Umweltschutz

Penny und Rewe wollen 160 Tonnen Plastikmüll einsparen - mit radikalen Änderung

Beim Einkaufen besteht ein großes Potenzial, Plastikmüll zu vermeiden.
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Beim Einkaufen besteht ein großes Potenzial, Plastikmüll zu vermeiden.

Penny und Rewe wollen erhebliche Mengen Plastikmüll einsparen. Das soll gelingen, indem sie auf ein kleines Detail verzichten.

München - In den Gemüseabteilungen von Supermärkten und Discountern gibt es ein erhebliches Potenzial, Plastikmüll zu vermeiden. Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd hatten kürzlich angekündigt, dass künftig der symbolische Preis von einem Cent fällig wird, wenn Kunden Plastikbeutel für Obst und Gemüse verwenden. Die Supermarktkette Real möchte die Plastiktüten bereits im kommenden Jahr komplett aus seinen Filialen verbannen.

Radikale Änderung bei Rewe und Penny: Weniger Plastikmüll 

Rewe und Penny nähern sich dem Thema Umweltschutz nun von einer anderen Seite an. Sie wollen Gurken bereits ab Oktober ohne eine Plastikhülle verkaufen. Das hat die Lebensmittelzeitung nun öffentlich gemacht. Eindrucksvoll ist die Menge an Plastik, die dadurch eingespart werden soll. Sie beläuft sich auf 160 Tonnen pro Jahr. Jeder Deutsche verursacht pro Jahr rund 220 Kilogramm Plastikmüll. Alleine diese beiden Ketten können durch diese einfache Maßnahme also so viel Müll einsparen, wie mehr als 720 Bundesbürger verursachen.

Penny und Rewe: Verzicht auf Plastik kann Folgen haben

Doch das Thema hat auch eine Schattenseite. Die Gurken verlieren schneller ihre Feuchtigkeit, wenn sie nicht eingeschweißt sind. Sie trocknen bereits in den Filialen von Rewe und Penny früher aus als gewohnt. Das setzt sich natürlich auch nach dem Kauf fort. Möglicherweise führt das dazu, dass vermehrt Reste von Gurken nicht mehr gegessen und deswegen entsorgt werden.

Gegenüber der Lebensmittelzeitung (Artikel hinter der Bezahlschranke) erklärte Eugenio Guidoccio, Geschäftsleiter Ware Ultrafrische der Rewe Group: „Wenn ein Produkt unverpackt ist, aber dadurch beispielsweise vertrocknet, hat das für uns nichts mehr mit Ressourcenschonung zu tun. Das ist eine unnötige Lebensmittelverschwendung, die wir vermeiden wollen.“ Aus diesem Grund werden die Gurken bei Penny und Rewe im Falle extremer Witterungsbedingungen, die den Flüssigkeitsverlust des Gemüses beschleunigen, nach wie vor in Plastikfolie verkauft.

Penny und Rewe: Aldi hat Gurken-Folie bereits erfolgreich eingespart

Bei Aldi ist diese Maßnahme indes bereits erfolgreich umgesetzt worden. Dort können Kunden seit April Gurken ohne Verpackung kaufen. Die Bilanz fällt laut Chip.de allerdings positiv aus. Der Transport und die Logistik seien so optimiert worden, dass die Qualität nicht leide. Die Gurken seien nach wie vor frisch.

Dass die beiden Ketten zum gleichen Zeitpunkt mit derselben Idee daherkommen, ist nicht verwunderlich. Der Discounter Penny gehört genauso wie der Supermarkt Rewe zur übergeordneten Rewe Group. Rewe führt derzeit eine Kampagne durch, um Plastikmüll zu vermeiden. Damit eckte der Supermarkt allerdings kürzlich bei den Kunden an. 

Einige Ketten haben bereits den Anfang gemacht und wollen in Zukunft vermehrt Plastik einsparen. Das scheint aktuell auch nötig zu sein. Denn immer noch sind zwei Drittel des Gemüses in den Supermärkten in Plastik verpackt. Dabei sagen viele Experten, dass dies nicht nötig sei, schließlich haben Obst- und Gemüsesorten eine natürliche Schale, die abgewaschen werden kann. Wie schädlich unser Plastik-Konsum für unsere Umwelt sein kann, hat gerade das Beispiel eines toten Hirschen vor Augen geführt. 

Rewe und Penny haben nun eine neue Kampagne ins Leben gerufen. Der Discounter Lidl hat unterdessen seine Strategie teils geändert - und will seit Herbst wieder auf eingeschweißte Gurken setzen

Video: Aldi: Plastikbeutel für Gemüse sollen nun etwas kosten

Ärger um Plastikmüll gab es auch nach einem Festival in Dortmund: Dort haben die Besucher riesige Mengen Abfall hinterlassen. 

dg

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