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Richtig verhalten: So vermeiden Sie Verkehrsunfälle bei Blitzeis

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Von: Fabian Pieper

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Blitzeis stellt eine große Gefahr für Autofahrer dar.
Blitzeis stellt eine große Gefahr für Autofahrer dar. © Frank Rumpenhorst/dpa

Das kalte und feuchte Wetter in Deutschland birgt für Autofahrer die Gefahr von Blitzeis. Dann gilt es, sich richtig zu verhalten, um sicher anzukommen.

Berlin – Auch in den kommenden Tagen soll das Wetter in Deutschland kühl bleiben. Tagsüber klettert das Thermometer nur wenig über den Null-Grad-Strich, nachts fallen die Temperaturen sogar darunter, gelegentlich schneit es in Niedersachsen. Das ist gefährlich, denn dadurch kühlt der Boden aus – und damit auch die Straßen. Wasser, das nun auf der Straße liegt, kann in kürzester Zeit gefrieren und zu einer Eisschicht werden: Blitzeis ist eine der größten Gefahren für Autofahrer.

Allein 2021 fast 5.800 Glätte-Unfälle in Deutschland

Tausende Unfälle mit Personenschaden im Zusammenhang mit Glätte werden jedes Jahr in Deutschland auf den Straßen registriert. Im Jahr 2021 waren es fast 5.800 solcher Unfälle. Besonders bei Blitzeis drohen Blech- und Personenschäden, denn innerhalb von nur wenigen Metern kann aus einer zuvor gut befahrbaren Straße eine spiegelglatte Rutschbahn werden. Wer das nicht rechtzeitig erkennt und seine Fahrweise anpasst, hat im schlimmsten Fall kaum eine Chance, sein Auto noch unter Kontrolle zu behalten.

Rutschgefahr: Welche Straßen bei Blitzeis besonders gefährlich sind

Am größten ist die Gefahr an kalten Tagen in den frühen Morgenstunden, berichtet Focus Online. Auch wenn es regnet, geregnet hat oder neblig ist, sollten Autofahrer ihre Fahrweise vorsichtshalber anpassen. Vorsicht ist auch an schattigen Straßen wie Alleen geboten, denn durch die fehlende direkte Sonneneinstrahlung kann sich Glatteis dort schneller bilden und länger halten.

Am gefährlichsten dürften aber Brücken sein: Während Straßen noch von der Restwärme des Bodens unter ihnen profitieren und sich somit ein kleines bisschen aufwärmen können, nehmen Brücken schnell die Umgebungstemperatur an. Die Feuchtigkeit bei Brücken über Gewässern sorgt für zusätzliche Glätte.

Verhalten bei Blitzeis: Über Strecke informieren, Warnungen anhören, nicht auf Auto-Hilfssysteme verlassen

Bevor Sie sich ins Auto setzen und losfahren, sollten Sie sich über die Straßenverhältnisse auf ihrer Strecke informieren. Wetterdienste sprechen Glättewarnungen oftmals mehrere Stunden vorher aus. Planen Sie im Zweifel mehr Zeit ein für ihren Weg und fahren Sie rechtzeitig los – aber nur, wenn Sie unbedingt fahren müssen. Am besten ist es, bei Glätte zu Hause zu bleiben. Alternativ nutzen sie öffentliche Verkehrsmittel wie Züge, Busse oder Straßenbahnen.

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Verlassen Sie sich auch nicht auf Hilfssysteme ihres Autos. Das Antiblockiersystem (ABS) beispielsweise kann zwar einen Glätte-Unfall verhindern, ist in manchen Situationen allerdings auch machtlos. Passen Sie ihre Fahrweise an: Fahren Sie vorausschauend, verringern Sie ihre Geschwindigkeit und halten Sie Abstand zum Vordermann ein. Außerdem sollten sie keine ruckartigen Lenkbewegungen machen und vorsichtig bremsen. Auch Schneeketten und Winterreifen sind kein Garant dafür, dass nichts passiert.

Oktober bis Ostern? Wann Winterreifen wirklich Pflicht in Deutschland sind

Apropos Winterreifen: Eine Pflicht zum Aufziehen von Winterreifen gibt es entgegen dem allgemeinen Glauben nicht. Niemand ist gezwungen, zwischen Oktober und Ostern, so eine bekannte Regel, Winterreifen aufgezogen zu haben. Aber: Sollte bei Glatteis oder Schnee das Fahrzeug nicht mit Winterreifen bestückt sein, liegt dennoch ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) vor. Denn in Paragraf 2 heißt es:

Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf dies bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen Anforderungen an die Bereifung [...] genügen.

Paragraf 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO)

Das bedeutet, dass ein Bußgeld droht. 60 bis 80 Euro samt einem Punkt in Flensburg kann das Fahren mit nicht angepasster Bereifung kosten.

Verkehrsunfall bei Glatteis: Besitzern von nicht entsprechend ausgerüsteten Autos kann die Versicherungsleistung gekürzt werden

Noch teurer kann es werden, wenn es zu einem Verkehrsunfall kommt. Dann kann die Versicherung die Versicherungsleistung kürzen. Und das gilt natürlich nicht nur von Oktober bis Ostern. Denn wenn es beispielsweise im Juli in Deutschland schneien sollte, müssten alle am Straßenverkehr teilnehmenden Fahrzeuge Winterreifen aufgezogen haben. Im Ausland gelten teils andere Regeln. Die Bereifung verändert den Bremsweg eines Fahrzeugs ziemlich drastisch.

Schnee und Glatteis: Länge des Bremswegs bei 50 km/h

Bußgelder bei eingefrorenem Auto – bis zu 50.000 Euro drohen

Bei Blitzeis droht zudem ein weiteres Ärgernis, das durchaus zur Gefahr werden kann. Denn nicht nur die Straße friert dabei schnell ein, sondern auch die Scheiben, Scheinwerfer, Blinker, Rücklichter und Rückspiegel von Fahrzeugen. Vor Fahrtantritt müssen aber alle Scheiben, Spiegel und Leuchten komplett freigekratzt sein – hier verraten wir ein paar Tipps dazu. Wer nur mit einem freigekratzten Guckloch fährt, riskiert eine Geldbuße von zehn Euro. Bei einem Unfall kann einem die Versicherungsleistung gekürzt werden.

Den Motor morgens laufen zu lassen, das ist ebenfalls keine gute Idee: Wer auf diese Weise seine Scheiben von Eis befreien möchte, kann mit 80 Euro Geldbuße belangt werden, zusätzlich können die Länder Bußen von bis zu 50.000 Euro nach dem Landesimmissionsschutzgesetz aussprechen. Eine Standheizung ist erlaubt, allerdings verbraucht sie viel Energie.

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