Vertrieb in ganz Deutschland

Käse-Rückruf bei Kaufland: Lebensbedrohliche Komplikationen möglich - aber nicht alle Länder warnen eindringlich

Käsetheke
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Ein beliebter Weichkäse wird bundesweit zurückgerufen. Der Verzehr könnte lebensbedrohliche Folgen haben. (Symbolbild)

In ganz Deutschland ruft ein Hersteller einen Camembert-Weichkäse zurück. Der Verzehr könnte sogar zu Nierenversagen führen. Neun Bundesländer warnen Verbraucher nicht eindringlich genug.

Update vom 16. März 2021, 10.15 Uhr: Die betroffene Firma Münnich fromage GmbH & Co. KG gibt in einer aktuellen Pressemitteilung unmissverständlich zu verstehen: „Das Produkt wurde von Kaufland bundesweit, von dem Käsespezialitäten-Großhändler Heiderbeck GmbH in 82140 Olching (Landkreis München) sowie von der akzenta-Supermarkt-Filiale in 42283 Wuppertal-Barmen vertrieben.“ Betroffen sind daher vor allen Kunden von Kaufland.

Bundesweiter Käse-Rückruf bei Kaufland: Verzehr von beliebtem Weichkäse kann zu Nierenversagen führen

Einen Tag nach der öffentlichen Rückrufaktion haben Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf dem amtlichen Portal „lebensmittelwarnung.de“ ihre Betroffenheit erklärt. Es fehlen aber Meldungen der weiteren zwölf Bundesländer Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Auch hier wieder erhalten beispielsweise VerbraucherInnen aus den „säumigen“ Bundesländern, die sich auf dem Portal (unter Nutzung der angebotenen Filterfunktion) nur die für ihr Bundesland relevanten Meldungen anzeigen lassen, keine Information.

Käse-Rückruf bei Kaufland: Trotz möglichen lebensbedrohlichen Folgen: Neun Bundesländer Betroffenheit noch nicht anerkannt

Auch zwei Tage nach der eindringlichen öffentlichen Lebensmittelwarnung und des eines erheblichen Gesundheitsrisikos bei potenziellen Verzehr des Käses, haben erst drei weitere Bundesländer (Hamburg, Hessen, und Rheinland-Pfalz) anerkannt, dass Verbraucher in ihren Verantwortungsbereichen betroffen sind. Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass trotz des Risikos von akutem Nierenversagen mit möglicher Todesfolge, es immer noch neun Bundesländer nicht als notwendig ansehen, sich sofort in die Liste der betroffenen Bundesländer einzutragen. Hierbei handelt es sich um die Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. 

Video: Warum gibt es immer mehr Produkt-Rückrufe?

Käse-Rückruf: Nicht nur bei Kaufland wird der Weichkäse vertrieben - Lebensbedrohliche Komplikationen möglich

Erstmeldung vom 13. März 2021:

Wuppertal/München - Am Samstag informierte der Wuppertaler Hersteller für Molkereiprodukte Münnich fromage GmbH & Co. KG über den Rückruf* eines beliebten Artikels. Verschiedene Produktionspaletten des Weichkäses ‘Camembert Graindorge 250g‘ werden aktuell zurückgerufen, da der Hersteller nicht ausschließen kann, dass im Käse der pathogene Keim E-coli (VTEC) enthalten ist.

Käse-Rückruf: Nicht nur bei Kaufland wird der Weichkäse vertrieben - Lebensbedrohliche Komplikationen möglich

Von dem Rückruf* sind Artikel mit dem Identitätskennzeichen FR 14.371.001 CE sowie dem Mindesthaltbarkeitsdatum des 7. April 2021 betroffen. Wie Münnich fromage in einer Pressemitteilung erklärt, ist der betroffene Käse nicht zum Verzehr geeignet. Vertrieben wird das Produkt bundesweit durch Kaufland, auch in der akzenta-Supermarkt-Filiale in Wuppertal-Barmen sowie im Olchinger Käsespezialitäten-Großhandel Heiderbeck GmbH in Oberbayern ist es erhältlich.

So sieht das betroffene Produkt genau aus.

Doch was können E.coli-Bakterien auslösen? Infektionen, die durch solche Keime ausgelöst werden, können Durchfallerkrankungen in allen Varianten verursachen. Insbesondere Säuglinge, Kleinkinder unter sechs Jahren, ältere sowie immungeschwächte Menschen sind besonders anfällig für eine Ansteckung und sind dadurch gefährdet.

Der Erreger EHEC zählt zu den häufigsten Ursachen für Lebensmittelvergiftungen, er ist hoch infektiös, schon 10-100 Individuen können eine Erkrankung auslösen. Bei den gefährdeten Gruppen kann eine Infektion in den schlimmsten Fällen sogar lebensbedrohliche Komplikationen auslösen. Das gleiche Problem gibt es wenige Wochen später auch beim Rückruf eines Käseproduktes* aus Österreich.

Käse-Rückruf: Gravierende Folgen durch E.coli-Bakterien - Kaufpreis-Erstattung auch ohne Beleg

Besonders bei den gefährdeten Personengruppen entwickeln sich in fünf bis zehn Prozent der Fälle nach den Darm-Symptomen ein sogenanntes hämolytisch-urämisches Syndrom. Dieses verursacht meist Schädigungen der Blutgefäße, der roten Blutkörperchen sowie der Nieren. Eine Dialyse ist darum oft die Folge, doch auch Hirnblutungen, Organ-Schädigungen oder Störungen neurologischer Art können eine Konsequenz sein. Sollten Personen im Falle eines Verzehrs der Produkte die genannten Symptome aufweisen, wird ein Arztbesuch darum dringend empfohlen.

Betroffene Verbraucher können die entsprechenden Artikel an der Verkaufsstelle zurückgeben, auch ohne den passenden Kassenbeleg wird der volle Kaufpreis für den Camembert erstattet. Die Wuppertaler Firma bittet die Kunden in ihrer Erklärung, „die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen“. 

Die Hersteller müssen bei der Lebensmittelherstellung so einiges beachten*, doch manchmal schleichen sich Fehler ein. Auch ein anderer Käse-Produzent musste jüngst mehrere Sorten aufgrund von Listerien zurückrufen. (ajr, feb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA.

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