sagt Sprecher Gerrit Reichel. Deshalb könne es keinen Trinkbonus für Fahrten mit dem E-Roller geben, nur weil nach dem Kneipenbesuch vielleicht das Auto stehenbleibe.

Wesenszüge der Anarchie in den Straßenverkehr tragen

GdP-Bundesvorsitzende Michael Mertens

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagte indes, dass Fahrer von Elektrorollern mitunter Ampeln und Verkehrszeichen missachten würden. „Mit dem Aufsteigen auf den E-Scooter blenden viele Verkehrsteilnehmende grundlegendste Regeln des sicheren Miteinanders im öffentlichen Verkehrsraum aus“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Mertens dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Nach seiner Einschätzung würden diese Fahrer „Wesenszüge der Anarchie in den Straßenverkehr“ tragen.

Mertens sprach sich zugleich für eine Helmpflicht für Fahrer aus. Das müsse intensiv geprüft werden, sagte er. „Aus Zahlen der Unfallstatistik wird deutlich, dass Unfälle häufig durch die Nutzenden selbst verursacht werden.“

Eine Meldepflicht von fahrungeeigneten Personen durch Ärzte haben Fachleute im Vorfeld abgelehnt. Ärzte hätten bereits die Möglichkeit, fahrungeeignete Personen den Behörden zu melden, wenn sie „Gefahr in Verzug“ feststellen, teilte etwa der Automobilclub von Deutschland mit. Das sei ausreichend.

E-Tretroller
Beim jährlichen Verkehrsgerichtstag in Goslar beraten Experten in diesem Jahr darüber, ob es eine neue Promillegrenze für E-Scooter gibt. © Federico Gambarini/dpa

Der jährliche Kongress zählt zu den wichtigsten Treffen von Verkehrssicherheitsexperten in Deutschland. Er endet am Freitag mit Empfehlungen an den Gesetzgeber. Es sind acht Arbeitskreise zu verschiedenen Themen geplant. Unter anderem soll erstmals auch über Luftfahrtthemen gesprochen werden. In vielen Arbeitskreisen spielen Haftungsfragen eine Rolle. So wird etwa über die Halterhaftung und Fahrtenbuchauflagen gesprochen. Auch die Haftungsfrage bei autonom fahrenden Fahrzeugen steht zur Debatte. Hier halten viele Fachleute den Rechtsrahmen bereits für ausreichend.

Seit 60 Jahren soll der Verkehrsgerichtstag auch einen Gegenpol zu den Lobbyisten sein. Es referieren aber auch zahlreiche Experten von Versicherungen in den Arbeitskreisen. So ist beispielsweise laut dem Veranstaltunsgflyer ein Jurist der Provinzial Versicherung beim Thema Reparaturkostenersatz beim Haftpflichtschaden dabei. Und die Allianz referiert beim Thema: Haftung beim autonomen Fahren. (mit Material der dpa)

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